Zwischen Brillanz und Baustellen: Der Kulturstandort Köln
Köln und seine Kultur – das ist eine Beziehung, die oft zwischen tiefer Zuneigung und verzweifeltem Kopfschütteln schwankt. Wer an den Kulturstandort Köln denkt, dem kommen sofort die großen Namen in den Sinn: die Museen von Weltrang, die Philharmonie, eine freie Szene, deren Arbeit einzigartig ist, und eine Geschichte, die tief im europäischen Bewusstsein verwurzelt ist.
Doch in den letzten Monaten und Jahren dominieren oft die metaphorischen und buchstäblichen Baustellen den öffentlichen Diskurs. Ob es die scheinbar unendlichen Sanierungsprojekte sind, die hitzigen Debatten um die Legitimation kostspieliger Kulturbauten oder die Fragen nach einer gerechten Verteilung von Fördergeldern in Zeiten knapper Kassen – die Erzählung über Kölns Kultur ist defensiv geworden.
Im Blickfeld steht das, was nicht läuft, wo es hakt und warum die Strukturen träge wirken – weniger geht es um die Kraft der Kunst selbst und die Menschen, die diese Stadt jeden Tag mit ihren Visionen gestalten.
Eine Allianz für die Stadtgesellschaft
Inmitten dieser spannungsreichen Gemengelage kam von Dr. Sofie Taubert-Marx, Leiterin des Kulturbereichs der Karl-Rahner Akademie, der Impuls, zu diesem Thema gemeinsam zu arbeiten. Unter dem Arbeitstitel „Liebst Du mich noch? Gespräche über die Kultur in Köln“ soll ein Forum entstehen, das den Fokus verschiebt. Der bekannte Schriftzug von Merlin Bauer „Liebe Deine Stadt“ über der Nord-Süd-Fahrt dient dabei nicht nur als Anregung zur Namensgebung, sondern als Programm: Als Aufforderung zur Identifikation und zur aktiven Gestaltung des urbanen Raums. Visionäre im „Kreuzverhör der Hoffnung“
Was bedeutet es heute, in Köln Kultur zu machen? Wie blicken Persönlichkeiten wie der neue Gürzenich-Kapellmeister Andrés Orozco-Estrada, die Theaterleiterin Mareike Marx, die Museumsdirektorin Katharina Koselleck oder die Leiterin der städtischen Flora, Marina Tsaliki, auf diese Stadt? In einer neuen Gesprächsreihe befragen wir sie dazu, wie sie mit ihrer Arbeit gesellschaftliche Realität mitgestalten. Gibt es Strategien, einer pluralen Gegenwart gerecht zu werden, und wie müssen diese kulturpolitisch verankert werden?
Veranstaltungstipp: Liebst Du mich noch? Gespräche über die Kultur in Köln
Gemeinsam mit der Karl-Rahner Akademie laden wir Sie dazu ein, sich neu in die Stadt zu verlieben – nicht blind, sondern mit einem wachen, kritischen und visionären Blick auf das, was wir in Köln wollen. Im Vordergrund stehen die Visionen, mit denen die Personen in Köln Kultur gestalten. Auch Gespräche über Dinge, die in anderen Städten funktionieren, stehen auf dem Programm.
Was kann Kunst und was trauen wir ihr zu? Was kann kulturelle Bildung und was ist sie uns wert? Wenn Kultur mehr ist als Dekoration oder Standortfaktor – wie bleibt sie Ort der Begegnung zwischen verschiedenen Werten, Sprachen und Sparten in Köln?
1 Termin, Datum folgt, s. Web | 10,00 € I Nr. 6200F

Aus zwei Tonnen Bauton wurden am Ende sogar drei: Unter dem Titel „Chorweiler in Ton – Geschichten und Gemeinschaft im Stadtteil“ ist in der vergangenen Woche an der Freitreppe seitlich vom Liverpooler Platz ein Kunst- und Demokratieprojekt entstanden, das viele Menschen in Köln-Chorweiler zusammenbrachte.
Kinder, Jugendliche und Erwachsene modellierten gemeinsam ein Tonmodell des Stadtteils. Jede und jeder brachte dabei persönliche Erinnerungen, Gedanken und Ideen ein – so wuchs Stück für Stück ein lebendiges Bild Chorweilers. Begleitet wurde das kreative Arbeiten von Musik, Begegnungen und Gesprächen.
Zwei Tonnen Ton warten morgen darauf, von den Händen der Menschen in Köln-Chorweiler in ein lebendiges Kunstwerk verwandelt zu werden. Unter dem Titel „Chorweiler in Ton – Geschichten und Gemeinschaft im Stadtteil“ entsteht in dem Stadtteil am Donnerstag, 4. September, von 11-18 Uhr an der Freitreppe seitlich vom Liverpooler Platz, 50765 Köln, ein einzigartiges Kunst- und Demokratieprojekt, das Menschen zusammenbringt, Geschichten sichtbar macht und neue Perspektiven auf dem Stadtteil eröffnet.
Dafür steht auch Markus Melchers’ Angebot an der Melanchthon-Akademie: Seit einigen Jahren bietet er bereits und mit einiger Gegenliebe das Philosophische Café an der Akademie an, bei welchem die Gespräche, ohne den Umweg über eine bestimmte Theorie zu nehmen, sich direkt an die Menschen wenden, die auch die eigene Biografie zum Ausgangspunkt des Nachdenkens machen können. So können auch die verschiedenen Philosophien im Hinblick auf ihre Bedeutung für die eigene Lebensführung befragt werden. Eine philosophische Grundbildung ist dafür nicht notwendig, einzig die Freude am Nachdenken und gemeinsamen Sinnieren qualifiziert für die Teilnahme.
Auf dem Baufeld für den am Kartäuserwall in der Kölner Südstadt neu entstehenden Campus Kartause hat die Bodendenkmalpflege der Stadt Köln archäologische Ausgrabungen durchgeführt. In dem Vortrag werden erste Einblicke in die spannenden Ergebnisse dieser Ausgrabungen gegeben, bei denen Gräber aus römischer Zeit, die Klosterbebauung der im Jahr 1334 an diesem Ort begründeten Kartause St. Barbara sowie die Überreste der militärischen Nutzung des Geländes in französischer und preußischer Zeit zu Tage kamen.









