Respekt für all diejenigen, die nicht aufgeben
„Laut freue ich mich über Gott……denn sie hat mir Kleider der Rettung angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet.“ So übersetzt die Bibel in gerechter Sprache Jesaja 61, 10. Das klingt verheißungsvoll und in weiter Ferne in Zeiten von Krieg und Ungerechtigkeit. Was wollte der Prophet Jesaja mit dem Bild des Mantels der Gerechtigkeit damals sagen und was könnte es heute bedeuten? Mit einer interreligiösen Erkundung und einem besonderen Abend am Tag der Menschenrechte laden wir sie ein Antworten zu suchen und sich mit Menschen, die sich für Gerechtigkeit, Frieden und Menschenrechte einsetzen, zu verbinden. Wie zB die „Rabbis for Human Rights“ und das christliche Zentrum „Sabeel“ aus Jerusalem, die in diesem Jahr das gemeinsame Projekt „faithful future“ ins Leben riefen, eine interreligiöse Allianz, die auf die prekäre Menschenrechtslage in der Region reagiert und Menschen aus Synagogen, Kirchen und Moscheen in der Schriftauslegung und im Handeln unterstützen will.
Eine weitere Initiative für Verständigung und Gerechtigkeit ist das „Parents Circle-Families Forum“ Israelis und PalästinenserInnen, die seit 1995 gemeinsam ihre Angehörigen betrauern, die durch den Konflikt ums Leben kamen. In diesem Jahr sind sie für den Friedensnobelpreis nominiert. Mit den Combatants for Peace laden sie jedes Jahr zur „Ceremony of grief“ zum gemeinsamen Trauern und Erinnern ein. Der diesjährigen Ceremony wollen wir nachspüren und ins Gespräch kommen.
Konkrete Beispiele von Initiativen, die im Gespräch bleiben und für Gerechtigkeit einstehen wollen, ermöglichen uns die Kunst des Nachfragens, des Verstehen Wollens in fehlerfreundlichen Räumen zu üben und die Bedeutung des „Mantels der Gerechtigkeit“ zu erkunden.
Veranstaltungshinweise
Mittwoch 30.09.2026, 19:00 Uhr im ZOOM
Alltag in Jerusalem
Eine liveschalte: evangelische Pfarrerinnen kommen zu Wort
Im Zoom | 1 Termin | 5,00 € | Nr. 1233S
19.11.2026, 19:00–21:00 Uhr
Parents Circle/ Combatants for Peace: Ceremony of Grief
Gemeinsame Trauer in Tel Aviv, Jericho und weltweit – ein Gespräch
Wir laden Sie ein, angesichts dieser Zeremonie über gemeinsames Trauern, das Menschsein und die aktuelle Situation von Israelis und PalästinenserInnen ins Gespräch zu kommen.
Haus der Kirche Kartäusergasse | 1 Termin | 5,00 € | Nr. 1229S
Do., 26.11.2026, 18:00–21:30 Uhr
Katastrophe oder Hoffnung aus Jerusalem in diesen Zeiten?
Jerusalem – seit eh und je ein Ort der Sehnsucht und der Projektion: Biblischerseits wird Heil und Heilung von dort verheißen. In unseren Zeiten sehen wir andere Bilder und Informationen. Wir setzen uns mit Katastrophen und Hoffnungen aus Jerusalem in Thora, Bibel und Koran und mit dem heutigen Ost- und Westjerusalem auseinander. Dabei werden u.a. zivile Initiativen wie „Ir Amin“, „Standing together“, „Rabbis for Human rights“, „Tag Meir“, „Sabeel“ vorgestellt.
Haus der Kirche Kartäusergasse | Anmeldung erforderlich | 10,00 € | Nr. 1230S
Schalom und Widerstand
Katrin Göring-Eckardt zu Gast im Kölner Dom und in der Melanchthon-Akademie
Wir freuen uns sehr, dass MdB Katrin Göring-Eckardt, Partei Bündnis 90/Die Grünen, langjähriges Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland im September 2026 unser Gast in verschiedenen Kontexten der Kölner Stadtgesellschaft sein wird:
„Zum Frieden verpflichtet. Köln, lass uns reden …“ – Am Freitag, 25.9., 16.30h wird sie im Ökumenischen Gottesdienst der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln eine Dialogpredigt gemeinsam mit einem prominenten Kölner Bürger:in halten. Unter der Überschrift „Köln, lass uns reden“ werden sie im Kontext des Jubiläums der Kölner Friedensverpflichtung zu der Frage ‚Wie trägt politische Verantwortung, das Aushalten von Meinungsverschiedenheiten, das Sich-Verstehen-Wollen, zu „Schalom“ und „Salam“, also gelingender und gerechter Gemeinschaft innerhalb der Stadtgesellschaft bei?
Im Anschluss an den Gottesdienst am 25.9. um 18 Uhr wird Katrin Göring-Eckardt im Domforum mit weiteren Gästen aus dem interreligiösen Spektrum der Stadt ins Gespräch kommen.
„Widerstand und demokratische Kultur“ – Am Montag, 28.9. um 19 Uhr im Haus der Kirche spricht Katrin Göring-Eckardt unmittelbar nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern über den Einfluss des Rechtsextremismus, über Widerstand und demokratische Kultur und ihr aktuelles Buch „Deutschland, lass uns reden. Eine Reise durch die Seele der Republik“ sprechen.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und der Evangelischen Studierendengemeinde Köln. Mo, 28.9., 19 Uhr | Eintritt frei | Haus der Kirche, Kartäusergasse 9-11
Aktuelles rund um die Kölner Friedensverpflichtung 2006-2026:
Di., 22.9. 18h 20 Jahre Kölner Friedensverpflichtung – im Kölner Rathaus
Di., 15.9. 19h Kick Off Abend zum Projekt ‚Kölner Friedensverpflichtung To Go‘
2.9. /21.9. /6.12. Multireligiöser Mitsingworkshop
Do, 5.11. 19h Kölner Friedensverpflichtung To Go: Aktuelle Kommentare und Resonanzen aus der Kölner Stadtgesellschaft und ihren Religionsgemeinschaften
‚Du gürtest mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit‘
Fr., 2.10. 17h Kick off für ein multireligiöses und interaktives Kunstprojekt zum Tag der Menschenrechte
Do., 10.12. 19h Tag der Menschenrechte – Kunst, Musik und Worte zum Menschenrecht
Foto: Dorothee Schaper
In den letzten Jahren ist rund um Nachhaltigkeit und Klimaschutz viel in Bewegung gekommen – doch mittlerweile hat der Wille zu einem ernsthaften ökologischen Wandel wieder rapide abgenommen. Gesellschaftlich und politisch driftet dieses Thema ins Abseits.
Aktuell fällt es in diesen unsicheren Zeiten manchmal schwer den Mut zu bewahren. Wie bleiben wir verbunden und können an einer besseren Zukunft mitwirken?
Auf dem Titelbild des 

Wussten Sie schon?
Das Titelbild dieses
Eva-Maria Antz, seit 2024 im EFI-Referentinnen-Team: „Das Interessante für mich ist, dass wir kein enges Curriculum haben. Wir können Impulse setzen, Orientierung anbieten – und die Teilnehmenden dann in ihrer Suche und in ihren Aufbrüchen unterstützend begleiten. Hervorheben möchte ich aber auch die Teilnehmenden: das ist immer eine spannende Zusammensetzung von Menschen mit vielen unterschiedlichen Erfahrungen, die sich in dieser Lebensphase und mit den Impulsen aus der Bildungswerkstatt auf einen neuen Weg machen – oft auch mit Neugierde, Lust und Freude. Das sind genau die richtigen Voraussetzungen für selbstbestimmtes Lernen, für eine gegenseitige Stärkung und für Selbstermächtigung.“
Tim Lahr: Weil sie im Alltag oft auseinandergerissen sind. Im Netz wird extrem viel gedacht – schnell, zugespitzt, oft aggressiv. In der Kirche wird oft geglaubt – manchmal zu wenig hinterfragt. Wir versuchen, beides wieder zusammenzubringen. Nicht abstrakt, sondern konkret im Raum. Dass Menschen, die sich sonst vielleicht nur in Kommentarspalten begegnen würden, plötzlich nebeneinandersitzen und merken: Da ist ein Mensch, nicht nur eine Meinung. Auch hier hilft uns dieser Dreischritt: Erst Information – also wirklich verstehen, worum es geht. Dann Kontemplation – aushalten, was das mit mir macht. Und erst dann Aktion – also Position beziehen. Das verändert die Qualität von Gesprächen komplett.
„Im Prinzip ist das Alter bei uns erlaubt, es wird nur nicht gern gesehen!“ – Diese spitze Bemerkung von Dieter Hildebrandt trifft den Kern einer gesellschaftlichen Herausforderung. Wie wir altern, ist nicht nur eine biologische Tatsache, sondern ein fortwährender Prozess der Inszenierung und Dekonstruktion.
„Undoing Age“: Die Befreiung von der Norm
Workshop-Details
Am 14. Oktober 2026 wird Margret Müller um 19.00 Uhr im Kollwitz Museum der diesjährige Giesberts-Lewin-Preis der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit verliehen. Mit dem Preis wurden in den letzten Jahren herausragende Persönlichkeiten wie z. B. Gerhart Baum, Beate Klarsfeld, Volker Beck, Dr. Barbara Becker-Jákli und Esther Bejarano mit der Band Microphone Mafia geehrt.
Das Ehepaar Müller besuchte unzählige Male Polen und die Ukraine, führte Interviews mit Überlebenden der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie, korrespondierte und sammelte Dokumente. Vertrauen entstand. Freundschaften entstanden. Die Bereitschaft und die Selbstverpflichtung, Verantwortung übernehmen zu wollen, blieb beständig.
Werner und Margret Müller haben bereits zugehört, als nur wenige zuhören wollten; Frau Müller spricht von „Zuhören als Lebensmotto“.
Spiritualität ist eine Übungspraxis, dieser Satz klingt banal. Doch wenn es darum geht, nicht darüber zu reden, sondern ins Handeln zu kommen, stoßen wir sehr schnell an unsere Grenzen.