„What do we want?

Climate Justice!

When do we want it?

Now!”

„What do we want? Climate Justice! When do we want it? Now!” Als im September 2019 dieser Ruf in Köln wiederholt aus einer Menge von 70.000 Teilnehmer:innen am Klimastreik zu hören war, war dies die Geburtsstunde der „Grannies for Future“. Ziel war, die Fridays for Future zu unterstützen, weil wir überzeugt waren, dass sie Recht hatten mit ihren Befürchtungen: Unsere Erde wäre für uns Menschen bald nicht mehr bewohnbar, wenn alles weiterliefe wie bisher. Die klimapolitischen Ziele – auf der Pariser Klimakonferenz im Jahr davor beschlossen – mussten endlich ernst genommen und politisch umgesetzt werden!

Wenn nicht wir Alten – die wir nicht mehr im Arbeitsalltag eingebunden sind, über viel selbstbestimmte Zeit verfügen und zudem häufig auf viel Erfahrung in sozialen Bewegungen zurückblicken – wer sollte sich denn engagieren?

Im Laufe der Jahre sind wir immer mehr geworden. Inzwischen sind es 40 bis 50 Personen, die sich regelmäßig treffen. Unsere Aktivitäten entwickeln wir jeweils aus der aktuellen Situation heraus. Wir verstehen uns als parteipolitisch unabhängig und Teil der Future-Bewegung und versuchen, unsere Möglichkeiten der Einflussnahme zu nutzen.

So haben wir vor den Wahlen versucht, unsere klimapolitischen Forderungen insbesondere älteren Menschen (ca. 40 % der Wahlberechtigten!) nahezubringen, weil wir denken, dass wir unsere Altersgruppe vielleicht leichter erreichen als die Jüngeren. Dass wir uns bereits in der Klimakrise befinden, Extremwetterereignisse wie Starkregen und Hitzeperioden zunehmen, haben wir im letzten Jahr speziell in Seniorennetzwerken thematisiert, weil Ältere zu den besonders von Hitze bedrohten Gruppen gehören.

Darüber hinaus hat sich im letzten Jahr eine weitere AG gebildet, die den Fokus auf die Situation in Köln richtet, wie die Stadt hitzeresilienter werden kann. Dazu werden wir direkt nach den Sommerferien eine Veranstaltung in der Melanchthon-Akademie machen.

Ein weiteres Angebot sind unsere klimapolitischen Erkundungen, die wir schon seit einigen Jahren durchführen – dankenswerterweise mit großartiger Unterstützung der Melanchthon-Akademie. Dabei handelt es sich um zweistündige Spaziergänge in Köln oder der Umgebung, an Orten, die uns klimapolitisch relevant erscheinen. Das können Naturschutzgebiete sein, aber auch Orte, an denen Bürgerinitiativen sich dafür einsetzen, dass ihr Veedel klima- und menschen-freundlicher wird, indem z. B. Parkplätze in Grünflächen umgewandelt werden, wo alle Altersgruppen sich gerne im öffentlichen Raum treffen und aufhalten. Diese Erkundungen sind kostenlos. Doch sammeln wir immer Spende für unseren jeweiligen Kooperationspartner:innen (wie Naturschutzverbände oder Bürger-Initiativen).

Mit den Erkundungen, die sich stets reger Nachfrage erfreuen, wollen wir auch zeigen, dass es Lösungsmöglichkeiten gibt, und diejenigen unterstützen, die sich auf den Weg gemacht haben – sei es, indem sie die Biodiversität stärken (wie zum Beispiel BUND oder NABU) oder die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum und somit auch das soziale Miteinander verbessern (z. B. Superblock-Initiativen).

Seit Kurzem probieren wir für uns neue öffentlichkeitswirksame Aktionsformen aus. Ein Beispiel sind Transparente, aufgehängt am Brückengeländer über einer Straße, auf der sich der Autoverkehr staut, um darauf aufmerksam zu machen, dass es Energiegewinnung gibt, die nicht nur klima-freundlicher ist, sondern auch unabhängig von großen Konzernen sowie Lieferengpässen und Verteuerungen aufgrund von kriegerischen Konflikten macht.

Da wir uns als Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung sehen, ist uns die Zusammenarbeit mit anderen Gruppen sehr wichtig. Anlässlich der letzten Kommunalwahl wurde das Netzwerk 2035 gegründet, in dem sich ca. 20 Gruppen zusammengeschlossen haben. Als Teil dessen wollen wir unterstützen, dass Köln tatsächlich bis 2035 klimaneutral wird.

Nicht destotrotz bleiben Demonstrationen – neben Ständen wie am „Klimatag im Zoo“ – auch für uns „Grannies for Future“ wichtige Aktionen, um auf die Bedrohung durch die Klimakatastrophe aufmerksam zu machen und auf die öffentliche Meinung einzuwirken. Dass nach einer Zeit, in der die Klimakrise immer mehr in den Hintergrund des öffentlichen Bewusstseins gedrängt wurde, sich dies auch wieder ändern kann, haben die Demos am 18. April gezeigt: In Köln waren wir zu 10.000 auf der Straße, insgesamt waren es 80.000 in nur vier deutschen Städten!

Lisa Löhr für die „Grannies for Future“ in Köln

Wer weitere Informationen sucht oder sich bei den „Grannies“ engagieren möchte, schaut auf die Webseite www.grannies-for-future-koeln.de

Programmhinweise

Hitze in der Stadt

Wie können wir mit der zunehmenden Hitze umgehen?

Die Grannies for Future Köln laden zu einem Info- und Gesprächsabend ein

Di, 1. September 2026, 18:00-19:30 Uhr

Klimapolitische Erkundungen

Im Spätsommer und Herbst wird es wieder drei „Klimapolitische Erkundungen“ geben. Nähere Infos dazu finden Sie ab August auf unserer Webseite.