Schlagwort: Rechtsextremismus

Warum werden Menschen rechtsradikal? Frühjahrstagung im März beleuchtet Ursachen, Motive und Prävention

Rechtsradikale Einstellungen sind längst kein Randphänomen mehr. Wahlerfolge extremistischer Parteien, rassistische Gewalt und antisemitische Ressentiments stellen Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt vor enorme Herausforderungen. Was treibt Menschen in rechtsradikale Denk- und Gefühlswelten? Welche psychologischen, sozialen und theologischen Faktoren wirken dabei – und wie kann Prävention gelingen?

Diesen Fragen widmet sich die Frühjahrstagung 2026 „Warum rechtsradikal? Ursachen, Motive und Prävention“, die am 13. und 14. März 2026 in Köln stattfindet. Veranstaltet wird sie gemeinsam von der Melanchthon-Akademie und der C. G. Jung-Gesellschaft Köln.

Die Tagung bringt Expert*innen aus Psychologie, Medizin, Theologie und politischer Bildungsarbeit zusammen und verbindet wissenschaftliche Analyse mit praxisnahen Perspektiven. Ziel ist es, Radikalisierungsprozesse besser zu verstehen und konkrete Handlungsmöglichkeiten für Gesellschaft, Kirche und Zivilgesellschaft aufzuzeigen.

Zum Auftakt am Freitag, 13. März, wird im ODEON-Lichtspieltheater der Spielfilm „Mit der Faust in die Welt schlagen“ gezeigt. Im anschließenden Filmgespräch gibt ein Berater von NinA NRW Einblicke in Ausstiegsarbeit aus extrem rechten Strukturen.

Am Samstag, 14. März, stehen Fachvorträge und Workshops im Mittelpunkt. Dr. Matthias Gabriel analysiert rechtsextreme Mythen im 21. Jahrhundert und ihr Radikalisierungspotenzial. Die Theologin Philine Lewek beleuchtet das Phänomen eines „neurechten Christentums“ und politische Deutungsmachtkonflikte.

Praxisnahe Workshops widmen sich dem Umgang mit rechten Parolen, den psychologischen Mechanismen von Fremdenangst sowie der Stärkung von Menschen und Organisationen in Bedrohungssituationen.

Termin: 13.–14. März 2026
Ort: Haus der evangelischen Kirche, Köln
Kosten: 95 Euro (inkl. Catering)

Weitere Informationen und Anmeldung:
www.melanchthon-akademie.de
www.cgjung.org

Seid sehr wachsam! Liane Bednarz und Arnd Henze über rechtes Gedankengut in der Kirche

Die Publizistin und Juristin Liane Bednarz warnt in ihrem Buch „Die Angstprediger. Wie rechte Christen Gesellschaft und Kirche unterwandern“ (München 2018) davor, dass rechte Bewegungen sich als „konservativ“ darstellen, aber unter diesem Deckmantel rechte, rechtsextreme und sogar rechtsradikale Positionen verbreiten und damit auch bei Christen ankommen. Sie wirbt daher für eine klare Unterscheidung zwischen Christen, die konservativ orientiert sind und „Christen mit Rechtsdrall“. Arnd Henze, Journalist und Autor des Buches „Kann Kirche Demokratie?“ (Freiburg 2019), hat sich ebenfalls intensiv mit dem Thema beschäftigt. Die beiden Referenten waren auf Einladung der Melanchthon-Akademie in diese gekommen, um über das Thema zu sprechen, zu diskutieren und auch zu debattieren.

 

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