Monat: Juni 2026

“Action speaks louder than words”?! Neues Programm der Melanchthon-Akademie für die zweite Jahreshälfte

Das neue Programm der Melanchthon-Akademie für die zweite Jahreshälfte ist nun erschienen und an mehr als 4300 Haushalte, an öffentliche Kultur-Orte und Gemeinden in Köln und Region verschickt worden. Interessierte können es ab sofort online einsehen, sich informieren und anmelden.

Köln. In einer zunehmend komplexen Welt neigen wir dazu, Krisen, gesellschaftlichen Umbrüchen und persönlichen Herausforderungen rein kognitiv zu begegnen: Wir analysieren, debattieren und theoretisieren – und stoßen dabei oft an die Grenzen dessen, was sich begreifen und verbal benennen lässt. Unter dem Leitmotiv „Action speaks louder than words?!“ wagt das neue Programm der Melanchthon-Akademie das bewusste Überschreiten der reinen Intellektualisierung, um Lernerfahrungen zu ermöglichen, die nicht nur den Kopf ansprechen, sondern den ganzen Menschen. Das Ziel: Ein praktischer, weltzugewandter und spürbarer Zugang zur Wirklichkeit, der neben dem Denken auch den Körper, das gelebte Handeln und die Emotionen als genuine Erkenntnisquellen nutzt. Dabei werden Räume eröffnet, in denen Erkenntnis nicht nur durch das Vermitteln von Theorien entsteht, sondern durch Begegnung, Bewegung, gemeinsames Tun und gelebte Praxis.

„Wir erleben in der Erwachsenenbildung oft Momente, in denen reines Faktenwissen zurücktreten muss, damit sich echtes Erfahrungs- und Lebenswissen entfalten kann“, erklärt Dr. Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie. Das aktuelle Veranstaltungsmagazin setzt genau hier an und rückt Erfahrungsräume in den Fokus, in denen Theorie in lebendige Praxis übergeht. Wie die Bewegung von der Kognition zum „Hands-on“-Erleben gelingt, zeigen unter anderem vier programmatische Highlights:

EFI – Erfahrungswissen für Initiativen
Die EFI-Bildungswerkstatt setzt auf das, was Menschen im nachberuflichen Leben bereits mitbringen: Erfahrungen, Fähigkeiten und gelebtes Wissen. Mithilfe des im Beruf gesammelten Expert:innenwissen entsteht hier ein gemeinsamer Lernraum, in dem Teilnehmende ihre Ideen entwickeln, Projekte anstoßen und gesellschaftliche Verantwortung praktisch übernehmen. Hier wird Demokratie diskutiert und gleichzeitig durch die unmittelbare, gemeinschaftliche Entwicklung von Initiativen als lebendiges Handeln erfahrbar gemacht.
EFI-Bildungswerkstatt: Startdatum Di., 6.10., 10 Uhr. Dozentinnen: K. Nell, L. Frohn, E. Antz

Qigong als heilsame Kraft in der Trauerarbeit
Wenn der Verlust eines geliebten Menschen zu Schock und innerer Lähmung führt, versagen rein kognitive Bewältigungsstrategien und Worte oft gänzlich. Trauer ist mehr als ein Gedanke – sie lebt im Körper. Dieses Angebot eröffnet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Mitten im Leben – Tod, Sterben und Trauer“ einen Zugang, der nicht primär über Worte oder Erklärungen führt, sondern über Atem, Bewegung und Achtsamkeit. Man übt, dem Stillstand des Todes mit fließenden, körperlichen Bewegungen zu begegnen. Das Denken tritt behutsam in den Hintergrund, während ein intuitives Körperwissen Platz greift und die emotionale Erstarrung über das physische Spüren gelöst wird.
Qigong als heilsame Kraft in der Trauer: Sa., 7.11., 10 Uhr. Dozentin: B. Calenberg

Wir werden, wer wir sind – Un/Doing Age
Wie entsteht Alter eigentlich? Und welche Bilder von Alter tragen wir in uns? Das Älterwerden wird soziologisch und biologisch meist als unveränderliche Tatsache oder starre Kategorie analysiert. Der Ansatz des „Un/Doing Age“ lenkt den Blick sensibel darauf, dass Alter ein fortwährender, aktiver Prozess der eigenen Inszenierung und des körperlichen Erlebens ist. Der Workshop lädt dazu ein, diese Fragen nicht nur theoretisch zu diskutieren, sondern die eigenen Altersrollen und Zuschreibungen wahrzunehmen, zu hinterfragen und spielerisch und körperbezogen auszuprobieren, um im Spannungsfeld gesellschaftlicher Erwartungen unsere zeitlose, innere Identität lebendig ausdrücken zu können.
Über die Kunst, das Altern neu zu gestalten. Doing Age: 12.9., 11 Uhr. Dozentin: E. Hopstein

Katrin Göring-Eckardt: „Köln, Deutschland lass uns reden“ – im ökumenischen Gottesdienst und im Gespräch mit Abraham Lehrer
Politische Verantwortung und demokratischer Widerstand erschöpfen sich in Zeiten von Krisen oft in theoretischen Debatten oder starren, medialen Schlagabtauschen. Im Zentrum dieser Begegnung steht nicht das fertige Urteil, sondern die demokratische Praxis des Gesprächs. Wie gelingt Zusammenhalt trotz unterschiedlicher Perspektiven? Wie wird aus politischer Verantwortung konkretes Handeln? Hier wird das „Sich-Verstehen-Wollen“ zu einer aktiven Beziehungsarbeit im städtischen Raum, in der lebendiger Dialog nicht nur Thema ist, sondern eingeübt und erlebt werden kann.
Katrin Göring-Eckardt, MdB und ehemalige Vizepräsidentin des Bundestages, wird – auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Köln – am Fr., 25.9. im Kölner Dom in einem ökumenischen Gottesdienst sprechen und am Mo., 28.9., 18 Uhr, in den Dialog mit Abraham Lehrer, dem stv. Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland im Haus der ev. Kirche, treten.

Gesellschaftliche Resilienz braucht beides: das Denken und das Tun. Die Fähigkeit zur Analyse ebenso wie den Mut, sich berühren zu lassen, Verantwortung zu übernehmen und Erfahrungen zu machen. Denn manches verstehen wir erst wirklich, wenn wir es nicht nur durchdenken, sondern leben.

Die Melanchthon-Akademie des Ev. Kirchenverbandes Köln und Region ist eine anerkannte Einrichtung der Erwachsenenbildung und hält ein vielseitiges Programm vor. In jedem Semester finden rund 300 Veranstaltungen statt.

Kontakt:

Melanchthon-Akademie
Sachsenring 6, 50677 Köln

0221.931803-0

www.melanchthon-akademie.de
www.melanchthon-blog.de

„Das Ohnmachtsgefühl darf nicht die Macht übernehmen“ – Heribert Prantl plädiert für ein AfD-Verbotsverfahren

„Liebe Demokratinnen und Demokraten in Köln“ – so begrüßte Heribert Prantl die Gäste in der bis auf den letzten Platz besetzten Lutherkirche und machte damit sogleich deutlich, worum es ihm an diesem Abend vor allem gehen würde. „Demokratie verteidigen – Verantwortung leben“ hatte er sein leidenschaftliches Plädoyer für die Beantragung der Prüfung eines AfD-Verbots überschrieben. „Warum sind die Widerstände so groß?“, fragte Prantl. „Wir Deutschen sind Weltmeister im Prüfen“, stellte er fest und attestierte den politisch Verantwortlichen „mangelndes demokratisches Selbstbewusstsein“. Das Auftreten der AfD widerspreche der Würde des Parlaments. Er verwies auf den Artikel 18 des Grundgesetzes, der vorsieht, dass, wer seine Grundrechte missbraucht, um gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung vorzugehen, diese Grundrechte – von besonderer Bedeutung wäre hier das passive Wahlrecht – verwirkt. Ein besonderes Lob hatte Heribert Prantl hingegen für die beiden großen Kirchen, die sich klar und unmissverständlich gegen die AfD ausgesprochen hätten.

Demokratie ist mehr als ein Wahltag

Nicole Schweiß führte in der Lutherkirche durch einen Abend voller Engagement und Dringlichkeit.

„Wahltage sind die Geburtstage der Demokratie“, erklärte Prantl, mahnte aber gleichzeitig, sich nicht auf diese „Stippvisiten“ zu verlassen, sondern demokratische Prinzipien auch zwischen den Wahlterminen zu leben und zu verteidigen. Vielmehr sei die Demokratie eine „Wertegemeinschaft“. Die Würde des – also jedes! – Menschen sei unantastbar. Dabei gehe es um den konkreten Schutz von Menschen. Prantl forderte „Mut zur Intoleranz“ gegenüber den Feinden der Demokratie. Eine gute Demokratie sei nicht werteneutral. „So ein Prüfverfahren ist nichts Unanständiges“, betonte der promovierte Jurist und forderte: „Wir dürfen den 8. Mai 1945 nicht vom 30. Januar 1933 trennen.“

Prantl wies darauf hin, dass das Grundgesetz neben besagtem Artikel 18, der sich auf Einzelpersonen bezieht, mit dem Artikel 21 auch einen Artikel beinhalte, der in Absatz 2 ausdrücklich die Möglichkeit des Verbots verfassungswidriger Parteien vorsieht. Heribert Prantl kritisierte, dass es bisher noch keinen Antrag gemäß Artikel 18 gegeben habe, obwohl jeder Ministerpräsident / jede Ministerpräsidentin einen solchen Antrag stellen könnte.

Das Grundgesetz als lebendiges Dokument

Wie sehr das Grundgesetz immer wieder auf aktuelle Ereignisse und Erfordernisse reagiert hat und somit alles andere als ein starrer, bisweilen anachronistischer Verfassungstext ist, zeigte Heribert Prantl anhand von Art. 20, Abs. 4 – dem sogenannten „Widerstandsartikel“ – auf. Dieser wurde erst 1968 hinzugefügt, erlebte zu Corona-Zeiten ein eher unerfreuliches Revival und schreibt fest: „Sollte die demokratische Ordnung abgeschafft werden und keine anderen Abhilfemöglichkeiten bestehen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand gegen diejenigen, die diese Ordnung beseitigen wollen.“ Zu diesem Widerstand zählte Prantl auch die Aktionen des Bündnisses „AfD-Verbot jetzt!“ als Mitveranstalter des Abends und mutmaßte: „Die Erfinder der wehrhaften Demokratie – die Politologen Karl Löwenstein und Karl Mannheim (P.M.) – würden sich über die Aktionen freuen.“

Einen der zentralen Programmpunkte der AfD bildet eine Verschärfung der Migrationspolitik, gipfelnd in der – nun auch im Parteiprogramm so genannten – „Remigration“. Heribert Prantl erinnerte in diesem Zusammenhang an den seit 2001 begangenen Weltflüchtlingstag (20. Juni). „Recht bleibt auch dann Recht, wenn die Mächtigen sich nicht darum scheren!“ Prantl bezeichnete die 2013 gegründete AfD als eine „Partei in der Verwandlung“, die sich von einer „Rechtsaußenpartei“ zu einer „Rechtsdraußenpartei“ entwickelt habe. Alice Weidel und Tino Chrupalla seien die „Protagonisten der finalen Radikalisierung“. Zwar gab Prantl zu, dass ein Parteiverbot den Rechtsradikalismus nicht beseitigen werde; dieses würde jedoch zum Beispiel verhindern, dass weiterhin zweistellige Millionenbeträge in die Finanzierung der parteinahen Desiderius-Erasmus-Stiftung flössen. Der 1536 verstorbene Gelehrte könne sich nicht mehr gegen die Vereinnahmung wehren. Für Prantl ein Vorgang von „Orwellscher Perfidie“. Am Schluss seines engagierten Vortrags stand daher ein eindringlicher Appell: „Wir sollten nicht warten, bis es zu spät ist!“

Lebhafte Diskussion und ein Wunsch ans Parlament

Im Foyer konnten sich die Teilnehmenden noch an der Unterschriftenaktion für ein AfD-Verbotsverfahren beteiligen

Erwartungsgemäß war der Diskussionsbedarf an diesem Abend groß. Unter anderem wurde auf die politische Lage in den östlichen Bundesländern hingewiesen: „Stellen Sie sich vor, Sie wären Oberbürgermeister von Görlitz …“, forderte ein Teilnehmer Heribert Prantl auf. Dieser äußerte die Hoffnung, ein Verbotsverfahren könnte eine disziplinierende Wirkung auf die AfD haben – im Gegensatz zu der Ansicht, in der Regierungsverantwortung würde sich die Partei mit Sachzwängen konfrontiert sehen und sich „selbst entzaubern“. Auch die von der AfD in den neuen Bundesländern gerne angenommene Rolle der bürgernahen „Kümmererpartei“ kam zur Sprache. Viele Wortmeldungen bezogen sich auf die Möglichkeit der konkreten Ansprache (potenzieller) AfD-Wähler*innen. An Argumenten sollte es nach diesem Abend wohl nicht mangeln. Schließlich wünschte sich eine Teilnehmerin, Heribert Prantl möge diese Rede vor dem Deutschen Bundestag halten. Prantl wäre jedenfalls nicht abgeneigt …

Text und Fotos: Priska Mielke/APK

Diskussionsabend „Demokratie verteidigen“ am 19. Juni: Interview mit Heribert Prantl zu AfD-Verbot

Demokratie verteidigen – Verantwortung leben: Der Journalist, Publizist und Autor Professor Heribert Prantl spricht am Freitag, 19. Juni, 19.30 Uhr bis 21 Uhr, in der Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 2–4, über die Verteidigung der Demokratie.

Unter dem Leitgedanken „Zu den Freiheiten der Demokratie gehört es nicht, die Demokratie umzubringen“ thematisiert Prantl die Frage eines AfD-Verbotsverfahrens und die gesellschaftliche Verantwortung, demokratische Grundwerte aktiv zu schützen. Die Moderation übernimmt Nicole Schweiß. Die kostenfreie Veranstaltung ist eine Kooperation von NRW Appell, der Lutherkirche, der Initiative „AfD-Verbot jetzt“ und der Melanchthon-Akademie.

Warum Demokratie mehr braucht als Vertrauen und warum ihre Verteidigung alle angeht, das erklärt Heribert Prantl im Interview:

„Zu den Freiheiten der Demokratie gehört es nicht, die Demokratie umzubringen.“ Warum ist dieser Satz gerade jetzt so aktuell?

Heribert Prantl: Weil die AfD drauf und dran ist, die Demokratie zu erwürgen. „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Dieser Haupt- und Eingangssatz des Grundgesetzes hat Auswirkungen darauf, wie der Verfassungsstaat mit denen umgehen soll, die dieses höchste aller Grundrechte verbiegen und verachten. Gewiss: Die AfD findet derzeit viel Zustimmung, ihre Prozentanteile in den Umfragen sind hoch. Aber der Schutz der Menschenwürde steht nicht unter einem Prozentvorbehalt. Im Gegenteil: Je stärker eine Partei ist, die die Menschenwürde angreift, desto wichtiger ist es, die Waffen der wehrhaften Demokratie zu entrosten. Es geht nicht einfach nur um einen abstrakten Schutz der Demokratie. Es geht um den konkreten Schutz von Menschen – von Migrantinnen und Migranten, von Jüdinnen und Juden, von Menschen mit Behinderungen. 

Was erwarten die Besucherinnen und Besucher Ihres Vortrags in Köln – welche Fragen möchten Sie gemeinsam mit dem Publikum diskutieren?

Heribert Prantl: Ist der Aufstieg der AfD ein Indiz für eine Krise der Demokratie? Hat diese Krise auch damit zu tun, dass bei den demokratischen Parteien der Grundrechtsstolz bröckelt? Es fehlt die unverdrossene und mutige Zuversicht, die die Mütter und Väter des Grundgesetzes hatten. Sie hatten, in schwierigsten Zeiten, die Kraft der Hoffnung – und mit dieser Kraft haben sie die Grundrechte geschrieben. Den demokratischen Parteien fehlen heute diese Kraft und dieser Stolz bei deren Verteidigung. Der Glaube vieler Menschen an die Potenz der Demokratie als Werte- und Zukunftsgemeinschaft ist daher kleiner geworden. Umso wichtiger ist die Kraft der Hoffnung; sie lässt die Welt nicht zum Teufel gehen.

Die Debatte um ein mögliches AfD-Verbotsverfahren wird kontrovers geführt. Was möchten Sie Menschen mitgeben?

Heribert Prantl: Ein Prüfverfahren ist nichts Unanständiges. Im Gegenteil! Wir sind doch sonst im Prüfen so stark – siehe den TÜV, siehe Stiftung Warentest! Da wollen wir doch nicht ausgerechnet bei der wichtigsten Frage der Demokratie auf eine Prüfung verzichten. So ein Prüf- und Verbotsantrag ist der sichtbare Ausdruck des rechtsstaatlichen Widerstands gegen Extremismus und grundgesetzfeindliche Kraftmeierei. Und: Ein Verbotsantrag ist nicht einfach nur ein Verbotsantrag gegen eine Partei, es ist ein Antrag für eine wehrhafte Demokratie und für den Schutz der Menschen, gegen die die AfD agitiert und die sie aus dem Land treiben will, Remigration nennt sie das. Es handelt sich um Deportation. Das muss verhindert werden – mit Kraft und Power; mit einem Parteiverbot!

Eine Anmeldung unter Telefon 0221/9318030 oder per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de ist erwünscht.

Text: APK

Foto: APK/Canva/Nina Tenhumberg

Christliche Wohngemeinschaft auf dem Campus Kartause kommt nicht zustande

Die geplante christliche Wohngemeinschaft auf dem Campus Kartause wird nicht realisiert. Nach einem intensiven Prozess mit Gesprächen, Begegnungen und gemeinsamer Suche hat sich gezeigt, dass sich nicht genügend Personen verbindlich für das Wohnprojekt interessiert haben.

Die Idee der Wohngemeinschaft war von der Vision getragen, gemeinsames Leben, Glauben und Alltag miteinander zu verbinden. Inspiriert von der ökumenischen Community auf Iona sollte ein Ort entstehen, an dem Menschen ihren Alltag teilen, christliche Spiritualität leben und sich auf eine verbindliche Form des Miteinanders einlassen. Begleitet wurde der Prozess unter anderem von Pfarrerin Charlotte Horn, Leiterin der Evangelischen TelefonSeelsorge Köln, und Antje Rinecker, Studienleiterin für Spiritualität an der Melanchthon-Akademie.

Auch wenn das Projekt nun nicht umgesetzt wird, bleibt die Dankbarkeit für das große Engagement aller Beteiligten. Viele Menschen haben Zeit, Gedanken, Hoffnungen und Fragen eingebracht. In den Gesprächen wurde spürbar, wie wertvoll es ist, neue Formen christlichen Lebens und Wohnens zu denken und gemeinsam auszuloten. Der Campus Kartause bleibt ein Ort, an dem Gemeinschaft, Glaube und neue Formen kirchlichen Lebens weitergedacht werden. Die Erfahrungen aus dem Prozess der christlichen Wohngemeinschaft werden dabei nicht verloren gehen, sondern können Impulse für künftige Ideen und Entwicklungen geben.

Weitere Informationen:

www.campuskartause.de

Gottesdienst zu ökologischen Themen: „Mensch, Erde!“ am 14. Juni in der Matthäuskirche

Die Erde brennt und die Schöpfung stöhnt: Die ökologische Zerstörung schreitet weiter voran. In Zeiten wie diesen tut es Not, auch die spirituelle Dimension der (Klima-)Krise wahrzunehmen und ihr Aufmerksamkeit zu schenken. Der nächste Gottesdienst mit dem Titel „Mensch, Erde!“ findet am 14. Juni um 11:15 Uhr in der Matthäuskirche in Köln-Lindenthal statt.

„Mensch, Erde!“ ist eine besondere Gottesdienstform, die der ökologischen Krise einen geistlichen Ort gibt. Ein Ort für Christ:innen, die von Klimawandel und Schöpfungsliebe bewegt sind. Es ist ein liturgisches Format, in dem der Schmerz um Gottes Schöpfung wahrgenommen und den spirituellen Fragen in dieser Krise Raum gegeben wird.

„Mensch, Erde!“ will dabei auch informieren, inspirieren und unterstützen, ins Handeln zu kommen. Die Verbindung von Spiritualität und praktischem Handeln ist ein zentrales Anliegen dieser Gottesdienstform.

„Mensch, Erde!“ ist letztlich von Dorothee Sölles „Politischem Nachtgebet“ inspiriert. Dieses war dafür bekannt, spirituelle Erfahrungen mit den drängendsten gesellschaftlichen Problemen zu verknüpfen. Es bot einen Raum, um die sozialen, politischen und ethischen Fragen ihrer Zeit zu reflektieren. Diese Idee ist es, die wieder aufgegriffen wird.

Getragen wird das „Mensch, Erde!“ von der Evangelischen Studierenden-Gemeinde Köln, der Melanchthon-Akademie und vor allem von engagierten Christ:innen aus Köln.

Der Gottesdienst „Mensch, Erde!““ findet einmal im Quartal in wechselnden Kirchengemeinden in Köln statt. Unter diesem Titel finden seit dem Frühjahr 2022 Gottesdienste zu ökologischen Themen statt.

Frühere Gottesdienste:

22.02.2026 Mensch Erde. Voll rabenschwarzer Zuversicht

16.11.2025 Mensch Erde. Keine Hoffnung ohne Zumutung

07.09.2025 Mensch Erde. Gott und Natur

26.05.2025 Was wäre, wenn wir mutig sind?

16.03.2025 Mensch Erde. Kleidung

19.11.2024 Mensch Erde. Von der Würde der Tiere.

25.08.2024 Mensch Erde. Angst, Wut, Hoffnung in der Klimakrise.

15.03.2024 Mensch Erde. Am Puls der Schöpfung.

08.10.2023 Ökologisches Abendgebet. Zwischen Anpassen und Vorbeugen

23.07.2023 Ökologisches Abendgebet

16.04.2023 Ökologisches Abendgebet. Der Baum – mehr als nur ein Freund

22.01.2023 Ökologisches Abendgebet

13.11.2022 Ökologisches Abendgebet. Vielfalt statt Einfalt

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