Monat: Juni 2026

Diskussionsabend „Demokratie verteidigen“ am 19. Juni: Interview mit Heribert Prantl zu AfD-Verbot

Demokratie verteidigen – Verantwortung leben: Der Journalist, Publizist und Autor Professor Heribert Prantl spricht am Freitag, 19. Juni, 19.30 Uhr bis 21 Uhr, in der Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 2–4, über die Verteidigung der Demokratie.

Unter dem Leitgedanken „Zu den Freiheiten der Demokratie gehört es nicht, die Demokratie umzubringen“ thematisiert Prantl die Frage eines AfD-Verbotsverfahrens und die gesellschaftliche Verantwortung, demokratische Grundwerte aktiv zu schützen. Die Moderation übernimmt Nicole Schweiß. Die kostenfreie Veranstaltung ist eine Kooperation von NRW Appell, der Lutherkirche, der Initiative „AfD-Verbot jetzt“ und der Melanchthon-Akademie.

Warum Demokratie mehr braucht als Vertrauen und warum ihre Verteidigung alle angeht, das erklärt Heribert Prantl im Interview:

„Zu den Freiheiten der Demokratie gehört es nicht, die Demokratie umzubringen.“ Warum ist dieser Satz gerade jetzt so aktuell?

Heribert Prantl: Weil die AfD drauf und dran ist, die Demokratie zu erwürgen. „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Dieser Haupt- und Eingangssatz des Grundgesetzes hat Auswirkungen darauf, wie der Verfassungsstaat mit denen umgehen soll, die dieses höchste aller Grundrechte verbiegen und verachten. Gewiss: Die AfD findet derzeit viel Zustimmung, ihre Prozentanteile in den Umfragen sind hoch. Aber der Schutz der Menschenwürde steht nicht unter einem Prozentvorbehalt. Im Gegenteil: Je stärker eine Partei ist, die die Menschenwürde angreift, desto wichtiger ist es, die Waffen der wehrhaften Demokratie zu entrosten. Es geht nicht einfach nur um einen abstrakten Schutz der Demokratie. Es geht um den konkreten Schutz von Menschen – von Migrantinnen und Migranten, von Jüdinnen und Juden, von Menschen mit Behinderungen. 

Was erwarten die Besucherinnen und Besucher Ihres Vortrags in Köln – welche Fragen möchten Sie gemeinsam mit dem Publikum diskutieren?

Heribert Prantl: Ist der Aufstieg der AfD ein Indiz für eine Krise der Demokratie? Hat diese Krise auch damit zu tun, dass bei den demokratischen Parteien der Grundrechtsstolz bröckelt? Es fehlt die unverdrossene und mutige Zuversicht, die die Mütter und Väter des Grundgesetzes hatten. Sie hatten, in schwierigsten Zeiten, die Kraft der Hoffnung – und mit dieser Kraft haben sie die Grundrechte geschrieben. Den demokratischen Parteien fehlen heute diese Kraft und dieser Stolz bei deren Verteidigung. Der Glaube vieler Menschen an die Potenz der Demokratie als Werte- und Zukunftsgemeinschaft ist daher kleiner geworden. Umso wichtiger ist die Kraft der Hoffnung; sie lässt die Welt nicht zum Teufel gehen.

Die Debatte um ein mögliches AfD-Verbotsverfahren wird kontrovers geführt. Was möchten Sie Menschen mitgeben?

Heribert Prantl: Ein Prüfverfahren ist nichts Unanständiges. Im Gegenteil! Wir sind doch sonst im Prüfen so stark – siehe den TÜV, siehe Stiftung Warentest! Da wollen wir doch nicht ausgerechnet bei der wichtigsten Frage der Demokratie auf eine Prüfung verzichten. So ein Prüf- und Verbotsantrag ist der sichtbare Ausdruck des rechtsstaatlichen Widerstands gegen Extremismus und grundgesetzfeindliche Kraftmeierei. Und: Ein Verbotsantrag ist nicht einfach nur ein Verbotsantrag gegen eine Partei, es ist ein Antrag für eine wehrhafte Demokratie und für den Schutz der Menschen, gegen die die AfD agitiert und die sie aus dem Land treiben will, Remigration nennt sie das. Es handelt sich um Deportation. Das muss verhindert werden – mit Kraft und Power; mit einem Parteiverbot!

Eine Anmeldung unter Telefon 0221/9318030 oder per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de ist erwünscht.

Text: APK

Foto: APK/Canva/Nina Tenhumberg

Christliche Wohngemeinschaft auf dem Campus Kartause kommt nicht zustande

Die geplante christliche Wohngemeinschaft auf dem Campus Kartause wird nicht realisiert. Nach einem intensiven Prozess mit Gesprächen, Begegnungen und gemeinsamer Suche hat sich gezeigt, dass sich nicht genügend Personen verbindlich für das Wohnprojekt interessiert haben.

Die Idee der Wohngemeinschaft war von der Vision getragen, gemeinsames Leben, Glauben und Alltag miteinander zu verbinden. Inspiriert von der ökumenischen Community auf Iona sollte ein Ort entstehen, an dem Menschen ihren Alltag teilen, christliche Spiritualität leben und sich auf eine verbindliche Form des Miteinanders einlassen. Begleitet wurde der Prozess unter anderem von Pfarrerin Charlotte Horn, Leiterin der Evangelischen TelefonSeelsorge Köln, und Antje Rinecker, Studienleiterin für Spiritualität an der Melanchthon-Akademie.

Auch wenn das Projekt nun nicht umgesetzt wird, bleibt die Dankbarkeit für das große Engagement aller Beteiligten. Viele Menschen haben Zeit, Gedanken, Hoffnungen und Fragen eingebracht. In den Gesprächen wurde spürbar, wie wertvoll es ist, neue Formen christlichen Lebens und Wohnens zu denken und gemeinsam auszuloten. Der Campus Kartause bleibt ein Ort, an dem Gemeinschaft, Glaube und neue Formen kirchlichen Lebens weitergedacht werden. Die Erfahrungen aus dem Prozess der christlichen Wohngemeinschaft werden dabei nicht verloren gehen, sondern können Impulse für künftige Ideen und Entwicklungen geben.

Weitere Informationen:

www.campuskartause.de

Gottesdienst zu ökologischen Themen: „Mensch, Erde!“ am 14. Juni in der Matthäuskirche

Die Erde brennt und die Schöpfung stöhnt: Die ökologische Zerstörung schreitet weiter voran. In Zeiten wie diesen tut es Not, auch die spirituelle Dimension der (Klima-)Krise wahrzunehmen und ihr Aufmerksamkeit zu schenken. Der nächste Gottesdienst mit dem Titel „Mensch, Erde!“ findet am 14. Juni um 11:15 Uhr in der Matthäuskirche in Köln-Lindenthal statt.

„Mensch, Erde!“ ist eine besondere Gottesdienstform, die der ökologischen Krise einen geistlichen Ort gibt. Ein Ort für Christ:innen, die von Klimawandel und Schöpfungsliebe bewegt sind. Es ist ein liturgisches Format, in dem der Schmerz um Gottes Schöpfung wahrgenommen und den spirituellen Fragen in dieser Krise Raum gegeben wird.

„Mensch, Erde!“ will dabei auch informieren, inspirieren und unterstützen, ins Handeln zu kommen. Die Verbindung von Spiritualität und praktischem Handeln ist ein zentrales Anliegen dieser Gottesdienstform.

„Mensch, Erde!“ ist letztlich von Dorothee Sölles „Politischem Nachtgebet“ inspiriert. Dieses war dafür bekannt, spirituelle Erfahrungen mit den drängendsten gesellschaftlichen Problemen zu verknüpfen. Es bot einen Raum, um die sozialen, politischen und ethischen Fragen ihrer Zeit zu reflektieren. Diese Idee ist es, die wieder aufgegriffen wird.

Getragen wird das „Mensch, Erde!“ von der Evangelischen Studierenden-Gemeinde Köln, der Melanchthon-Akademie und vor allem von engagierten Christ:innen aus Köln.

Der Gottesdienst „Mensch, Erde!““ findet einmal im Quartal in wechselnden Kirchengemeinden in Köln statt. Unter diesem Titel finden seit dem Frühjahr 2022 Gottesdienste zu ökologischen Themen statt.

Frühere Gottesdienste:

22.02.2026 Mensch Erde. Voll rabenschwarzer Zuversicht

16.11.2025 Mensch Erde. Keine Hoffnung ohne Zumutung

07.09.2025 Mensch Erde. Gott und Natur

26.05.2025 Was wäre, wenn wir mutig sind?

16.03.2025 Mensch Erde. Kleidung

19.11.2024 Mensch Erde. Von der Würde der Tiere.

25.08.2024 Mensch Erde. Angst, Wut, Hoffnung in der Klimakrise.

15.03.2024 Mensch Erde. Am Puls der Schöpfung.

08.10.2023 Ökologisches Abendgebet. Zwischen Anpassen und Vorbeugen

23.07.2023 Ökologisches Abendgebet

16.04.2023 Ökologisches Abendgebet. Der Baum – mehr als nur ein Freund

22.01.2023 Ökologisches Abendgebet

13.11.2022 Ökologisches Abendgebet. Vielfalt statt Einfalt

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