Das Titelbild dieses Programms entstand bei einem Treffen der EFI-Community. Was hat es damit auf sich?
Seit über zehn Jahren werden in der Melanchthon-Akademie mit der EFI-Bildungswerkstatt jährlich Seminare zur Stärkung des zivilgesellschaftlichen, ehrenamtlichen Engagements angeboten. Die Bezeichnung EFI ist einem Bundesprogramm entlehnt und steht als Abkürzung für „Erfahrungswissen für Initiativen“.
Im Mittelpunkt der Bildungswerkstatt steht die Verbindung von Persönlichkeitsentwicklung mit Projekt- und Organisationsentwicklung – und dies immer im Zusammenhang mit der Frage, wie Demokratie, wie ein demokratisches Miteinander in der pluralen Gesellschaft gefördert werden kann. Teilnehmende erhalten und geben sich gegenseitig Impulse und Ideen, die sie dabei unterstützen, ihren eigenen, ganz persönlichen Weg ins gesellschaftliche Engagement zu finden.
Über die Bildungswerkstätten hat sich seit 2019 eine EFI-Community mit zwei Gruppen und insgesamt 26 Aktiven etabliert, die sich in regelmäßigen Abständen treffen.
Was bedeutet den Referentinnen der Bildungswerkstatt EFI?
Karin Nell, seit Beginn des bundesweiten Projekts „Erfahrungswissen für Initiativen“ 2005 mit „im EFI-Boot“ und seit 2010 für das EFI-Programm an der Melanchthon-Akademie tätig: „EFI ist für mich ein think tank, ein wertvolles Entwicklungs-Netzwerk von und für Menschen im nachberuflichen Leben. Es ist am Rand der klassischen Erwachsenenbildungsarbeit und Freiwilligenarbeit entstanden. Es ist alltagstauglich. Und es hat Tiefgang.
Im EFI-Programm geht es nicht darum, schlaue Teilnehmer:innen noch schlauer zu machen und „helfende Hände” für gesellschaftliche Aufgaben zu gewinnen. Es geht vielmehr darum, zukünftige gesellschaftliche Herausforderungen zu erkennen, das in den Gruppen vorhandene (Erfahrungs-)Wissen zu ermitteln und zu bündeln, Kompetenzen und Begabungen kreativ zusammenzuführen und alte und neue Ideen klug zu vernetzen. Wichtig ist es, ins Handeln zu kommen und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Über das EFI-Programm hat sich eine Szene gebildet, die neue Konzepte und neue Formate des freiwilligen nachberuflichen Engagements prägt.“
Eva-Maria Antz, seit 2024 im EFI-Referentinnen-Team: „Das Interessante für mich ist, dass wir kein enges Curriculum haben. Wir können Impulse setzen, Orientierung anbieten – und die Teilnehmenden dann in ihrer Suche und in ihren Aufbrüchen unterstützend begleiten. Hervorheben möchte ich aber auch die Teilnehmenden: das ist immer eine spannende Zusammensetzung von Menschen mit vielen unterschiedlichen Erfahrungen, die sich in dieser Lebensphase und mit den Impulsen aus der Bildungswerkstatt auf einen neuen Weg machen – oft auch mit Neugierde, Lust und Freude. Das sind genau die richtigen Voraussetzungen für selbstbestimmtes Lernen, für eine gegenseitige Stärkung und für Selbstermächtigung.“
Lisa Frohn: „Für mich ist EFI seit 2013 ein Teil meines Lebens. Erst als Teilnehmerin der Seminare, damals mit Karin Nell als Referentin, später dann, ab 2017, als Teil des Referentinnen-Teams. Bei EFI nutzen wir die Freiheit der nachberuflichen Lebensphase als Möglichkeit, „einfach immer weiter zu lernen“, und das nicht nur in den EFI-Seminaren, sondern auch anschließend in den monatlichen Community-Treffen, wo wir unsere Themen selbst wählen, die Methoden, die in der Bildungswerkstatt erlernt wurden, nutzen und jedes Mal neu ausmachen, wer welche Rolle für die jeweils anstehenden Aufgaben übernimmt. EFI ist für mich gemeinsames selbstbestimmtes Lernen im Alter, das in einem Raum zwischen institutionell organisiertem und selbstorganisiertem Lernen stattfindet. Die Melanchthon-Akademie unterstützt diese freie Form des miteinander Lernens, indem sie Räume und Infrastruktur zur Verfügung stellt. Für das Vertrauen, und auch für den Kaffee, den Tee und die Kekse, sind alle EFIs der Akademie sehr dankbar.“
Die nächste EFI-Bildungswerkstatt findet an drei Doppelterminen statt: am 6. & 7. Oktober, am 13. & 14. Oktober und am 3. & 4. November 2026. Wer nach der Teilnahme an der Bildungswerkstatt „einfach weiter voneinander und miteinander lernen“ möchte, hat die Möglichkeit, Teil der EFI-Community zu werden.
Stimmen aus der EFI-Community, die Lisa Frohn „eingefangen“ hat:
Auguste: „Ich bin seit 2019 Teil der EFI-Community – für mich ein Ort, an dem ich wachsen, Impulse mitnehmen und mich aktiv einbringen kann.“
Eleonore: „Direkt nachdem ich in Rente gegangen bin, habe ich an der Bildungswerkstatt teilgenommen. Ich finde es toll, mich in regelmäßigen Abständen mit dieser Gruppe zu treffen und da auch immer wieder auf bekannte Gesichter zu stoßen. Der Austausch ist mir wichtig, das Miteinandersprechen, neue Eindrücke zu bekommen von dem, was die anderen machen. Ich lerne immer etwas, manchmal sehr überraschende Dinge, alltägliche Dinge oder überhaupt lerne ich neue Themen kennen, neue Arten und Weisen, wie man mit Dingen umgeht, mit Themen umgeht.“
Gisela: „EFI ist für mich eine wichtige Gruppe geworden in der ich in einem geschützten Raum, Methoden aus den Bereichen Theater und Supervision, die ich in Aus- und Weiterbildungen erlernt habe, anwenden kann. Aber genauso lerne ich von den anderen, wir bereichern und inspirieren uns gegenseitig.“
Claudia L.: „EFI bedeutet für mich, qualitativ sehr hoher Austausch mit Gleichgesinnten zu gesellschaftsrelevanten gesellschaftspolitischen Themen, und darüber hinaus auch manchmal Austausch etwas mehr im privateren Bereich. Ich freue mich jedes Mal auf diese Runden, weil sie mir sehr viel geben.“
Gülsen: „Mich interessieren die unterschiedlichen Personen, deren Gedanken, deren Lebensweisen, das inspiriert mich und hilft mir auch, mir selber bewusst zu werden, was ich will, was ich kann. Und ja, es ist eine ganz tolle Gruppe. Und ich freue mich immer wieder, einmal im Monat dabei zu sein.“
Ulrich: „EFI ist für mich ein Erfahrungsraum, in dem ich mich inspiriert fühle durch das Netzwerk, durch die Äußerungen und durch die Ideen der anderen. Und es ist auch eine kleine Denkfabrik, wo sich einfach neue Aspekte für mich eröffnen und ich neue Ideen habe, was noch alles in meinem Leben geschehen könnte.“
Doro: „Ich definiere die Gruppe für mich als Möglichkeit eines Denkraumes. Und ich merke, dass sich unsere Zusammentreffen sehr auf meine Persönlichkeitsentwicklung auswirken. Darüber hinaus geht es aber auch in andere private Kontexte, und es entstehen spannende Unterhaltungen.“
Harald: „Für mich ist die EFI-Gruppe so ein über den Tellerrand schauen. Es sind manchmal Themen, die auf den ersten Blick völlig allgemein klingen, die dann aber durch die Methode, wie mit Sprechen & Zuhören den Raum schaffen, dass jeder seinen Teil einbringt, ohne dass das direkt kommentiert wird. Dabei kommen dann Aspekte raus, die ich oft überhaupt nicht erwartet habe. Und es ist gleichzeitig so eine Runde von Gleichaltrigen. Also ich bin in verschiedenen Initiativen beteiligt. Aber das ist anders, wenn man so mit einer Gruppe von Gleichaltrigen auch Themen bespricht, die halt mit Ende 60 und über 70 Thema sind. Dafür bin ich sehr dankbar.“
Klaus: „Für mich ist EFI einfach eine Auszeit und ein Ankommen, jedes Mal mit anderen Konstellationen, aber mit einem sehr starken und sehr großen Tiefgang. Diese Gruppe ist für mich sehr belebend und hat vor allen Dingen auch eine vollkommen andere Qualität als im normalen Umgang, den ich sonst pflege. Aus diesem Grunde ist mir EFI wirklich ans Herz gewachsen und trotz des Abstandes von einem Monat ist es jedes Mal wieder ein neues Ankommen.“
Claudia P.: „EFI war anfangs so eine Art Startrampe in eine neue Lebensphase nach dem Beruf, wo ich mich neu verorten konnte. Ich will nicht sagen, dass ich schon abgehoben habe, aber ich nehme diese Treffen als so eine Art Tankstelle wahr, wo ich Impulse kriege von anderen, wo ich mich reflektiere und auch mich überprüfen kann Und das nicht nur, um mein persönliches Wohlbefinden, meine Weiterentwicklung im Blick zu haben, sondern auch zu gucken, wo stehe ich als Einzelne zu anderen in der Nachbarschaft, im Freundeskreis. Vielleicht auch gesellschaftlich, weil die Zeiten sind ja so, wo viele über Vereinzelung und Isolierung sprechen, dass so ein Zusammenhalt wichtig ist.“
Bärbel: „Bei EFI sind viele Menschen in der gleichen Lebensphase wie ich; Menschen, die Lust haben, sich mit sich selbst und mit gesellschaftlichen Themen zu beschäftigen und durch das Besondere des intensiven Seminars am Beginn, haben wir uns sehr genau kennen gelernt und das macht es auch leichter, sich zu öffnen.“
Andrea: „Ich war immer schon neugierig auf Menschen und hab bei den EFIs viele andere neugierige, kluge Menschen, meist Frauen, gefunden, die mit mir seitdem auf dem Weg sind. Und ich habe auch viel entwickelt, wie zum Beispiel mir mehr zuzutrauen, auch methodisch für andere Gruppen mal eine Moderation zu machen oder irgendeine Methode einzuführen, das hab ich bei EFI gelernt.“
Annette: „Ich finde bei EFI den Austausch mit Menschen, mit Frauen hauptsächlich, mit denen ich sonst nicht zusammengekommen wäre.“
Eva: „Ich bin seit 2017 bei EFI, und der Austausch unter ähnlich alten Frauen ist für mich so eine Bereicherung. Ich erfahre hier auch Ermutigung für Veränderungen bzw. ich weiß, dass ich Veränderungen gestalten möchte und bekomme hier ganz wichtige Impulse. EFI ist für mich Kommunikation in ganz verschiedenen Formen und eine ganz wunderbare Erfahrung.“
Marlene: „EFI ist für mich eine Gruppe von Menschen mit denen ich gerne zusammen bin. Aus unterschiedlichen Richtungen haben wir uns in der Gruppe zusammengefunden. Wir wagen Neues, finden Vertrauen, lachen und weinen und denken und begleiten uns auf schwierigen Wegstrecken. EFI ist für mich ein Anker im Strudel des Alltags. Hier darf ich sein und werde nicht übervorteilt, verurteilt und ausgegrenzt. Ich liebe die Treffen und trage gerne meinen Teil bei.“