
Christian Rutishauser. Copyright: Christof Wolf SJ
Eva Reichmann, Kurt Scharf, Hellmut Gollwitzer, Friedrich Dürrenmatt, Manès Sperber, Eugen Kogon, Isaac Singer, Schalom Ben-Chorim, Helene Jacobs, Hildegard Hamm-Brücher und Annemarie Renger, Aktion Sühnezeichen/Kirchliche Friedensdienste, Richard von Weizäcker, Schule ohne Rassismus, Mirjam Pressler, Angela Merkel, Peter Maffay, die Stiftung Neue Synagoge, Nikolaus Schneider … Der Berliner Theologe (+ 2003) Friedrich-Wilhelm Marquardt war ihr erster Preisträger im Jahr 1968, das jüdisch-muslimische Paar Meron Mendel und Saba-Nur Cheema der vorjährige:
Ein illustres Spektrum von Menschen und Initiativen, die sich auf unterschiedlichste Weise, weit über die Theologie und kirchliche Bindungen hinaus einsetzen, wurden seitdem, nun über den Zeitraum von nahezu 60 Jahren, für die Erneuerung des Verhältnisses von Christ:innen und Jüd:innen vor allem im deutschsprachigen Raum geehrt:
Mit ihrem Frankfurter Jüdischen Lehrhaus der 20er Jahre und der „Verdeutschung“ der Hebräischen Bibel stehen das Lebenswerk von Martin Buber und Franz Rosenzweig für die nach der Shoa so dringlich gewordene und immer wieder neu zu aktualisierende Vergewisserung der gemeinsamen biblischen Grundlage zwischen Juden und Christen. „Im politischen und religiösen Leben (ist) eine Orientierung nötig, die Ernst macht mit der Verwirklichung der Rechte aller Menschen auf Leben und Freiheit ohne Unterschied des Glaubens, der Herkunft oder des Geschlechts.“ (Deutscher Koordinierungsrat). 1952 wurde in Wiesbaden nach US-amerikanischen Vorbild die erste bundesweite „Woche der Brüderlichkeit“ eröffnet. Seitdem findet sie Jahr für Jahr in zahlreichen Städten und Regionen statt. Seit 2023 heißt sie „Woche der christlich-jüdischen Begegnung“ – nun ist, am 7. und 8. März 2026, Köln ihr Austragungsort.
Der Preisträger dieses Jahres ist manchen Kölner:innen schon aus der Auslobung des neuen Kunstwerkes zum christlich-jüdischen Verhältnisses am Dom bekannt: Professor Dr. Christian Rutishauser SJ ist ein führender katholischer Vertreter im christlich-jüdischen Dialog in der Schweiz, in Deutschland im weiteren Europa und weltweit. Er lehrt an der Universität Luzern als Professor für Judaistik.
Am Rahmenprogramm der Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille (am Sonntag, 8. März 2026, 11.30 Uhr im Gürzenich, das ZDF überträgt live) sind die Melanchthon-Akademie und die anderen im jüdisch-christlichen Dialog beteiligten Kölner Bildungseinrichtungen mit engagiert, durch ein „jüdisch-christliches Bibelgespräch“ am Samstag, 7. März von 15-16 Uhr im Kölner Rathaus/Hansasaal (Thema: Alte und Neue Prophetie) und durch einen ökumenischen Gottesdienst am Sonntag, 8. März um 9.30 h in der Antoniterkirche. Außerdem planen die Karl- Rahner-Akademie und die Melanchthon-Akademie eine gemeinsame biblisch-theologische Veranstaltung „Schulter an Schulter“ zur Rolle des Judentums in der christlichen Theologie.
Was braucht Köln von Kirche – hier und heute? „hier+weiter“ ist der Transformationsprozess im Kirchenkreis Köln-Mitte, in dem Haupt- und Ehrenamtliche neue Formen von evangelischer Kirche entwickeln. Auch die Akademie ist in verschiedenen Projekten und in der Steuerungsgruppe engagiert. Jenseits klassischer Gemeindelogik entstehen Formate, die Menschen in Köln dienen: Orte der Begegnung und Freude, Räume für Zusammenhalt und Engagement, safe(r) Spaces für Marginalisierte und Begleitung in Krisen – kurz: das, was unsere Stadt gerade braucht.
Bei hier+weiter werden die Gemeinde vor Ort und die notwendige Weiterentwicklung anderer kirchlicher Orte zusammengedacht und in vielfältigen Projekten gelebt. Ziel ist es, vorhandene Ressourcen zu bündeln, neue Formen des Zusammenwirkens von Haupt- und Ehrenamtlichen einzuüben und dadurch neue Energien freizusetzen.
Das Ergebnis
Verschwörungserzählungen, rassistische Sprüche und rechte Hetze begegnen uns längst nicht mehr nur am Rand – sondern mitten im Alltag: in Gesprächen, am Arbeitsplatz oder in Kommentarspalten im Netz. Gerade jetzt ist es entscheidend, sich klar zu positionieren, menschenfeindlicher Rhetorik etwas entgegenzusetzen und demokratische Werte aktiv zu verteidigen. Im Nachhinein weiß ich oft, was ich hätte sagen können. Doch wie kann ich im Alltag auf rechte Sprüche reagieren?
Dafür steht auch Markus Melchers’ Angebot an der Melanchthon-Akademie: Seit einigen Jahren bietet er bereits und mit einiger Gegenliebe das Philosophische Café an der Akademie an, bei welchem die Gespräche, ohne den Umweg über eine bestimmte Theorie zu nehmen, sich direkt an die Menschen wenden, die auch die eigene Biografie zum Ausgangspunkt des Nachdenkens machen können. So können auch die verschiedenen Philosophien im Hinblick auf ihre Bedeutung für die eigene Lebensführung befragt werden. Eine philosophische Grundbildung ist dafür nicht notwendig, einzig die Freude am Nachdenken und gemeinsamen Sinnieren qualifiziert für die Teilnahme.
Philipp Staab
Auf dem Baufeld für den am Kartäuserwall in der Kölner Südstadt neu entstehenden Campus Kartause hat die Bodendenkmalpflege der Stadt Köln archäologische Ausgrabungen durchgeführt. In dem Vortrag werden erste Einblicke in die spannenden Ergebnisse dieser Ausgrabungen gegeben, bei denen Gräber aus römischer Zeit, die Klosterbebauung der im Jahr 1334 an diesem Ort begründeten Kartause St. Barbara sowie die Überreste der militärischen Nutzung des Geländes in französischer und preußischer Zeit zu Tage kamen.