Schlagwort: regionale Lebensmittel

Neue Debatten: Nachhaltiger und krisenresilienter leben

Wer nachhaltig lebt, lebt ökologischer und naturbezogener. So weit so klar. In den letzten Jahren ist mir noch ein weiterer Aspekt klargeworden, was „nachhaltig leben“ bewirken kann: Nachhaltigkeit führt zu einer höheren Krisenresilienz. Nachhaltigkeit und Krisenresilienz hängen eng zusammen, denn nachhaltige Strukturen sind langfristig stabiler, anpassungsfähiger und weniger verletzlich.

Regionale Lebensmittel und kurze Lieferketten, immer mehr Photovoltaik-Anlagen in privater Hand oder begrünte Wohnviertel sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern bieten auch bei anhaltender Starkhitze, Stromausfällen oder Versorgungsengpässen wichtige Ressourcen, um klarzukommen.

Dieser Zusammenhang gilt auch umgekehrt, auch wenn er nicht so leicht gesehen wird. Wer für Krisen vorsorgen will, nutzt meistens Ressourcen, die eben nachhaltig sind. Zum Beispiel sich nachbarschaftlich zu unterstützen. Oder wissen, wer einem bestimmte Dinge leihen oder sie reparieren kann.

In diesem Zusammenhang erlebt ein Stichwort erlebt gerade einen Boom: „Solidarisch Preppen“. „Preppen“ bedeutet, sich auf mögliche Krisen so vorzubereiten, dass man einigermaßen gut versorgt ist: zum Beispiel mit Lebensmittelvorräten, Wasser und Energie. Neu ist die Idee des „Solidarischen Preppens“. Hier geht es nicht nur um materielle Vorsorge, sondern auch um soziale Kontakte und emotionalen Support, um nachbarschaftliche Unterstützung und die Stärkung von Infrastrukturen im Stadtteil. Wer gut vorgesorgt hat, kann andere unterstützen. Letztlich geht es um kollektive Krisenresilienz

Der Zusammenhang von Nachhaltigkeit und Krisenresilienz ist spannend und noch gar nicht so stark im Blick. Wir wollen anfangen, diesen Blick zu schärfen und schauen, wie wir nachhaltiger & krisenresilienter leben können. Und dabei an der Idee eines „Guten Leben für Alle“ festhalten – selbst in harten Zeiten.

Ein Beitrag zur Klimawende in der Stadt

In diesem Semester zeigt unser Titelbild Judith Mayer und Bernadette Jochens, deren Arbeit beim Ernährungsrat Köln ganz im Zeichen einer nachhaltigen Ernährung steht.

In diesem Semester zeigt unser Titelbild Judith Mayer und Bernadette Jochens, deren Arbeit beim Ernährungsrat Köln ganz im Zeichen einer nachhaltigen Ernährung steht.

Das Thema Ernährung, bzw. Ernährungsplanung, spielt eine zentrale Rolle in der Förderung von Maßnahmen zur Minderung der Auswirkungen des Klimawandels. In einer Stadt wie Köln, in der Urbanisierung und Umweltbewusstsein zunehmend miteinander verknüpft sind, wird die Förderung eines regionalen und ökologischen Lebensmittelanbaus zunehmend wichtiger. Dies liegt nicht nur an der Notwendigkeit, Transportwege zu verkürzen und CO2-Emissionen zu reduzieren, sondern auch daran, lokale Wirtschaftskreisläufe zu stärken und die Frische sowie Qualität der Nahrungsmittel gewährleisten zu müssen.

Der Kölner Ernährungsrat setzt sich aktiv für eine gerechte und nachhaltige Lebensmittelversorgung ein. Er unterstützt und vernetzt Initiativen, die auf eine umweltfreundliche Produktion abzielen und das Bewusstsein für gesunde Ernährung schärfen. Durch verschiedene Bildungsangebote wird Wissen vermittelt, das den Bürger:innen ermöglicht, informierte Entscheidungen über ihre Ernährung zu treffen. An dieser Stelle setzt auch die Kooperation mit der Melanchthon-Akademie an: Wir wollen Bildungsangebote entwickeln und durchführen, die zunehmend den Zielen der Nachhaltigkeit begegnen.

So unterrichtet Judith Mayer an der Akademie den Kurs „Permakultur – in Theorie und Praxis“, in dem Teilnehmende die Prinzipien der Permakultur kennen und umsetzen lernen. Permakultur funktioniert auch in der Stadt! Die Teilnehmer:innen lernen, wie sie Kreisläufe zwischen versiegelten Flächen, an Fassaden und (Hoch-)Beeten entstehen lassen. Sie erhalten Anregungen, welche mehrjährigen Pflanzen sich für eine essbare Beetgestaltung eignen und wie man diese mit klassischen Gemüsesorten kombiniert. Ziel des Kurses ist auch, dass am Ende alle eine griffige Erklärung zum Begriff “Permakultur” parat haben.

Bernadette Jochens bietet den Kurs „Ernährungsbildung auf Balkon und Fensterbank“ an, in dem sie Eltern zeigt, wie sie ihren Kindern spielerisch Wissen über gesunde Ernährung vermitteln können. Um Kinder für Ernährung zu begeistern, braucht es nicht viel. Sie sind von Natur aus neugierig und erleben die Welt gerne mit allen Sinnen; hier ist Gärtnern das perfekte Mittel, um dieses Thema im wahrsten Sinne des Wortes greifbar zu machen. Samen in die Erde zu setzen, Tomaten wachsen zu sehen, die Kräuter fürs Essen selber zu ernten – all das macht Kindern großen Spaß und führt dazu, dass Wertschätzung der Nahrung, Verständnis für Umwelt und vor allem auch die Neugier auf neue Lebensmittel zunehmen.

Wir wollen weiter über die Bedeutung von Ernährung in unserer Stadt nachdenken – denn nachhaltige Veränderungen beginnen oft im Kleinen. Umso mehr freuen wir uns über diese Kooperation.

PROGRAMMHIGHLIGHTS
Sa., 29.03.2025, 11.00 – 14.00 Uhr
Permakultur in Theorie und Praxis – Einführungsworkshop
Judith Mayer
1 Termin | 2 UStd | 5,00 € | Nr. N114F

Sa., 17.05.2025, 12.00 – 16.00 Uhr
Ernährungsbildung auf Balkon und Fensterbank – Kindgerechtes Gärtnern für jede Gelegenheit
Bernadette Jochens
1 Termin | 5 UStd | 5,00 € | Nr. N116F

Ein weiterer spannender Termin wird sein: Saatgutfestival in der VHS Köln am Neumarkt, 22.02.25 – Tausch und Verkauf von samenfesten Kräutern, Gemüsesorten, Blumen und mehr.

Die Arbeit des Ernährungsrats Köln lebt durch das Engagement der Kölner Bürger:innen. Die Teilnahme an den verschiedenen Ausschüssen steht allen Interessierten offen. Dort vernetzen sich Menschen z.B. zu den Themen “Essbare Stadt” oder “Ernährungsbildung und Gemeinschaftsverpflegung”. Termine hierzu finden sich auf der Webseite: www.ernaehrungsrat-koeln.de

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