Wer nachhaltig lebt, lebt ökologischer und naturbezogener. So weit so klar. In den letzten Jahren ist mir noch ein weiterer Aspekt klargeworden, was „nachhaltig leben“ bewirken kann: Nachhaltigkeit führt zu einer höheren Krisenresilienz. Nachhaltigkeit und Krisenresilienz hängen eng zusammen, denn nachhaltige Strukturen sind langfristig stabiler, anpassungsfähiger und weniger verletzlich.

Regionale Lebensmittel und kurze Lieferketten, immer mehr Photovoltaik-Anlagen in privater Hand oder begrünte Wohnviertel sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern bieten auch bei anhaltender Starkhitze, Stromausfällen oder Versorgungsengpässen wichtige Ressourcen, um klarzukommen.

Dieser Zusammenhang gilt auch umgekehrt, auch wenn er nicht so leicht gesehen wird. Wer für Krisen vorsorgen will, nutzt meistens Ressourcen, die eben nachhaltig sind. Zum Beispiel sich nachbarschaftlich zu unterstützen. Oder wissen, wer einem bestimmte Dinge leihen oder sie reparieren kann.

In diesem Zusammenhang erlebt ein Stichwort erlebt gerade einen Boom: „Solidarisch Preppen“. „Preppen“ bedeutet, sich auf mögliche Krisen so vorzubereiten, dass man einigermaßen gut versorgt ist: zum Beispiel mit Lebensmittelvorräten, Wasser und Energie. Neu ist die Idee des „Solidarischen Preppens“. Hier geht es nicht nur um materielle Vorsorge, sondern auch um soziale Kontakte und emotionalen Support, um nachbarschaftliche Unterstützung und die Stärkung von Infrastrukturen im Stadtteil. Wer gut vorgesorgt hat, kann andere unterstützen. Letztlich geht es um kollektive Krisenresilienz

Der Zusammenhang von Nachhaltigkeit und Krisenresilienz ist spannend und noch gar nicht so stark im Blick. Wir wollen anfangen, diesen Blick zu schärfen und schauen, wie wir nachhaltiger & krisenresilienter leben können. Und dabei an der Idee eines „Guten Leben für Alle“ festhalten – selbst in harten Zeiten.