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Schulter an Schulter miteinander: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaillen-Verleihung im März 

Christian Rutishauser. Copyright: Christof Wolf SJ

Christian Rutishauser. Copyright: Christof Wolf SJ

Eva Reichmann, Kurt Scharf, Hellmut Gollwitzer, Friedrich Dürrenmatt, Manès Sperber, Eugen Kogon, Isaac Singer, Schalom Ben-Chorim, Helene Jacobs, Hildegard Hamm-Brücher und Annemarie Renger, Aktion Sühnezeichen/Kirchliche Friedensdienste, Richard von Weizäcker, Schule ohne Rassismus, Mirjam Pressler, Angela Merkel, Peter Maffay, die Stiftung Neue Synagoge, Nikolaus Schneider …  Der Berliner Theologe (+ 2003) Friedrich-Wilhelm Marquardt war ihr erster Preisträger im Jahr 1968, das jüdisch-muslimische Paar Meron Mendel und Saba-Nur Cheema der vorjährige:

Ein illustres Spektrum von Menschen und Initiativen, die sich auf unterschiedlichste Weise, weit über die Theologie und kirchliche Bindungen hinaus einsetzen, wurden seitdem, nun über den Zeitraum von nahezu 60 Jahren, für die Erneuerung des Verhältnisses von Christ:innen und Jüd:innen vor allem im deutschsprachigen Raum geehrt:

Mit ihrem Frankfurter Jüdischen Lehrhaus der 20er Jahre und der „Verdeutschung“ der Hebräischen Bibel stehen das Lebenswerk von Martin Buber und Franz Rosenzweig für die nach der Shoa so dringlich gewordene und immer wieder neu zu aktualisierende Vergewisserung der gemeinsamen biblischen Grundlage zwischen Juden und Christen. „Im politischen und religiösen Leben (ist) eine Orientierung nötig, die Ernst macht mit der Verwirklichung der Rechte aller Menschen auf Leben und Freiheit ohne Unterschied des Glaubens, der Herkunft oder des Geschlechts.“ (Deutscher Koordinierungsrat). 1952 wurde in Wiesbaden nach US-amerikanischen Vorbild die erste bundesweite „Woche der Brüderlichkeit“ eröffnet. Seitdem findet sie Jahr für Jahr in zahlreichen Städten und Regionen statt. Seit 2023 heißt sie „Woche der christlich-jüdischen Begegnung“ – nun ist, am 7. und 8. März 2026, Köln ihr Austragungsort.

Der Preisträger dieses Jahres ist manchen Kölner:innen schon aus der Auslobung des neuen Kunstwerkes zum christlich-jüdischen Verhältnisses am Dom bekannt: Professor Dr. Christian Rutishauser SJ ist ein führender katholischer Vertreter im christlich-jüdischen Dialog in der Schweiz, in Deutschland im weiteren Europa und weltweit. Er lehrt an der Universität Luzern als Professor für Judaistik.

Am Rahmenprogramm der Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille (am Sonntag, 8. März 2026, 11.30 Uhr im Gürzenich, das ZDF überträgt live) sind die Melanchthon-Akademie und die anderen im jüdisch-christlichen Dialog beteiligten Kölner Bildungseinrichtungen mit engagiert, durch ein „jüdisch-christliches Bibelgespräch“ am Samstag, 7. März von 15-16 Uhr im Kölner Rathaus/Hansasaal (Thema: Alte und Neue Prophetie) und durch einen ökumenischen Gottesdienst am Sonntag, 8. März um 9.30 h in der Antoniterkirche. Außerdem planen die Karl- Rahner-Akademie und die Melanchthon-Akademie eine gemeinsame biblisch-theologische Veranstaltung „Schulter an Schulter“ zur Rolle des Judentums in der christlichen Theologie.

Christliche Wohngemeinschaft auf dem Campus Kartause: Das Interesse ist groß

Das Interesse ist groß: Einige Menschen haben sich bereits für das neue gemeinschaftliche Wohnprojekt auf dem Campus Kartause gemeldet – eine christliche Wohngemeinschaft, die sich an der Vision der ökumenischen Community of Iona orientiert. Das Wohnprojekt wird Anfang 2027 bezugsfertig sein; in naher Zukunft können die ersten Mietverträge geschlossen werden.

Was ist die ökumenische Community of Iona?

Es handelt sich um eine christliche, überkonfessionelle  Gemeinschaft von Menschen aus allen Kontinenten, die ihr Zentrum in einer alten Benediktinischen Abtei mit dazugehöriger Klosteranlage auf der schottischen Insel Iona hat. Dort leben Menschen zwischen sieben Wochen bis drei Jahren in einfachen Verhältnissen zusammen. Ziel ihrer Arbeit ist es, das christliche Zeugnis in der Mitverantwortung für Umwelt und Gesellschaft zu leben. Die Gemeinschaft tut das unter anderem durch neue Gottesdienstformen und Lieder sowie den Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden. In der Gemeinschaft von Iona sind lesbische und schwule, bi-,trans-, intersexuelle und queere Menschen (LSBTIQ) herzlich willkommen. 260 Mitglieder, 1600 assoziierte Mitglieder und 1600 Freunde bilden weltweit die Gemeinschaft von Iona – dort, wo sie leben und ihr Christsein teilen. Weitere Informationen erhalten Sie auf der (englischsprachigen) Internetseite der Community.

Gemeinsames Wohnprojekt auf dem Campus Kartause

Inspiriert von der Vision der ökumenischen Community of Iona und in der Überzeugung, dass Gemeinschaft verändernde Kraft hat, gehen die Menschen dieser Wohngemeinschaft auf einen Weg mit diesen Werten:

  •    der Sehnsucht nach einer gerechten und friedvollen Welt, in der das Leben für alle Geschöpfe blühen kann.
  •    einer Gemeinschaft, die sich als ein offener Prozess versteht.
  •    einem geistliches Leben, dessen Formen sich in der konkreten  Gemeinschaft entwickeln wird.

Die Menschen, die sich auf dieses Projekt einlassen, vertrauen auf die verändernde Kraft einer Gemeinschaft, die respektvoll miteinander umgeht, im Hören, Sprechen und Teilen. Für ein gelingendes Miteinander seien Bewusstsein für eigene Bedürfnisse und Fähigkeiten ebenso wichtig wie Freude am geistlichen Austausch: „Wer gemeinschaftlich leben will, sollte sich darüber bewusst sein: Was brauche ich und was kann ich geben? Neugierde, etwas Mut, Lust am Miteinander und auf Neues, das erscheint mir ein guter Mix“, erklärt Antje Rinecker, Studienleiterin der Melanchthon-Akademie.

Das Wohnprojekt umfasst neun Appartements sowie großzügige Gemeinschaftsbereiche mit Küche und Essbereich. Die Wohnflächen der Appartements liegen zwischen 59 und 83 Quadratmetern inklusive anteiliger Gemeinschaftsräume. Der Mietpreis beträgt voraussichtlich 18 Euro pro Quadratmeter zuzüglich Nebenkosten. Interessierte sollten sich idealerweise für mindestens drei Jahre zum gemeinschaftlichen Leben verpflichten.
Kontakt für Interessierte: rinecker@melanchthon-akademie.de

Charlotte Horn: „TelefonSeelsorge bedeutet: Da sein für Menschen in Not“

Pfarrerin Charlotte Horn ist seit Mai 2025 die Leiterin der Evangelischen TelefonSeelsorge Köln. Sie hat mit Antje Rinecker, Studienleiterin für Spiritualität und Engagement, gesprochen.

Was hat Sie veranlasst, sich auf diese Stelle zu bewerben?

Charlotte Horn.

Charlotte Horn.

Charlotte Horn: Viele Jahre lang war ich ehrenamtlich Telefonseelsorgerin – neben meinem Beruf als Schulpfarrerin an einem Kölner Gymnasium. Der ehrenamtliche Dienst am Telefon hat mich über die Jahre geprägt. Die Gespräche am Telefon waren bewegend. Und ich konnte sie in der Supervisionsgruppe besprechen; die Supervisionen helfen, diese Eindrücke zu verarbeiten, eigene Muster zu erkennen und sich weiterzuentwickeln. Ich habe gelernt, bewusster zu reagieren und innerlich gelassener zu werden. Für dieses schöne und auch anspruchsvolle Ehrenamt werden alle bei uns in einer einjährigen Ausbildung qualifiziert und anschließend durch regelmäßige Supervisionen und Fortbildungen begleitet und unterstützt. Unter anderem für die Organisation dieser fachlichen Begleitung bin ich nun  als Leiterin zuständig.

Warum ist TelefonSeelsorge wichtig?

Charlotte Horn: TelefonSeelsorge bedeutet: Da sein für Menschen in Not. Manche, die anrufen, sind in einer akuten Krise, andere leiden über lange Zeit und rufen dann auch häufiger an. Es geht um Themen, die sonst „auf der Rückseite unseres Alltags“ bleiben: Menschen rufen an, weil sie niemanden haben oder weil sie ihre Familie oder den Freundeskreis mit ihrem Problem nicht immer neu belasten wollen. Oder auch, weil sie gerade wegen der Anonymität hier ihre Scham überwinden können, über das zu sprechen, was sie bedrückt.

Was könnte mich motivieren, bei der TelefonSeelsorge ehrenamtlich mitzuarbeiten?

Charlotte Horn:  Wer bei uns ehrenamtlich mitarbeiten will, sollte offen und lebenserfahren sein, sich auf andere Menschen ohne Wertung einstellen können. Man muss psychisch belastbar sein und bereit, sich mit sich selbst und den eigenen Krisen auseinanderzusetzen und Neues zu lernen. Der Einsatz umfasst 15 Stunden pro Monat, auch Nachtdienste. Da wir anonym und verschwiegen arbeiten, kann man mit diesem Ehrenamt keine öffentliche Anerkennung bekommen – jedenfalls nicht persönlich. Wertschätzung erfahren wir in der TS-Gemeinschaft daher vor allem voneinander. Eine unserer Supervisorinnen hat uns neulich ein schönes feedback gegeben: „Ich blicke hier in so viele schöne Gesichter. Gesichter, die von innen leuchten.“ Vielleicht hat diese Wahrnehmung auch damit zu tun: in diesem Ehrenamt sind Menschen bereit, sich immer neu auch mit sich selber und ihren Lebensthemen auseinanderzusetzen. Nur wer sich selber vertieft kennt, auch die eigene Verletzlichkeit, kann bei anderen angstfrei genau hinhören, was Sache ist. Und weil wir persönliche Themen miteinander besprechen, schweißt das natürlich zusammen. So ist  für viele die Verbundenheit untereinander das Rückgrat ihres Telefondienstes. Wir erleben diese Verbundenheit bei gemeinsamen Fortbildungen, Supervisionen, bei Gottesdiensten und bei Festen, die wir feiern. Da wird es dann auch mal lustig und leicht und beschwingt. Humor ist eine wichtige Kraftquelle.

Was sind in Ihren Augen die brennendsten Themen?

Charlotte Horn: Ein besonderes Thema am Telefon sind Suizidgedanken und Suizidabsichten.  Dass es die TelefonSeelsorge gibt, liegt (auch) an der Unerträglichkeit des Phänomens Suizid. Menschen töten sich selbst – aus akuter Verzweiflung, in schwerster Depression. Wahrscheinlich hätte es in den allermeisten Fällen eine andere Lösung gegeben. Denn Menschen wollen in der Regel nicht tot sein, sie wollen nur nicht so weiterleben, wie sie es gerade tun müssen. Die TelefonSeelsorge begleitet auch Menschen in tiefster Verzweiflung, um ihnen ein Innehalten zu ermöglichen. Damit sie im Gespräch über das Unerträgliche ihrer Situation vielleicht eine Perspektive finden, die ihnen das Weiterleben ermöglicht. Deshalb werden alle Mitarbeitenden bei der TelefonSeelsorge für Gespräche mit Menschen in suizidalen Krisen geschult und weitergebildet. Unsere Mitarbeitenden können das Thema sensibel aufgreifen, und sie können es auch aktiv ansprechen, wenn es notwendig erscheint.

Das Thema unseres Programmheftes heißt für dieses Halbjahr: „Reparierbar?“ Was fällt Ihnen im Zusammenhang mit der TelefonSeelsorge dazu ein?

Charlotte Horn: Bei uns geht es nicht ums Reparieren. Wiederkehrende Themen am Telefon sind: Überforderung, mangelnde Anerkennung, Scham.  Weitere Themen sind: Beziehungsprobleme, Krankheit, Trauer, Einsamkeit, Stress, Ängste. Es rufen uns Menschen aller Altersgruppen an, manche mehrmals über Wochen, manche einmal. Unsere Haltung ist: wir wissen nicht die Lösung, aber wir unterstützen dabei, dass die Anrufenden  sich sortieren, aussprechen, Kontakt spüren –  und den nächsten Schritt im eigenen Alltag für sich finden. Aktuell wirbt sogar ein deutscher Rapper in einem seiner Videoclips am Ende darum, sich in der Not an die Telefonseelsorge zu wenden (apache207, Song: Mann muss). In dem Song geht es  um die gesellschaftlichen Zwänge, unter denen viele Jungs und Männer leiden, weil sie mit einem schwierigen Bild von Männlichkeit einhergehen. Am Ende des  Videoclips wird  die Nummer der Telefonseelsorge eingeblendet. Hier darf man sich – am Telefon –  auch mal schwach und verletzlich zeigen, das ist die Botschaft.

Alle Infos finden Sie hier:   Evangelische TelefonSeelsorge Köln – Evangelischer Kirchenverband Köln und Region

hier+weiter: Kirche neu denken in Köln

Was braucht Köln von Kirche – hier und heute? „hier+weiter“ ist der Transformationsprozess im Kirchenkreis Köln-Mitte, in dem Haupt- und Ehrenamtliche neue Formen von evangelischer Kirche entwickeln. Auch die Akademie ist in verschiedenen Projekten und in der Steuerungsgruppe engagiert. Jenseits klassischer Gemeindelogik entstehen Formate, die Menschen in Köln dienen: Orte der Begegnung und Freude, Räume für Zusammenhalt und Engagement, safe(r) Spaces für Marginalisierte und Begleitung in Krisen – kurz: das, was unsere Stadt gerade braucht.

Grundlage von hier+weiter ist die Überzeugung: Wir sind gemeinsam evangelische Kirche in Köln – in Gemeinden und Einrichtungen, überall mit kreativer Arbeit, mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Fachgebieten, mit Klassikern der Gemeindearbeit und neuen Ideen. Diese Stärken wollen wir besser miteinander vernetzen und wirksam machen – für die Stadt und ihre Menschen.  Nicht aus der Not heraus denkend und handelnd, sondern aus der Wertschätzung für die Ressourcen, die in unserer Vielfalt liegen.

Bei hier+weiter werden die Gemeinde vor Ort und die notwendige Weiterentwicklung anderer kirchlicher Orte zusammengedacht und in vielfältigen Projekten gelebt. Ziel ist es, vorhandene Ressourcen zu bündeln, neue Formen des Zusammenwirkens von Haupt- und Ehrenamtlichen einzuüben und dadurch neue Energien freizusetzen.

Warum das wichtig ist

hier+weiter möchte Strukturen verändern, die Menschen außen vor lassen, und Zielgruppen ansprechen, die Kirche selten erreicht. Zugleich verknüpft dieser Transformationsprozess Bewährtes mit Neuem – so bleibt evangelische Kirche in Köln zukunftsfähig, relevant und sichtbar.

Wie das gelingt

Im Zentrum steht die Teamarbeit von Pfarrpersonen, anderen Professionen und Ehrenamtlichen – sie alle bringen ihre Gaben und Leidenschaften ein. Neue Projekte entstehen aus gemeinsamen Visionen, werden professionell begleitet und finanziell unterstützt. Grafikdesignerin Martina Wagner sorgt mit klarer Sprache und Design dafür, dass das auch nach außen sichtbar wird.

Das Ergebnis

Lebendige, bunte Projekte, die zeigen, was Kirche heute sein kann:
Ein Zentrum für Kirchenasyl, ein multireligiöses Gebet, ein queeres Netzwerk, ein Spieletreff, Segen für Schwangere, Feierabendformate für junge Leute, das Kaffeemobil – oder Karneval auf evangelisch. Und noch einiges mehr! Das alles ist getragen von Menschen, die Lust haben, etwas zu bewegen.

Mach mit!

hier+weiter ist jederzeit offen für alle, die mitmachen möchten – Hauptamtliche und Ehrenamtliche. Möglich ist sowohl, sich in einem vorhandenen Projekt zu engagieren, als auch eine ganz neue Projektidee einzubringen. hier+weiter lebt von neuen Impulsen, Engagement und Zusammenarbeit. Idee für ein neues Format? Auf der Homepage gibt es unter „Mitmachen“ eine einfache Anleitung zur Bewerbung.

Denn Kirche ist da, wo Menschen zusammenkommen, sich gegenseitig stärken und etwas Neues wagen. Von wegen Amen – wir sind noch lange nicht fertig.

 www.hierundweiter.de 

 

hier in Köln
hier von, mit und für Kölner:innen – alteingesessene und neuzugezogene
hier an vielen Orten in der City
hier zum Feiern, Reden, Zusammensein, Anpacken, Trauern, Kaffeetrinken, Weiterdenken, Friedensuchen, Spielen, Banden Bilden, sichtbar Sein, Singen, für andere Eintreten, Neues Gestalten

weiter, über das hinaus, was es immer schon gab.
weiter suchen nach dem, was (in) der Stadt noch fehlt.
weiter gehen – diesen einen Schritt, den es braucht, um anzufangen.

Bilder Copyright: Simon Veith

Junger Campus: Lernen, vernetzen, gestalten

„Sommernächte“ - Auftaktveranstaltung des Jungen Campus zum Thema zivile Seenotrettung. Adrian Pourviseh las aus seiner eindrücklichen Graphic Novel „Das Schimmern der See“.

„Sommernächte“ – Auftaktveranstaltung des Jungen Campus zum Thema zivile Seenotrettung. Adrian Pourviseh las aus seiner eindrücklichen Graphic Novel „Das Schimmern der See“.

Ein neuer Ort des Lernens entsteht und damit auch ein neues Kooperationsprojekt: Der Junge Campus auf dem Campus Kartause richtet sich an alle zwischen 20 und 40 Jahren, die Lust haben, gemeinsam zu denken, zu diskutieren und Neues auszuprobieren.

Was als Idee der Melanchthon-Akademie und des Evangelischen Jugendreferats begann, wächst nun gemeinsam mit der Familienbildungsstätte zu einer gemeinsamen Plattform für kooperative Bildungsangebote heran. Mit dem Bau des neuen Hauses der Bildung entstehen auf dem Campus Kartause Räume, in denen Begegnung, Bildung und Beteiligung neu gedacht werden können. Diese Chancen wollen wir nicht ungenutzt lassen.

Ein Ort für die Generation dazwischen

Die Zielgruppe ist bewusst gewählt: Menschen, die zwischen Ausbildung, Berufseinstieg, Familiengründung oder gesellschaftlichem Engagement ihren Platz suchen – und Fragen mitbringen, die über den eigenen Alltag hinausgehen. Der Junge Campus will ihnen Raum geben, sich einzubringen, sich weiterzubilden und anderen zu begegnen.

Ideen, die verbinden

Der Junge Campus versteht sich nicht als starres Konzept, sondern als wachsendes Netzwerk: ein Experimentierraum, in dem neue Formate entstehen dürfen und junge Perspektiven fokussiert werden. Hierfür planen wir Workshops, Vorträge oder kulturelle Veranstaltungen – interdisziplinär, aktuell, relevant. Wir schaffen einen Ort, an dem Ideen wachsen, Wissen geteilt und Zukunft gestaltet wird – mitten im Herzen der Südstadt. Schon vor dem Umzug experimentieren wir mit Formaten und arbeiten an gemeinsamen Überschneidungspunkten. Der Junge Campus will mehr, als Wissen zu vermitteln: Er möchte Menschen in ihrer Selbstwirksamkeit stärken, zum Mitdenken und Mitgestalten anregen.

Ein Projekt im nächsten Semester: Feministischer Buchclub

Einmal im Monat widmen wir uns gemeinsam einem feministischen Buch – egal ob Roman, Essay, Lyrik oder Theorie – und schaffen Raum für Austausch und unterschiedliche Sichtweisen. Wir sprechen über das, was uns berührt, herausfordert oder neugierig macht, teilen persönliche Eindrücke und stellen Fragen, auf die es vielleicht keine einfachen Antworten gibt. Wir treffen uns jeden ersten Mittwoch im Monat im „Der andere Buchladen“ in der Südstadt. In entspannter Atmosphäre möchten wir miteinander ins Gespräch kommen, voneinander lernen und neue Perspektiven auf feministische Themen entdecken.

https://jungercampus.blog/

Buchvorstellung & Gespräch mit Arnd Henze: „Mit Gott gegen die Demokratie. Warum der christliche Nationalismus alle angeht“ mit Arnd Henze und Gäst:innen

Portrait Arnd Henze: Annika Graeff.

Portrait Arnd Henze: Annika Graeff.

Toxische Religiosität: Ohne die christlichen Nationalisten wäre Donald Trump nicht ins Weiße Haus gewählt worden. Doch was hält diese unheilige Allianz schon seit zehn Jahren zusammen? Gemeinsame Inhalte sind es wohl nicht — der Präsident kennt nur sich selbst als Inhalt. Das Verbindende ist die Sehnsucht nach Rache: An der liberalen Gesellschaft und am demokratischen Rechtsstaat, die ihren Allmachtsphantasien immer wieder Grenzen gesetzt haben.

Der Journalist und Publizist Arnd Henze beobachtet die religiöse Rechte in den USA und ihre Netzwerke in andere Länder schon lange. Er analysiert die Strategien, mit denen sie nach dem Mord an Charlie Kirk ihre Macht langfristig sichern wollen. Für die Kirchen und die Zivilgesellschaft ist es höchste Zeit zu erkennen: Das Gift des Christlichen Nationalismus bedroht die Demokratie nicht nur in den USA.

Cover vom Gütersloher Verlagshaus zur Verfügung gestellt.

Cover vom Gütersloher Verlagshaus zur Verfügung gestellt.

In seinem neuen Buch „Mit Gott gegen die Demokratie. Warum der christliche Nationalismus alle angeht“ wendet sich Arnd Henze diesem hochaktuellen Thema zu. Das Buch erscheint am 11. März 2026 im Gütersloher Verlagshaus. Am Vorabend des offiziellen Veröffentlichungstermins stellt der Autor die Publikation im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung von AmerikaHaus NRW e.V., Melanchthon-Akademie, Evangelische Akademie im Rheinland und Karl Rahner Akademie im Haus der Evangelischen Kirche in Köln, Kartäusergasse 9-11, der Öffentlichkeit vor. Im Anschluss findet ein Gespräch mit Thomas Rachel (MdB, Mitglied im Rat der EKD) und anderen Gäst:innen statt.

Zu dieser Premiere, zu Buchvorstellung und Gespräch mit anschließendem Empfang, laden wir herzlich ein:

Dienstag, 10. März 2026, Beginn 19.30 Uhr

Buchvorstellung & Gespräch: „Mit Gott gegen die Demokratie. Warum der christliche Nationalismus alle angeht“ mit Arnd Henze und Gäst:innen (Nr. 262162H)

 

Kollapsbewusstsein: Der Beitrag von Kirche und Theologie zu einer aktuellen Debatte

Von Walter Lechner

Walter Lechner.

Walter Lechner.

Die Mehrheit der Klimawissenschaftler:innen geht davon aus, dass eine Begrenzung auf 1,5 bis 2,0 Grad nicht mehr möglich und damit das Pariser Klimaabkommen praktisch nichtig ist. Zu dieser Klimakatastrophe hinzu kommen weitere beunruhigende Entwicklungen: das größte Artensterben seit 66 Millionen Jahren, eine wachsende Zahl von Kriegen und bewaffneten Konflikten, ein globaler Demokratieverlust sowie Rekordumfragewerte rechtsextremer Parteien.

Engagement für Ökosysteme, Frieden und Demokratie ist also weiter wichtig, vielleicht mehr denn je. Und gleichzeitig drängen sich Fragen auf, die über alle Versuche, das Schlimme abzuwenden, hinausgehen, nämlich: Was, wenn eben nicht alles gut ausgeht? Was tun wir dann? Und: Wer wollen wir in einer solchen Welt sein?

Wahrscheinlich ist aktuell beides nötig: weiter um jedes Zehntelgrad, jede Tierart, jeden Zentimeter demokratischen Grunds kämpfen – und gleichzeitig Kollapsszenarien zulassen und durchspielen, um schon jetzt Politik, Zivilgesellschaft und Kirche darauf vorzubereiten.

Die Zukunft erfordert also eine Art „Beidhändigkeit“ (Ambidextrie), mit der wir in den nächsten Jahrzehnten gleichzeitig in verschiedene Richtungen wirken können: Gefahrenabwehr und Prävention einerseits, Resilienz und Kollapskompetenz andererseits.

Kirche und Diakonie können in diesen Prozessen eine relevante Rolle spielen – zunächst ganz praktisch. Immerhin bieten sie (noch) ein fast flächendeckendes System mit Personalressourcen (Haupt- und Ehrenamtliche), Fachkompetenzen, Gebäuden und Kommunikationsstrukturen. Und bei jeder Flutkatastrophe in den letzten Jahren gehörten kirchliche und diakonische Akteur:innen zu den ersten vor Ort, die Unterstützung, Gespräche, Seelsorge und Hilfsvermittlung zur Verfügung stellten.

Jedoch steckt gerade Kirche gegenwärtig in massiven Rückbauprozessen. Die Strukturdiskussionen kreisen in aller Regel um innerkirchliche Logiken (Was braucht Kirche, um ihre „Kernaufgaben“ zu erfüllen? etc.). Selten wird danach gefragt, welche Rolle kirchliche Strukturen für die gesamte Zivilgesellschaft spielen (können). Aus kollapsbewusster Perspektive könnten die Strukturanpassungsdebatten aber vielleicht noch einmal ganz anders geführt werden. Denn das landes- und bundesweite kirchliche Filialsystem kann eine nicht zu unterschätzende Funktion für eine krisenresiliente Gesellschaft erfüllen.

Auch theologisch stellt uns die Kollapsthematik vor Herausforderungen. Möglicherweise könnte hier ausgerechnet das viel gescholtene „apokalyptische Denken“ Perspektiven bieten. Aus biblisch-theologischer Perspektive möchte ich provokant sagen: Mehr Apokalypse wagen!

Die biblische Apokalyptik ist nämlich keine Weltuntergangs-, sondern eine Hoffnungstradition. Allerdings entsteht apokalyptische Hoffnung in der Bibel nicht aus einem Optimismus oder „positivem Denken“ (nach dem Motto „Es wird schon gut gehen“ oder „Es wird schon nicht so schlimm werden“), sondern aus der unverstellten Wahrnehmung der Realität. Biblische Apokalyptik schaut der Wahrheit ins Auge – inklusive Anerkennung der Existenz menschen- und lebensfeindlicher Mächte und möglicher kommender Zerstörungen und Kollapse der bestehenden Ordnungen (womöglich ein Grund, warum Apokalyptik in der gegenwärtigen Theologie und Glaubenspraxis in der Regel kaum eine Rolle spielt).

Apokalyptische Glaubensvorstellungen und Weltsichten in der Bibel nehmen all das mit allen Konsequenzen ernst – und wissen gleichzeitig von einem Handeln Gottes in all diesen Verwerfungen und Verheerungen. Dieses göttliche Handeln erweist sich dabei letzten Endes als stärker als die Weltreiche mit deren Zerstörungskraft. Es hat gerade die Opfer und Marginalisierten im Blick, befreit sie aus ihrer Machtlosigkeit, empowert sie und lässt sie hoffen – nicht an den Katastrophen vorbei, sondern durch die Katastrophen hindurch.

Überspitzt gesagt sind die in der Apokalyptik angekündigten Katastrophen und Kollapse in erster Linie für die Herrschenden bedrohlich; für die Opfer und Unterdrückten können sie die Wende zur Befreiung sein. Am Ende stehen dann nicht die zerstörerischen Mächte und Weltreiche, sondern die Herrschaft mit menschlichem Antlitz (Daniel 7), die Neuschöpfung und das Reich Gottes, welches mit der Auferstehung von Jesus Christus bereits seinen Anfang genommen hat und sich nicht entrückt im Himmel, sondern sehr irdisch auf der (wenn auch dann ganz neu geschaffenen) Welt ereignet (Offenbarung 21).

Apokalyptischer Glaube sehnt nicht die Katastrophe herbei. Aber er weiß, dass Katastrophen kommen können. Und dass Gott auch darin Gott bleibt. Dass die Auferstehungskraft von Jesus auch da wirkt. Damit ist apokalyptisches Denken im biblischen Sinn möglicherweise geradezu prädestiniert, um Menschen als Interpretations- und Bewältigungshilfe zu dienen.

Walter Lechner wirkte von 2006 bis 2021 als Gemeindepfarrer auf dem Land und in der Großstadt in Sachsen. Seit 2022 ist er Referent für Sozialraumorientierung in Diakonie und Kirche bei der Evangelischen Arbeitsstelle midi.

Veranstaltungshinweis: Über Leben in Kollapsen

Kirche und Diakonie als zivilgesellschaftliche Akteurinnen angesichts von Krieg, Faschismus und Klima-Endgame

Do., 5. Februar 2026, 10:30-16:15 Uhr | 50€ | N131

Die Melanchthon-Akademie richtet zusammen mit der VRK-Akademie, der evangelischen Zukunftswerkstatt midi und dem Netzwerk „Tiefe Anpassung“ und in Kooperation mit der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft FEST einen Fachtag aus zur Rolle von Kirche und Diakonie in multiplen Kollapsen. Im Herbst ist zudem ein zweitägiges Barcamp in Berlin geplant.

Kann ich die Welt reparieren? Christliche Wohngemeinschaft, öffentliches Beten und Entwicklungstage 2026

Reparierbar? Das ist das Thema, das sich durch das Programmheft der Melanchthon-Akademie im ersten Halbjahr 2026 zieht. Das Wort ist sehr konkret, handwerklich.  Ich kann mein Fahrrad reparieren, kleine Dinge zu Hause, schon beim Toaster wird es schwierig, von einem Auto ganz zu schweigen. Funktioniert das Reparieren auch im übertragenen Sinn? Kann ich die Welt reparieren? Oder menschliche Beziehungen, oder gar meine Beziehung zum Göttlichen?

Spirituelle Bewegungen sind genau dieser Versuch.

Drei Beispiele:

1.

Das alte und auch das neue Gebäude der Melanchthon-Akademie steht auf dem alten Klostergelände des Kartäuser Ordens, der im 14. Jahrhundert erkannte, dass Kontemplation nicht nur in einsamen Gebirgsgegenden wichtig ist, sondern besonders mitten in der Stadt. So kam es im 14.und 15. Jahrhundert zur Gründung von Stadtkartausen, wie hier in Köln. Ein Beitrag etwas zu reparieren? Vielleicht, bemerkenswert ist auf jeden Fall: Kirche ist nicht nur traditionell, Kirche ist der nächste Schritt.

2.

Im September 2025 führte eine Studienreise der Akademie nach Iona, Schottland. (Welcome to the Iona Community – A Christian ecumenical community) Die Iona-Community ist eine ökumenische, weltweit zerstreut lebende Gemeinschaft von Menschen, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Ihr Zentrum haben sie in der alten Benediktiner-Abtei auf der Insel Iona, der Iona-Abbey. Alle Menschen, die dorthin kommen, bilden die Gemeinschaft und erleben Gemeinschaft auf Zeit in ihrer schönsten Form. Es ist das erklärtes Ziel der Community of Iona, sich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen. Ich übersetze das so: die Welt ein Stückchen zu reparieren.

Wir machen sie das? Ihre herausfordernde These heißt: nur in und mit Gemeinschaft können wir einen Beitrag zu Frieden und Gerechtigkeit leisten. Gemeinschaft/Beziehung ist ihr Werkzeug zur Reparatur.

Wie geht das konkret? Mit einer einladend, gastfreundlichen Haltung voller Respekt.

Wie sieht das aus? Im alten Refektorium sitzen während der Mahlzeiten immer 10 Menschen auf Bänken am langen Tisch. Ein Platz ist der „Head of the table“. Für diese Mahlzeit ist es seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass alle eine angenehme Mahlzeit haben. Er achtet darauf, dass die Wasserkaraffen gefüllt sind, genug Brot auf dem Tisch steht, holt die Suppentassen und räumt am Ende den Tisch mit ab. Alle anderen dürfen ihre Mahlzeit einfach genießen. Sie wissen, bei einer der nächsten Mahlzeiten bin ich dran, denn diese Aufgabe wechselt durch.

Gelingende Gemeinschaft braucht respektvolle Kommunikation. Das ist ein Herzstück der Arbeit auf Iona. Respektvolle Kommunikation untereinander, mit der Mitwelt und der Ewigen. Auf Iona sind sich alle klar, dass sich unsere Sprache verändert und es Worte gibt, die nicht mehr für jede/n passen. Sie laden dazu ein, solche Worte zu ändern, tun dies auch selbst. Immer mit Respekt. Die Sprache in den Gottesdiensten ist mitten in der Welt von heute verankert, klar, schlicht und voller Schönheit. Für Jede/n ist ein Wort dabei, das berührt, Gottes Wirklichkeit transparent werden lässt. Ein Wort, das ermutigt diese Haltung, diese Erfahrung nach zu Hause zu tragen, in das eigene Leben.

3.

Diese Ermutigung trägt das Wohnprojekt: Gemeinsam leben – Wohnprojekt im Campus Kartause. Dort können ab Januar 2027 Menschen im Geist der Community of Iona kommunitär zusammen leben.

Hier finden Sie die Ausschreibung:

In der Südstadt von Köln entsteht auf dem Gelände der „Kartause“, des ehemaligen Kartäuserklosters, heute Sitz der Evangelischen Kirche in Köln und einer lebendigen Gemeinde, ein großer Campus – ein Haus der Bildung für Menschen in der langen Spanne des Erwachsenenseins, dazu Wohnraum für Studierende, für Menschen mit und ohne Einschränkungen und vieles mehr. (Home – Campus Kartause)

Es entsteht Raum für gemeinsames Leben, in aller Individualität und persönlichen Freiheit.

Inspiriert von der Vision der ökumenischen Community of Iona (Welcome to the Iona Community – A Christian ecumenical community), und in der Überzeugung, dass Gemeinschaft verändernde Kraft hat, starten wir ein Wohnprojekt, das Anfang 2027 bezugsfertig ist.

Das wollen wir teilen:

  • Wir teilen unsere Sehnsucht nach einer gerechten und friedvollen Welt, in der das Leben für alle Geschöpfe blühen kann.
  • Wir teilen Gemeinschaft, die sich als ein offener Prozess versteht.
  • Wir teilen geistliches Leben, dessen Formen sich in unserer Gemeinschaft entwickeln werden.

Wir vertrauen dabei auf die verändernde Kraft einer Gemeinschaft, die respektvoll miteinander umgeht, im Hören, Sprechen und Teilen.

Es gibt 9 Appartements und gemeinschaftliche Räume wie Küche und Essbereich.
Die Appartements haben eine Größe von 59 bis 83 qm incl. der Anteile an den Gemeinschaftsflächen. Der Mietpreis pro qm beträgt voraussichtlich 18,-€ ohne Nebenkosten.
Wir erwarten, dass sich Interessierte zumindest für einen Zeitraum von drei Jahren zu einem Zusammenleben mit der Gruppe verpflichten.

Wenn Sie/Dich das interessiert, können hier Fragen gestellt oder eine Interessensbekundung abgeben werden: rinecker@melanchthon-akademie.de

Text: Anje Rinecker

 

Programmhighlights

„Ihre Verbindung wird gehalten“. Workshop zum öffentlichen Beten

Holger Pyka.

Holger Pyka.

„Die Sitzung endet mit Gebet“, so heißt es in vielen Sitzungsprotokollen. Nur: Irgendjemand muss es ja machen. Wie kann ich für den gemeindlichen Alltag (und mein persönliches Leben) Gebete formulieren, die einladend sind, theologisch und geistlich weit, aber auch konzentriert, und die andere zum eigenen Mitbeten ermutigen? Wir tasten uns an eigene Worte heran, probieren aus, stellen um, verwerfen oder behalten. Und stellen (hoffentlich) fest: Es geht. Unsere Verbindung wird gehalten…

Mi, 11.03. 19-21 Uhr

Pfr. Dr. Holger Pyka
Antje Rinecker

Kostenfrei, Melanchthon-Akademie, Sachsenring 5, 264124R

 

Integrale Entwicklungstage “Siehe ich mache alles neu“

Do-So, 23.07.-26.07.2026
Beginn Do. 13 Uhr, Ende So. 13 Uhr

Wandel und Transformation in unserer verletzlichen Welt

Die Integralen Entwicklungstage 2026 öffnen über vier Tage einen gemeinsamen Prozess von Wandel und Transformation. Es entsteht ein Erfahrungsraum für Menschen, die den integralen Weg christlicher Spiritualität leben und vertiefen wollen – eine Spiritualität, die neue Tiefe erfahrbar macht und das transformative Potenzial für unser Leben und die Welt erschließt. Wir erkunden theologisch integral die Begriffe Wandel und Transformation mit Tilmann Haberer und Marion Küstenmacher.

Frühbucherpreis 525 €, Haus Klara, Kloster Oberzell, D-97299 Zell am Main bei Würzburg, Nr. 4119Ra

„Menschenrechte stark machen! Menschenrechte machen stark!“: Interview mit Maike Nadar

Maike Nadar.

Maike Nadar.

Maike Nadar ist Expertin im Bereich Kinder- und Menschenrechte. Seit mehreren Jahren ist sie enge Kooperationspartnerin der Melanchthon-Akademie in diesem Themenfeld. Studienleiter Dr. Stefan Hößl führte ein Gespräch mit ihr.

Maike, seit Langem arbeitest Du mit der MAK zusammen im Themenfeld „Menschenrechte“. Zusammen haben wir z. B. einen Fachtag zur Kritik des Antisemitismus gestaltet und im Rahmen der Reihe „Liebe ist politisch!“ hast Du ein menschenrechtlich fundiertes Plädoyer für den Respekt vor unterschiedlichen Formen der Liebe formuliert hast. Viele Menschen aus dem Akademie-Umfeld kennen Dich insofern schon. Für die anderen: Bitte stelle Dich kurz vor.

Maike Nadar: Ich bin Sozialarbeiterin. Seit 2024 baue ich – zusammen mit Anna Bahr – an der Universität Rostock das Transferzentrum Kinderrechte & Kinderschutz auf. Im Zentrum unserer Arbeit stehen Kinder und Jugendliche als Rechtssubjekte und Gestalter:innen unserer Gesellschaft. Wir setzen uns dafür ein, die Menschenrechte von Kindern und Jugendlichen in der Gesellschaft bekannter zu machen und umzusetzen.

Auf Menschenrechte wird immer wieder Bezug genommen. Um was genau geht es da?

Maike Nadar: Menschenrechte sind Rechte, die allen Menschen gleichermaßen allein aufgrund ihres Menschseins zustehen und in der Würde eines jeden Menschen gründen. Wie in der UN-Behindertenrechtskonvention beschrieben, muss es allen Menschen ermöglicht werden, ein Bewusstsein ihrer Menschenwürde zu entwickeln.

Wenn Du auf die aktuellen Entwicklungen blickst – wie nimmst Du diese wahr?

Maike Nadar: Ich ziehe eine sehr nüchterne Bilanz. Es steht sehr ernst um Menschenrechte, Freiheit und Demokratie! Menschenrechte waren nie auch nur halbwegs verwirklicht, aktuell befinden sie sich in einer fundamentalen Krise. Mit Rückschlägen musste immer gerechnet werden. Die Idee der Menschenrechte wurde in der Vergangenheit von einem Glauben an eine langsame, aber stetig positive Entwicklung getragen. Dieser Rückenwind scheint aktuell auszubleiben, wie Heiner Bielefeldt, der von 2010 bis 2016 Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit des UN-Menschenrechtsrats war, attestiert.

… trotzdem sollte an der Idee der Menschrechte unbedingt festgehalten werden…

Maike Nadar: Ja klar. Es gibt gute Gründe für mehr menschenrechtliches Selbstbewusstsein! Denn Menschenrechte sind plausibel und haben Überzeugungskraft. Wir müssen Menschenrechte ernst nehmen, denn menschenrechtliche Verträge sind mehr als politische Ziele oder ethische Leitlinien. Sie sind in Deutschland bindendes Recht. Menschenrechte leben von Menschen, die von ihrem Sinn überzeugt und bereit sind, politisch dafür einzustehen und deren Plausibilität immer wieder argumentativ darzulegen, gegen Angriffe, Missverständnisse, Verdrehungen und Einwände zu verteidigen. Menschenrechte stellen, mit Waltraut Kerber-Ganse gesprochen, eine Vision und einen Maßstab dar, der schon heute gilt und „der im Hier und Jetzt“ umzusetzen ist. Es geht bei Menschenrechten um Standards, die neben der juristischen und ethischen auch eine politische Dimension besitzen, aus denen gesellschaftliche Konsequenzen resultieren, die nicht vergessen werden dürfen. In der Quintessenz bedeutet das: Menschenrechte machen stark, aber wir müssen uns immer wieder auch für sie stark machen!

Fachtag Menschenrechte. Jetzt erst RECHT!

Mit Prof. Dr. Janieta Bartz,
Prof. Dr. Dr. h.c. Heiner Bielefeldt,
Prof. Dr. Christoph Gille,
Saloua Mohammed,
Maike Nadar &
Prof. Dr. Joachim Söder.

Mi, 29.04. 12-20 (10 UStd)

Dieser Kurs kostet 10 Euro

Nr. 2129H

Haus der Ev. Kirche, Kartäusergasse 9-11

Gemeinschaft neu denken: Christliche Wohngemeinschaft auf dem Campus Kartause

Auf dem Gelände des Campus Kartause, dem ehemaligen Kartäuserkloster in der Kölner Südstadt, entsteht ein neues gemeinschaftliches Wohnprojekt: Eine christliche Wohngemeinschaft, die sich an der Vision der ökumenischen Community of Iona orientiert. Das Wohnprojekt wird Anfang 2027 bezugsfertig sein; bereits Anfang des kommenden Jahres können die ersten Mietverträge geschlossen werden.

Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie, kündigte auf der Verbandsvertretung des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region an: „Wir werden konkret Menschen suchen, die sich einbringen wollen und mit denen, die sich dazu schon entschlossen haben, in Kontakt treten möchten.“

Drei Grundregeln stehen bereits fest: ein gemeinsamer Abend pro Woche, regelmäßige Treffen mit dem Iona-Freundeskreis, Engagement bei spirituellen Angeboten im „Raum der Stille“ auf dem Campus Kartause oder in der Kartäuserkirche.

Antje Rinecker, Studienleiterin der Melanchthon-Akademie, beschreibt, wie gemeinschaftliches Wohnen mit spiritueller Tiefe Einsamkeit begegnen und eine nachhaltige Form von Gemeinschaft ermöglichen kann. „Gesellschaftlich gibt es in meinen Augen zwei Themen, die viele Menschen im Alltag umtreiben: Einsamkeit und Wohnen. Darin liegt die große Stärke des Projekts“, sagt Rinecker. „Menschen teilen ihr alltägliches und ihr geistliches Leben. Das verbindet, schafft Vertrauen, Miteinander – und vielleicht sogar Kreativität und Engagement.“ Gleichzeitig böten die Appartements genügend Rückzugsmöglichkeiten.

Das verbindliche, geistlich geprägte Miteinander gehe über eine klassische Wohngemeinschaft hinaus. Die Grundideen der Community of Iona prägen auch das Kölner Projekt: Gebet, Bibelstudium, ein verantwortlicher Umgang mit Zeit und Geld sowie Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Diese Werte seien, so Rinecker, „hochaktuell für die Kölner Südstadt“. Besonders wertvoll sei die Möglichkeit zur kollegialen Beratung im Umgang mit Ressourcen: „Im konstruktiven Austausch können neue Perspektiven entstehen, auf die man alleine gar nicht kommt.“

Was Interessierte mitbringen sollten

Für ein gelingendes Miteinander seien Bewusstsein für eigene Bedürfnisse und Fähigkeiten ebenso wichtig wie Freude am geistlichen Austausch: „Wer gemeinschaftlich leben will, sollte sich darüber bewusst sein: Was brauche ich und was kann ich geben? Neugierde, etwas Mut, Lust am Miteinander und auf Neues, das erscheint mir ein guter Mix“, so Rinecker.

Das Wohnprojekt umfasst neun Appartements sowie großzügige Gemeinschaftsbereiche mit Küche und Essbereich. Die Wohnflächen der Appartements liegen zwischen 59 und 83 Quadratmetern inklusive anteiliger Gemeinschaftsräume. Der Mietpreis beträgt voraussichtlich 18 Euro pro Quadratmeter zuzüglich Nebenkosten. Interessierte sollten sich idealerweise für mindestens drei Jahre zum gemeinschaftlichen Leben verpflichten.
Kontakt für Interessierte: rinecker@melanchthon-akademie.de

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