Vor 20 Jahren unterzeichneten VertreterInnen aus Synagoge, Kirche und Moschee und der Stadt Köln im historischen Rathaus die Kölner Friedensverpflichtung. Hat diese Verpflichtung heute noch Bedeutung? Wo wird sie in der Kölner Region in die Tat umgesetzt? Kennen Sie Beispiele? Wir sammeln sie und möchten sie sichtbar machen. Lassen Sie es uns wissen und senden ihre Beispiele oder Kommentare an: schaper@melanchthon-akademie.de
Köln, am 29.10. 2006:
Täglich werden zahllose Menschen Opfer von Fanatismus, Krieg und terroristischen Anschlägen. Menschen werden getötet, misshandelt und entwürdigt. Religion wird immer wieder für die Anwendung von Terror instrumentalisiert und missbraucht. Die Gewalt und der Hass, der Terror und die Kriege in der Welt erschüttern uns und fordern uns zur Besinnung und zum Handeln heraus.
Als jüdische, christliche und muslimische Frauen und Männer erklären wir, dass Gewalt und Terror um Gottes Willen nicht sein dürfen und dem authentischen Geist unserer Religionen widersprechen. Unsere Religionen zielen auf ein friedliches und konstruktives Zusammenleben aller Menschen gleich welcher Religionszugehörigkeit. Für uns gilt unverrückbar: Die Würde eines jeden Menschen ist unantastbar: die Würde eines jeden Kindes, jeder Frau und jedes Mannes.
Als Religionsgemeinschaften verpflichten wir uns:
- jeder Verhetzung und Erniedrigung von Menschen entgegenzutreten
- für ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionen, Kulturen und ethnischer Gruppen einzutreten und Menschen zusammenzuführen, die bislang den Kontakt zu anderen gescheut haben,
- den anderen zuzuhören und die Ängste der anderen ebenso wahrzunehmen wie die eigenen,
- unseren Beitrag für eine Gesellschaft zu leisten, die nicht nur durch Toleranz, sondern von Respekt und Achtung geprägt ist,
- eine Gesellschaft mitzugestalten, in der alle Religionsgemeinschaften, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, ihren unumstrittenen Platz haben,
- in der Erziehung zum Abbau von Vorurteilen und zu gegenseitigem Verständnis zu wirken,
- zur Verständigung, zur Begegnung und zu einem Dialog der Religionen, der Gemeinsamkeiten entdecken hilft und Verschiedenheiten achtet.
Mit unserer ganzen Kraft wollen wir dazu beitragen, dass Hass und Gewalt überwunden werden und Menschen in unserer Stadt Köln und überall auf der Welt in Frieden, Sicherheit, Gerechtigkeit und Freiheit leben können.
Gemeinschaften und Initiativen ebenso wie einzelne Personen jeden Glaubens und jeder Weltanschauung laden wir ein, sich dieser Verpflichtung anzuschließen und in ihrem Sinne zu wirken.
Erstunterzeichner im Historischen Rathaus zu Köln, am 29. 10. 2006:
- Synagogen-Gemeinde Köln
- Katholisches Stadtdekanat Köln
- Katholikenausschuss in der Stadt Köln
- Evangelischer Kirchenverband Köln und Region
- Türkisch-islamische Union Köln /DITIB
- Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Köln
- Oberbürgermeister der Stadt Köln
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