Schlagwort: Evangelische Kirche Köln

hier+weiter: Kirche neu denken in Köln

Was braucht Köln von Kirche – hier und heute? „hier+weiter“ ist der Transformationsprozess im Kirchenkreis Köln-Mitte, in dem Haupt- und Ehrenamtliche neue Formen von evangelischer Kirche entwickeln. Auch die Akademie ist in verschiedenen Projekten und in der Steuerungsgruppe engagiert. Jenseits klassischer Gemeindelogik entstehen Formate, die Menschen in Köln dienen: Orte der Begegnung und Freude, Räume für Zusammenhalt und Engagement, safe(r) Spaces für Marginalisierte und Begleitung in Krisen – kurz: das, was unsere Stadt gerade braucht.

Grundlage von hier+weiter ist die Überzeugung: Wir sind gemeinsam evangelische Kirche in Köln – in Gemeinden und Einrichtungen, überall mit kreativer Arbeit, mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Fachgebieten, mit Klassikern der Gemeindearbeit und neuen Ideen. Diese Stärken wollen wir besser miteinander vernetzen und wirksam machen – für die Stadt und ihre Menschen.  Nicht aus der Not heraus denkend und handelnd, sondern aus der Wertschätzung für die Ressourcen, die in unserer Vielfalt liegen.

Bei hier+weiter werden die Gemeinde vor Ort und die notwendige Weiterentwicklung anderer kirchlicher Orte zusammengedacht und in vielfältigen Projekten gelebt. Ziel ist es, vorhandene Ressourcen zu bündeln, neue Formen des Zusammenwirkens von Haupt- und Ehrenamtlichen einzuüben und dadurch neue Energien freizusetzen.

Warum das wichtig ist

hier+weiter möchte Strukturen verändern, die Menschen außen vor lassen, und Zielgruppen ansprechen, die Kirche selten erreicht. Zugleich verknüpft dieser Transformationsprozess Bewährtes mit Neuem – so bleibt evangelische Kirche in Köln zukunftsfähig, relevant und sichtbar.

Wie das gelingt

Im Zentrum steht die Teamarbeit von Pfarrpersonen, anderen Professionen und Ehrenamtlichen – sie alle bringen ihre Gaben und Leidenschaften ein. Neue Projekte entstehen aus gemeinsamen Visionen, werden professionell begleitet und finanziell unterstützt. Grafikdesignerin Martina Wagner sorgt mit klarer Sprache und Design dafür, dass das auch nach außen sichtbar wird.

Das Ergebnis

Lebendige, bunte Projekte, die zeigen, was Kirche heute sein kann:
Ein Zentrum für Kirchenasyl, ein multireligiöses Gebet, ein queeres Netzwerk, ein Spieletreff, Segen für Schwangere, Feierabendformate für junge Leute, das Kaffeemobil – oder Karneval auf evangelisch. Und noch einiges mehr! Das alles ist getragen von Menschen, die Lust haben, etwas zu bewegen.

Mach mit!

hier+weiter ist jederzeit offen für alle, die mitmachen möchten – Hauptamtliche und Ehrenamtliche. Möglich ist sowohl, sich in einem vorhandenen Projekt zu engagieren, als auch eine ganz neue Projektidee einzubringen. hier+weiter lebt von neuen Impulsen, Engagement und Zusammenarbeit. Idee für ein neues Format? Auf der Homepage gibt es unter „Mitmachen“ eine einfache Anleitung zur Bewerbung.

Denn Kirche ist da, wo Menschen zusammenkommen, sich gegenseitig stärken und etwas Neues wagen. Von wegen Amen – wir sind noch lange nicht fertig.

 www.hierundweiter.de 

 

hier in Köln
hier von, mit und für Kölner:innen – alteingesessene und neuzugezogene
hier an vielen Orten in der City
hier zum Feiern, Reden, Zusammensein, Anpacken, Trauern, Kaffeetrinken, Weiterdenken, Friedensuchen, Spielen, Banden Bilden, sichtbar Sein, Singen, für andere Eintreten, Neues Gestalten

weiter, über das hinaus, was es immer schon gab.
weiter suchen nach dem, was (in) der Stadt noch fehlt.
weiter gehen – diesen einen Schritt, den es braucht, um anzufangen.

Bilder Copyright: Simon Veith

Gemeinsam leben: Wohnprojekt im „Campus Kartause“

In der Südstadt von Köln entsteht auf dem Gelände der „Kartause“, des ehemaligen Kartäuserklosters, heute Sitz der Evangelischen Kirche in Köln und einer lebendigen Gemeinde, ein großer Campus: Ein Haus der Bildung für Menschen in der langen Spanne des Erwachsenenseins, dazu Wohnraum für Studierende, für Menschen mit und ohne Einschränkungen und vieles mehr. (Home – Campus Kartause)

Es entsteht Raum für gemeinsames Leben, in aller Individualität und persönlichen Freiheit. Inspiriert von der Vision der ökumenischen Community of Iona (Welcome to the Iona Community – A Christian ecumenical community), und in der Überzeugung, dass Gemeinschaft verändernde Kraft hat, wird ein Wohnprojekt gestartet, das Anfang 2027 bezugsfertig ist.

Gemeinschaftliche Räume wie Küche und Essbereich

Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie, berichtete auf der Verbandsvertretung: „Wir werden konkret Menschen suchen, die sich in diese Kommunität einbringen wollen und mit denen, die sich dazu schon entschlossen haben, in Kontakt treten möchten.“ Drei Grundregeln für die Kölner Kommunität sind schon geplant. Diese beinhalten einen gemeinsamen Abend pro Woche, regelmäßige Treffen mit dem Iona-Freundeskreis und Engagement bei den spirituellen Angeboten im „Raum der Stille“ auf dem Campus Kartause oder in der Kartäuserkirche.

Es gibt neun Appartements und gemeinschaftliche Räume wie Küche und Essbereich. Die Appartements haben eine Größe von 59 bis 83 Quadratmeter inklusive der Anteile an den Gemeinschaftsflächen. Der Mietpreis pro Quadratmeter beträgt voraussichtlich 18 Euro ohne Nebenkosten. Es wird erwartet, dass sich Interessierte zumindest für einen Zeitraum von drei Jahren zu einem Zusammenleben mit der Gruppe verpflichten. Bei Interesse bitte melden unter: rinecker@melanchthon-akademie.de

Ökumenische Community of Iona

Die Iona-Community ist eine ökumenische, weltweit zerstreut lebende Gemeinschaft von Menschen, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Ihr Zentrum haben sie in der alten Benediktiner-Abtei auf der Insel Iona, der Iona-Abbey. Alle Menschen, die dorthin kommen, bilden die Gemeinschaft und erleben Gemeinschaft auf Zeit in ihrer schönsten Form. Es ist das erklärtes Ziel der Community of Iona, sich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen.

Wir machen sie das? Ihre herausfordernde These heißt: nur in und mit Gemeinschaft können wir einen Beitrag zu Frieden und Gerechtigkeit leisten.

Wie geht das konkret? Mit einer einladend, gastfreundlichen Haltung voller Respekt.

Wie sieht das aus? Im alten Refektorium sitzen während der Mahlzeiten immer 10 Menschen auf Bänken am langen Tisch. Ein Platz ist der „Head of the table“. Für diese Mahlzeit ist es seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass alle eine angenehme Mahlzeit haben. Er achtet darauf, dass die Wasserkaraffen gefüllt sind, genug Brot auf dem Tisch steht, holt die Suppentassen und räumt am Ende den Tisch mit ab. Alle anderen dürfen ihre Mahlzeit einfach genießen. Sie wissen, bei einer der nächsten Mahlzeiten bin ich dran, denn diese Aufgabe wechselt durch.

Gelingende Gemeinschaft braucht respektvolle Kommunikation. Das ist ein Herzstück der Arbeit auf Iona. Respektvolle Kommunikation untereinander, mit der Mitwelt und der Ewigen. Auf Iona sind sich alle klar, dass sich unsere Sprache verändert und es Worte gibt, die nicht mehr für jede/n passen. Sie laden dazu ein, solche Worte zu ändern, tun dies auch selbst. Immer mit Respekt.

Flucht, Gemeinschaft, Zukunft: MAK und Juref laden zu den Sommernächten des „Jungen Campus“ ein

Schon gehört? Die Sommernächte starten – mit zwei besonderen Veranstaltungen im Juni. Organisiert vom Jungen Campus, einer Kooperation der Melanchthon-Akademie und des Evangelischen Jugendreferats, erwarten Sie inspirierende Abende unter freiem Himmel mit bewegenden Geschichten und Gesprächen:

Am Freitag, 13. Juni, 20 Uhr, findet im Kirchhof der Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, die Lesung „Das Schimmern der See“ mit Adrian Pourviseh (Sea-Watch) statt. Im Mittelpunkt steht eine Dokumentation über 72 Stunden an Bord der Sea-Watch 3 während einer Rettungsmission im zentralen Mittelmeer im Jahr 2021.
Am Montag, 23. Juni, 19.30 Uhr, wird im Haus der Evangelischen Kirche im historischen Innenhof, Kartäusergasse 9, der Dokumentarfilm „Lützerath – Gemeinsam für ein gutes Leben“ gezeigt. Im Anschluss findet ein Gespräch mit der Regisseurin Carmen Eckhardt statt. Der Film dokumentiert über 20 Monate das Leben und Wirken einer Gemeinschaft, die Lützerath als Experimentierraum für nachhaltiges und solidarisches Leben gestaltete.

Ein Gespräch mit Lea Braun, Studienleiterin bei der Melanchthon-Akademie:

Was bedeutet der „Junge Campus“ ganz konkret?

Lea Braun: Mit dem Bau des Campus Kartause entsteht durch das Haus der Bildung ein Ort, der neue Wege der Zusammenarbeit öffnet – über Institutionen und Disziplinen hinweg. Diese Synergien wollen wir, auch vor unserem Umzug, aktiv nutzen. Unser Ziel: ein innovatives Angebot für junge Erwachsene zwischen 20 und 40 Jahren, das Bildung neu denkt – interdisziplinär, dialogorientiert und nah an den Themen, die unsere Gesellschaft bewegen. Wir wollen eine Plattform schaffen, auf der junge Menschen ihre Talente entfalten, sich weiterbilden, vernetzen und ihre Perspektiven zu zentralen Zukunftsfragen einbringen können. Es geht um Austausch, Empowerment und gemeinsames Lernen.

Woher kommt die Idee?

Lea Braun: Die Idee zu diesem Projekt entstand aus einer gemeinsamen Initiative der Melanchthon-Akademie und des Evangelischen Jugendreferats – getragen von dem Wunsch, Bildung als Raum der Begegnung und gesellschaftlichen Mitgestaltung gezielt für ein diese Altersgruppe zu gestalten. Ab den Sommerferien ergänzt die Familienbildungsstätte die Kooperation und bringt auch die Perspektive junger Eltern mit hinein.

Was steckt hinter der Idee der „Sommernächte“?

Lea Braun:Die Sommernächte sind unsere Kick-Off Veranstaltung. Wir haben uns zwei gesellschaftspolitische Fragen herausgesucht: Flucht/Migration und die Suche nach gelingendem gemeinschaftlichem Leben in Zeiten des Klimawandels.

Was ist das Besondere beim Auftakt?

Lea Braun: „Das Schimmern der See“ ist ein gezeichneter Augenzeugenbericht über 72 dramatische Stunden an Bord der Sea-Watch 3 im zentralen Mittelmeer – eindrücklich festgehalten vom deutsch-iranischen Comiczeichner Adrian Pourviseh, der als Beobachter und Seenotretter Teil der Crew war. Die Graphic Novel wirft einen schonungslosen Blick auf den Alltag an Europas Außengrenzen – und ist ein kraftvoller Appell für Menschlichkeit und gegen das Wegsehen (Fr, 13.06. 20 Uhr, Innenhof der Kartäuserkirche, Anmeldung hier). 

Und der zweite Abend?

Lea Braun: Über 20 Monate begleitet der Film „Lützerath – gemeinsam für ein gutes Leben“ den Aufbau eines einzigartigen Experiments: ein selbstorganisiertes Labor für ein gutes Leben – und seine gewaltsame Zerstörung. Mit Kreativität, recycelten Materialien und gelebter Utopie entsteht ein Ort, an dem Menschen Baumhäuser bauen, Kultur schaffen und neue Formen des Zusammenlebens erproben – hierarchiefrei, gemeinschaftlich und voller Zukunftsvision. Regisseurin Carmen Eckhardt ist persönlich zu Gast für ein Gespräch (Mo, 23.06. 19:30 Uhr, Innenhof Haus der Ev. Kirche, Anmeldung hier).

An wen richtet sich das Format?

Lea Braun: Das Format spricht Menschen zwischen 20 und 40 Jahren an, die Fragen stellen, sich einmischen und über den eigenen Tellerrand schauen wollen.

Wie geht es nach den Sommernächten weiter?

Lea Braun: Bis wir gemeinsam in das Haus der Bildung einziehen, nutzen wir die Zeit, um mit neuen Veranstaltungsformaten zu experimentieren – offen, kreativ und im Austausch. Unter anderem startet nach den Sommerferien ein feministischer Lesekreis, für den sich Interessierte jetzt schon bei mir melden können.

www.melanchthon-akademie.de

Text: APK, Foto: Juref

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