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Christliche Wohngemeinschaft auf dem Campus Kartause: Das Interesse ist groß

Das Interesse ist groß: Einige Menschen haben sich bereits für das neue gemeinschaftliche Wohnprojekt auf dem Campus Kartause gemeldet – eine christliche Wohngemeinschaft, die sich an der Vision der ökumenischen Community of Iona orientiert. Das Wohnprojekt wird Anfang 2027 bezugsfertig sein; in naher Zukunft können die ersten Mietverträge geschlossen werden.

Was ist die ökumenische Community of Iona?

Es handelt sich um eine christliche, überkonfessionelle  Gemeinschaft von Menschen aus allen Kontinenten, die ihr Zentrum in einer alten Benediktinischen Abtei mit dazugehöriger Klosteranlage auf der schottischen Insel Iona hat. Dort leben Menschen zwischen sieben Wochen bis drei Jahren in einfachen Verhältnissen zusammen. Ziel ihrer Arbeit ist es, das christliche Zeugnis in der Mitverantwortung für Umwelt und Gesellschaft zu leben. Die Gemeinschaft tut das unter anderem durch neue Gottesdienstformen und Lieder sowie den Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden. In der Gemeinschaft von Iona sind lesbische und schwule, bi-,trans-, intersexuelle und queere Menschen (LSBTIQ) herzlich willkommen. 260 Mitglieder, 1600 assoziierte Mitglieder und 1600 Freunde bilden weltweit die Gemeinschaft von Iona – dort, wo sie leben und ihr Christsein teilen. Weitere Informationen erhalten Sie auf der (englischsprachigen) Internetseite der Community.

Gemeinsames Wohnprojekt auf dem Campus Kartause

Inspiriert von der Vision der ökumenischen Community of Iona und in der Überzeugung, dass Gemeinschaft verändernde Kraft hat, gehen die Menschen dieser Wohngemeinschaft auf einen Weg mit diesen Werten:

  •    der Sehnsucht nach einer gerechten und friedvollen Welt, in der das Leben für alle Geschöpfe blühen kann.
  •    einer Gemeinschaft, die sich als ein offener Prozess versteht.
  •    einem geistliches Leben, dessen Formen sich in der konkreten  Gemeinschaft entwickeln wird.

Die Menschen, die sich auf dieses Projekt einlassen, vertrauen auf die verändernde Kraft einer Gemeinschaft, die respektvoll miteinander umgeht, im Hören, Sprechen und Teilen. Für ein gelingendes Miteinander seien Bewusstsein für eigene Bedürfnisse und Fähigkeiten ebenso wichtig wie Freude am geistlichen Austausch: „Wer gemeinschaftlich leben will, sollte sich darüber bewusst sein: Was brauche ich und was kann ich geben? Neugierde, etwas Mut, Lust am Miteinander und auf Neues, das erscheint mir ein guter Mix“, erklärt Antje Rinecker, Studienleiterin der Melanchthon-Akademie.

Das Wohnprojekt umfasst neun Appartements sowie großzügige Gemeinschaftsbereiche mit Küche und Essbereich. Die Wohnflächen der Appartements liegen zwischen 59 und 83 Quadratmetern inklusive anteiliger Gemeinschaftsräume. Der Mietpreis beträgt voraussichtlich 18 Euro pro Quadratmeter zuzüglich Nebenkosten. Interessierte sollten sich idealerweise für mindestens drei Jahre zum gemeinschaftlichen Leben verpflichten.
Kontakt für Interessierte: rinecker@melanchthon-akademie.de

Wohnprojekt im „Campus Kartause“: Warum Christiane Pawlik Teil der neuen christlichen Wohngemeinschaft werden möchte

Christiane Pawlik.

Christiane Pawlik.

Auf dem Gelände des Campus Kartause, des ehemaligen Kartäuserklosters, ist eine christliche Wohngemeinschaft geplant. Bald können die ersten Mietverträge unterschrieben werden. Christiane Pawlik möchte dort einziehen. Sie erhofft sich von der christlichen Wohngemeinschaft auf dem Campus Kartause eine wohlwollende, lebendige Gemeinschaft, in der Nächstenliebe gelebt wird, Verantwortung übernommen wird und Raum für gemeinsames Menschsein entsteht – ohne Dogmen, aber mit viel Miteinander, Spiritualität und Offenheit.

Gemeinschaftliches Leben bringt Nähe, Tiefe – aber auch Herausforderungen. Was erhoffen Sie sich persönlich vom Leben in der christlichen Wohngemeinschaft?

Christiane Pawlik: Ich erhoffe mir eine wohlwollende, lebendige Gemeinschaft, verbunden durch das Band christlicher Nächstenliebe – das Teilen von Zeit innerhalb meines weltlichen und christlichen Lebens mit der Chance, ein WIR-Gefühl zu entwickeln und zu leben.

Was möchten Sie selbst in diese Gemeinschaft einbringen?

Christiane Pawlik: Ich bringe mich mit meiner Person ein, mit all meinen Möglichkeiten und meiner Neugier auf dieses Projekt.

Wenn Sie an die Zukunft des Projekts denken: Welche Art von Miteinander, Spiritualität oder Alltag wünschen Sie sich für die Menschen, die dort zusammenleben werden?

Christiane Pawlik:  Ich wünsche mir das Schaffen von Gemeinsamkeiten, Verantwortungsbewusstsein und Verbindungen, ich wünsche mir christliches Handeln in zu findenden Strukturen ohne Dogma, ich wünsche mir ein Neben- und ein Miteinander, ich möchte lachen, lieben, weinen, tanzen, beten, still sein, trauern – eben Mensch sein. 🙂

„Neugierde, etwas Mut, Lust am Miteinander und auf Neues“: Christliche Wohngemeinschaft im „Campus Kartause“ geplant

Junger Campus: Lernen, vernetzen, gestalten

„Sommernächte“ - Auftaktveranstaltung des Jungen Campus zum Thema zivile Seenotrettung. Adrian Pourviseh las aus seiner eindrücklichen Graphic Novel „Das Schimmern der See“.

„Sommernächte“ – Auftaktveranstaltung des Jungen Campus zum Thema zivile Seenotrettung. Adrian Pourviseh las aus seiner eindrücklichen Graphic Novel „Das Schimmern der See“.

Ein neuer Ort des Lernens entsteht und damit auch ein neues Kooperationsprojekt: Der Junge Campus auf dem Campus Kartause richtet sich an alle zwischen 20 und 40 Jahren, die Lust haben, gemeinsam zu denken, zu diskutieren und Neues auszuprobieren.

Was als Idee der Melanchthon-Akademie und des Evangelischen Jugendreferats begann, wächst nun gemeinsam mit der Familienbildungsstätte zu einer gemeinsamen Plattform für kooperative Bildungsangebote heran. Mit dem Bau des neuen Hauses der Bildung entstehen auf dem Campus Kartause Räume, in denen Begegnung, Bildung und Beteiligung neu gedacht werden können. Diese Chancen wollen wir nicht ungenutzt lassen.

Ein Ort für die Generation dazwischen

Die Zielgruppe ist bewusst gewählt: Menschen, die zwischen Ausbildung, Berufseinstieg, Familiengründung oder gesellschaftlichem Engagement ihren Platz suchen – und Fragen mitbringen, die über den eigenen Alltag hinausgehen. Der Junge Campus will ihnen Raum geben, sich einzubringen, sich weiterzubilden und anderen zu begegnen.

Ideen, die verbinden

Der Junge Campus versteht sich nicht als starres Konzept, sondern als wachsendes Netzwerk: ein Experimentierraum, in dem neue Formate entstehen dürfen und junge Perspektiven fokussiert werden. Hierfür planen wir Workshops, Vorträge oder kulturelle Veranstaltungen – interdisziplinär, aktuell, relevant. Wir schaffen einen Ort, an dem Ideen wachsen, Wissen geteilt und Zukunft gestaltet wird – mitten im Herzen der Südstadt. Schon vor dem Umzug experimentieren wir mit Formaten und arbeiten an gemeinsamen Überschneidungspunkten. Der Junge Campus will mehr, als Wissen zu vermitteln: Er möchte Menschen in ihrer Selbstwirksamkeit stärken, zum Mitdenken und Mitgestalten anregen.

Ein Projekt im nächsten Semester: Feministischer Buchclub

Einmal im Monat widmen wir uns gemeinsam einem feministischen Buch – egal ob Roman, Essay, Lyrik oder Theorie – und schaffen Raum für Austausch und unterschiedliche Sichtweisen. Wir sprechen über das, was uns berührt, herausfordert oder neugierig macht, teilen persönliche Eindrücke und stellen Fragen, auf die es vielleicht keine einfachen Antworten gibt. Wir treffen uns jeden ersten Mittwoch im Monat im „Der andere Buchladen“ in der Südstadt. In entspannter Atmosphäre möchten wir miteinander ins Gespräch kommen, voneinander lernen und neue Perspektiven auf feministische Themen entdecken.

https://jungercampus.blog/

Kann ich die Welt reparieren? Christliche Wohngemeinschaft, öffentliches Beten und Entwicklungstage 2026

Reparierbar? Das ist das Thema, das sich durch das Programmheft der Melanchthon-Akademie im ersten Halbjahr 2026 zieht. Das Wort ist sehr konkret, handwerklich.  Ich kann mein Fahrrad reparieren, kleine Dinge zu Hause, schon beim Toaster wird es schwierig, von einem Auto ganz zu schweigen. Funktioniert das Reparieren auch im übertragenen Sinn? Kann ich die Welt reparieren? Oder menschliche Beziehungen, oder gar meine Beziehung zum Göttlichen?

Spirituelle Bewegungen sind genau dieser Versuch.

Drei Beispiele:

1.

Das alte und auch das neue Gebäude der Melanchthon-Akademie steht auf dem alten Klostergelände des Kartäuser Ordens, der im 14. Jahrhundert erkannte, dass Kontemplation nicht nur in einsamen Gebirgsgegenden wichtig ist, sondern besonders mitten in der Stadt. So kam es im 14.und 15. Jahrhundert zur Gründung von Stadtkartausen, wie hier in Köln. Ein Beitrag etwas zu reparieren? Vielleicht, bemerkenswert ist auf jeden Fall: Kirche ist nicht nur traditionell, Kirche ist der nächste Schritt.

2.

Im September 2025 führte eine Studienreise der Akademie nach Iona, Schottland. (Welcome to the Iona Community – A Christian ecumenical community) Die Iona-Community ist eine ökumenische, weltweit zerstreut lebende Gemeinschaft von Menschen, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Ihr Zentrum haben sie in der alten Benediktiner-Abtei auf der Insel Iona, der Iona-Abbey. Alle Menschen, die dorthin kommen, bilden die Gemeinschaft und erleben Gemeinschaft auf Zeit in ihrer schönsten Form. Es ist das erklärtes Ziel der Community of Iona, sich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen. Ich übersetze das so: die Welt ein Stückchen zu reparieren.

Wir machen sie das? Ihre herausfordernde These heißt: nur in und mit Gemeinschaft können wir einen Beitrag zu Frieden und Gerechtigkeit leisten. Gemeinschaft/Beziehung ist ihr Werkzeug zur Reparatur.

Wie geht das konkret? Mit einer einladend, gastfreundlichen Haltung voller Respekt.

Wie sieht das aus? Im alten Refektorium sitzen während der Mahlzeiten immer 10 Menschen auf Bänken am langen Tisch. Ein Platz ist der „Head of the table“. Für diese Mahlzeit ist es seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass alle eine angenehme Mahlzeit haben. Er achtet darauf, dass die Wasserkaraffen gefüllt sind, genug Brot auf dem Tisch steht, holt die Suppentassen und räumt am Ende den Tisch mit ab. Alle anderen dürfen ihre Mahlzeit einfach genießen. Sie wissen, bei einer der nächsten Mahlzeiten bin ich dran, denn diese Aufgabe wechselt durch.

Gelingende Gemeinschaft braucht respektvolle Kommunikation. Das ist ein Herzstück der Arbeit auf Iona. Respektvolle Kommunikation untereinander, mit der Mitwelt und der Ewigen. Auf Iona sind sich alle klar, dass sich unsere Sprache verändert und es Worte gibt, die nicht mehr für jede/n passen. Sie laden dazu ein, solche Worte zu ändern, tun dies auch selbst. Immer mit Respekt. Die Sprache in den Gottesdiensten ist mitten in der Welt von heute verankert, klar, schlicht und voller Schönheit. Für Jede/n ist ein Wort dabei, das berührt, Gottes Wirklichkeit transparent werden lässt. Ein Wort, das ermutigt diese Haltung, diese Erfahrung nach zu Hause zu tragen, in das eigene Leben.

3.

Diese Ermutigung trägt das Wohnprojekt: Gemeinsam leben – Wohnprojekt im Campus Kartause. Dort können ab Januar 2027 Menschen im Geist der Community of Iona kommunitär zusammen leben.

Hier finden Sie die Ausschreibung:

In der Südstadt von Köln entsteht auf dem Gelände der „Kartause“, des ehemaligen Kartäuserklosters, heute Sitz der Evangelischen Kirche in Köln und einer lebendigen Gemeinde, ein großer Campus – ein Haus der Bildung für Menschen in der langen Spanne des Erwachsenenseins, dazu Wohnraum für Studierende, für Menschen mit und ohne Einschränkungen und vieles mehr. (Home – Campus Kartause)

Es entsteht Raum für gemeinsames Leben, in aller Individualität und persönlichen Freiheit.

Inspiriert von der Vision der ökumenischen Community of Iona (Welcome to the Iona Community – A Christian ecumenical community), und in der Überzeugung, dass Gemeinschaft verändernde Kraft hat, starten wir ein Wohnprojekt, das Anfang 2027 bezugsfertig ist.

Das wollen wir teilen:

  • Wir teilen unsere Sehnsucht nach einer gerechten und friedvollen Welt, in der das Leben für alle Geschöpfe blühen kann.
  • Wir teilen Gemeinschaft, die sich als ein offener Prozess versteht.
  • Wir teilen geistliches Leben, dessen Formen sich in unserer Gemeinschaft entwickeln werden.

Wir vertrauen dabei auf die verändernde Kraft einer Gemeinschaft, die respektvoll miteinander umgeht, im Hören, Sprechen und Teilen.

Es gibt 9 Appartements und gemeinschaftliche Räume wie Küche und Essbereich.
Die Appartements haben eine Größe von 59 bis 83 qm incl. der Anteile an den Gemeinschaftsflächen. Der Mietpreis pro qm beträgt voraussichtlich 18,-€ ohne Nebenkosten.
Wir erwarten, dass sich Interessierte zumindest für einen Zeitraum von drei Jahren zu einem Zusammenleben mit der Gruppe verpflichten.

Wenn Sie/Dich das interessiert, können hier Fragen gestellt oder eine Interessensbekundung abgeben werden: rinecker@melanchthon-akademie.de

Text: Anje Rinecker

 

Programmhighlights

„Ihre Verbindung wird gehalten“. Workshop zum öffentlichen Beten

Holger Pyka.

Holger Pyka.

„Die Sitzung endet mit Gebet“, so heißt es in vielen Sitzungsprotokollen. Nur: Irgendjemand muss es ja machen. Wie kann ich für den gemeindlichen Alltag (und mein persönliches Leben) Gebete formulieren, die einladend sind, theologisch und geistlich weit, aber auch konzentriert, und die andere zum eigenen Mitbeten ermutigen? Wir tasten uns an eigene Worte heran, probieren aus, stellen um, verwerfen oder behalten. Und stellen (hoffentlich) fest: Es geht. Unsere Verbindung wird gehalten…

Mi, 11.03. 19-21 Uhr

Pfr. Dr. Holger Pyka
Antje Rinecker

Kostenfrei, Melanchthon-Akademie, Sachsenring 5, 264124R

 

Integrale Entwicklungstage “Siehe ich mache alles neu“

Do-So, 23.07.-26.07.2026
Beginn Do. 13 Uhr, Ende So. 13 Uhr

Wandel und Transformation in unserer verletzlichen Welt

Die Integralen Entwicklungstage 2026 öffnen über vier Tage einen gemeinsamen Prozess von Wandel und Transformation. Es entsteht ein Erfahrungsraum für Menschen, die den integralen Weg christlicher Spiritualität leben und vertiefen wollen – eine Spiritualität, die neue Tiefe erfahrbar macht und das transformative Potenzial für unser Leben und die Welt erschließt. Wir erkunden theologisch integral die Begriffe Wandel und Transformation mit Tilmann Haberer und Marion Küstenmacher.

Frühbucherpreis 525 €, Haus Klara, Kloster Oberzell, D-97299 Zell am Main bei Würzburg, Nr. 4119Ra

Christliche Wohngemeinschaft auf dem Campus Kartause – Interview mit Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie

Martin Bock

Martin Bock

Auf dem Gelände des Campus Kartause, dem ehemaligen Kartäuserkloster in der Kölner Südstadt, entsteht ein neues gemeinschaftliches Wohnprojekt: eine christliche Wohngemeinschaft. Das Wohnprojekt wird Anfang 2027 bezugsfertig sein; bereits Anfang des kommenden Jahres können die ersten Mietverträge geschlossen werden.
Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie, spricht darüber, wie aus persönlichen geistlichen Erfahrungen, ökumenischer Spiritualität und dem Wunsch nach neuen gemeinschaftlichen Lebensformen die Vision einer christlichen Wohngemeinschaft auf dem Campus Kartause entstanden ist.

Wie ist die Idee entstanden, auf dem Campus Kartause eine christliche Wohngemeinschaft aufzubauen?

Martin Bock: Das hat in meinem Kopf verschiedene Wurzeln: Zunächst habe ich selbst mit kommunitärem Leben positive Erfahrungen gemacht. Während meines Studiums habe ich für ein Jahr in einer ökumenischen Wohngemeinschaft gelebt, die mit einem Benediktiner-Kloster verbunden war. Das gemeinsame Gebet und die vielen ökumenischen Erfahrungen, die hier zusammenflossen, haben mich sehr geprägt, und der Gedanke, ob ein modernes ‚gemeinsames Leben‘ weitgehend dem Katholizismus vorbehalten sein muss, hat mich immer wieder beschäftigt. Dann erzählte mir der ehemalige Kölner Citykirchenpfarrer Bertold Höcker, der u.a. von der  skandinavischen lutherischen Theologie geprägt war, vor etlichen Jahren von seiner Vision, dass die Kartause, das ehemalige Kartäuserkloster, doch eigentlich wieder ein evangelisches Stadtkloster beherbergen könnte. Für ihn würde sich so ‚ein Bogen schließen‘. Zu Recht knüpfte er an die vielen evangelischen Kommunitäten an, die sich seit der Reformation bis in die Gegenwart auf unterschiedlichste Weise gebildet haben.

Wie ging es weiter?

Martin Bock: Als dann der Vorstand des Ev. Kirchenverbandes den Stein für den Campus Kartause ins Rollen brachte, haben Bernhard Seiger und ich uns über diese Fragen ausgetauscht und gemerkt, wie ähnlich unsere Gedanken dazu sind. Der Stadtsuperintendent hat den Impuls dann sehr konkret in die architektonischen Planungen eingebracht, die auch für das Büro Kaspar Kremer innovativ waren. Zugleich haben wir zu diesem Zeitpunkt eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen, in der sich Menschen treffen, die die Sehnsucht nach neuen gemeinsamen Wegen in der Spiritualität verbindet. In dieser Weggemeinschaft ging es zunächst um uns. Immer wieder – denn der Planungs- und Bauprozess für den Campus schritt voran – tauchte aber auch die Frage auf: Wer könnte die geplante christliche Wohngemeinschaft beleben, wer könnten ihre Initiator*innen sein? Wir haben im Lauf der letzten Jahre verschiedene Wohngemeinschaften nach Köln eingeladen, uns ihre Gründungs- und Entwicklungsgeschichten erzählen lassen und versucht daraus zu lernen. Der ‚Schlussstein‘ war die Idee, das Wohnprojekt mit der Spiritualität der Iona-Community zu verknüpfen. Nicht zuletzt deshalb, weil diese Spiritualität von einer ‚neuen Sprache‘ lebt, die unsere heutigen Themen aufgreift und sie mit dem lebendigen Gott verknüpft.

Was begeistert Sie persönlich an dieser Vision?

Martin Bock: Zunächst muss ich sagen: Ich bin mir dessen bewusst, wie sehr diese Vision aus unseren sehr subjektiven (geistlichen) Erfahrungen herrührt. Das macht sie angreifbar, weil sie vielleicht mit den Erfahrungen und mit den Sehnsüchten anderer nicht zusammenpasst! Und ich bin mir dessen bewusst, dass eine Wohngemeinschaft eigentlich von denen her wachsen muss, die das Wagnis ‚Zusammenwohnen‘ eingehen. Wir können also NICHT FÜR ANDERE DENKEN UND PLANEN, sondern nur Rahmenbedingungen schaffen. Wir können mit der Einladung zu dem Projekt Worte setzen, die Sehnsüchte freisetzen und ihnen „Futter geben“. Die Erfahrungen, die daraus beim gemeinsamen Leben entstehen, können wir nicht vorwegnehmen. Deshalb ist es im Moment auch sehr wichtig, dass wir den Interessierten vermitteln: Wir lassen euch bei eurer Aufgabe, das gemeinsame Wohnen anzugehen und auszuprobieren, nicht allein! Wir stehen ‚hinter euch‘, wohlwollend und zusammen mit Menschen, die Erfahrung in geistlicher Weggemeinschaft mitbringen.

Gibt es bereits Interessierte?

Martin Bock: Ja, es gibt drei Menschen, die sich aus jeweils persönlichen Gründen sehr gut vorstellen können, in diesem christlichen Wohnprojekt mitzumachen. Das ist ein Wagnis, und ich habe davor große Hochachtung. Aber die WG hat neun Plätze, und wir benötigen in den nächsten Wochen mehr Öffentlichkeit, damit diese Botschaft möglichst viele potentiell Interessierte erreichen kann.

Mehr Infos:

Die Wohnflächen der Appartements liegen zwischen 59 und 83 Quadratmetern inklusive anteiliger Gemeinschaftsräume. Der Mietpreis beträgt voraussichtlich 18 Euro pro Quadratmeter zuzüglich Nebenkosten. Kontakt für Interessierte: rinecker@melanchthon-akademie.de

Gemeinschaft neu denken: Christliche Wohngemeinschaft auf dem Campus Kartause

Gemeinschaft neu denken: Christliche Wohngemeinschaft auf dem Campus Kartause

Auf dem Gelände des Campus Kartause, dem ehemaligen Kartäuserkloster in der Kölner Südstadt, entsteht ein neues gemeinschaftliches Wohnprojekt: Eine christliche Wohngemeinschaft, die sich an der Vision der ökumenischen Community of Iona orientiert. Das Wohnprojekt wird Anfang 2027 bezugsfertig sein; bereits Anfang des kommenden Jahres können die ersten Mietverträge geschlossen werden.

Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie, kündigte auf der Verbandsvertretung des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region an: „Wir werden konkret Menschen suchen, die sich einbringen wollen und mit denen, die sich dazu schon entschlossen haben, in Kontakt treten möchten.“

Drei Grundregeln stehen bereits fest: ein gemeinsamer Abend pro Woche, regelmäßige Treffen mit dem Iona-Freundeskreis, Engagement bei spirituellen Angeboten im „Raum der Stille“ auf dem Campus Kartause oder in der Kartäuserkirche.

Antje Rinecker, Studienleiterin der Melanchthon-Akademie, beschreibt, wie gemeinschaftliches Wohnen mit spiritueller Tiefe Einsamkeit begegnen und eine nachhaltige Form von Gemeinschaft ermöglichen kann. „Gesellschaftlich gibt es in meinen Augen zwei Themen, die viele Menschen im Alltag umtreiben: Einsamkeit und Wohnen. Darin liegt die große Stärke des Projekts“, sagt Rinecker. „Menschen teilen ihr alltägliches und ihr geistliches Leben. Das verbindet, schafft Vertrauen, Miteinander – und vielleicht sogar Kreativität und Engagement.“ Gleichzeitig böten die Appartements genügend Rückzugsmöglichkeiten.

Das verbindliche, geistlich geprägte Miteinander gehe über eine klassische Wohngemeinschaft hinaus. Die Grundideen der Community of Iona prägen auch das Kölner Projekt: Gebet, Bibelstudium, ein verantwortlicher Umgang mit Zeit und Geld sowie Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Diese Werte seien, so Rinecker, „hochaktuell für die Kölner Südstadt“. Besonders wertvoll sei die Möglichkeit zur kollegialen Beratung im Umgang mit Ressourcen: „Im konstruktiven Austausch können neue Perspektiven entstehen, auf die man alleine gar nicht kommt.“

Was Interessierte mitbringen sollten

Für ein gelingendes Miteinander seien Bewusstsein für eigene Bedürfnisse und Fähigkeiten ebenso wichtig wie Freude am geistlichen Austausch: „Wer gemeinschaftlich leben will, sollte sich darüber bewusst sein: Was brauche ich und was kann ich geben? Neugierde, etwas Mut, Lust am Miteinander und auf Neues, das erscheint mir ein guter Mix“, so Rinecker.

Das Wohnprojekt umfasst neun Appartements sowie großzügige Gemeinschaftsbereiche mit Küche und Essbereich. Die Wohnflächen der Appartements liegen zwischen 59 und 83 Quadratmetern inklusive anteiliger Gemeinschaftsräume. Der Mietpreis beträgt voraussichtlich 18 Euro pro Quadratmeter zuzüglich Nebenkosten. Interessierte sollten sich idealerweise für mindestens drei Jahre zum gemeinschaftlichen Leben verpflichten.
Kontakt für Interessierte: rinecker@melanchthon-akademie.de

„Neugierde, etwas Mut, Lust am Miteinander und auf Neues“: Evangelische Kommunität im „Campus Kartause“ geplant

Auf dem Gelände des Campus Kartause, des ehemaligen Kartäuserklosters, ist eine evangelische Kommunität geplant: Das  Wohnprojekt ist inspiriert von der Vision der ökumenischen Community of Iona  und wird Anfang 2027 bezugsfertig sein. Bereits Anfang des kommenden Jahres können die ersten Mietverträge unterschrieben werden.

Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie, berichtete auf der Verbandsvertretung des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, dass die geplante evangelische Kommunität auf dem Campus Kartause bald ins öffentliche Gespräch gebracht werde. „Wir werden konkret Menschen suchen, die sich in diese Kommunität einbringen wollen und mit denen, die sich dazu schon entschlossen haben, in Kontakt treten möchten.“ Drei Grundregeln für die Kölner Kommunität sind schon geplant. Diese beinhalten einen gemeinsamen Abend pro Woche, regelmäßige Treffen mit dem Iona-Freundeskreis und Engagement bei den spirituellen Angeboten im „Raum der Stille“ auf dem Campus Kartause oder in der Kartäuserkirche.

Gemeinschaftliche Räume wie Küche und Essbereich

Es gibt neun Appartements und gemeinschaftliche Räume wie Küche und Essbereich. Die Appartements haben eine Größe von 59 bis 83 Quadratmeter inklusive der Anteile an den Gemeinschaftsflächen. Der Mietpreis pro Quadratmeter beträgt voraussichtlich 18 Euro ohne Nebenkosten. Es wird erwartet, dass sich Interessierte zumindest für einen Zeitraum von drei Jahren zu einem Zusammenleben mit der Gruppe verpflichten. Bei Interesse bitte melden unter: rinecker@melanchthon-akademie.de

Antje Rinecker, Studienleiterin bei der Melanchthon-Akademie im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region, beschreibt, wie das gemeinschaftliche Wohnprojekt durch geteiltes geistliches Leben, verantwortlichen Umgang mit Ressourcen und bewusstem Miteinander Einsamkeit begegnen kann und eine tiefe, nachhaltige Form von Gemeinschaft entstehen lassen kann:

Was ist für Sie die größte Stärke dieses Projekts – und warum braucht es gerade jetzt solch neue Formen von Gemeinschaft?

Antje Rinecker: Gesellschaftlich gibt es in meinen Augen zwei Themen, die viele Menschen im Alltag umtreiben: Einsamkeit und Wohnen. Darin liegt die große Stärke des Projekts. Menschen teilen ihr alltägliches und ihr geistliches Leben. Das verbindet, schafft einen Raum in dem Vertrauen, Miteinander und, wer weiß, auch Kreativität und Engagement blühen können. Der Zuschnitt der Appartements bietet darüber hinaus genug Offenheit für Rückzug und Individualität.
Dieses freie und gleichzeitig verbindliche Miteinander geht über eine traditionelle Wohngemeinschaft hinaus. Wer zusammen betet, sich mit der Bibel und geistlichen Fragen beschäftigt, lernt sich auf einer anderen Ebene kennen. Das Miteinander gewinnt an Tiefe. Eine gemeinsame Aufgabe, wie z.B. das Gestalten einer Andacht im Raum der Stille o.ä., gibt zusätzlich Struktur und erlaubt zugleich sich experimentell auszuprobieren.

Sie orientieren sich bei der Entwicklung des Wohnprojekts an der Vision der Iona-Community. Welche Elemente aus Iona sind auch für Köln besonders wichtig?

Antje Rinecker: Die Community of Iona orientiert sich an wenigen, grundlegenden Regeln: Neben Gebet und Bibelstudium sind das vor allem der verantwortliche Umgang mit den Ressourcen Geld und Zeit und der Einsatz für Bewahrung der Schöpfung, für Gerechtigkeit und Frieden. Diese Ausrichtung passt in ihrer Aktualität perfekt in den Kontext der Kölner Südstadt. Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Frieden sind unsere heutigen brennenden Themen. Sie fordern von uns ein Umdenken in Hinblick auf Gewohnheiten unseres Lebens. Doch wie kann das konkret aussehen, wie können wir uns gegenseitig ermutigen und unterstützen? Die Community of Iona bietet spannende Materialien und Diskussionsforen. In meinen Augen ist der größte „Gamechanger“ die Möglichkeit der gegenseitigen kollegialen Beratung im Umgang mit den eigenen Ressourcen im Wohnprojekt. Im konstruktiven Austausch können neue Perspektiven entstehen, auf die man alleine gar nicht kommt.

Gelingende Gemeinschaft lebt von Menschen, die sich bewusst aufeinander einlassen. Was sollten Interessierte mitbringen?

Antje Rinecker: Wer gemeinschaftlich leben will, sollte sich darüber bewusst sein: Was brauche ich und was kann ich geben? Denn das konkrete Miteinander müssen die Menschen, die zusammen wohnen wollen, aushandeln. Und jede/jeder braucht den Wunsch, miteinander an geistlichen Themen zu arbeiten, zusammen zu beten und sich mit biblischen Texten zu befassen. Nicht immer, aber regelmäßig. Einmal pro Woche ist im Augenblick angedacht. Neugierde, etwas Mut, Lust am Miteinander und auf Neues, das erscheint mir ein guter Mix.

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