Autor: Frauke Komander (Seite 2 von 8)

Kollapsbewusstsein: Der Beitrag von Kirche und Theologie zu einer aktuellen Debatte

Von Walter Lechner

Walter Lechner.

Walter Lechner.

Die Mehrheit der Klimawissenschaftler:innen geht davon aus, dass eine Begrenzung auf 1,5 bis 2,0 Grad nicht mehr möglich und damit das Pariser Klimaabkommen praktisch nichtig ist. Zu dieser Klimakatastrophe hinzu kommen weitere beunruhigende Entwicklungen: das größte Artensterben seit 66 Millionen Jahren, eine wachsende Zahl von Kriegen und bewaffneten Konflikten, ein globaler Demokratieverlust sowie Rekordumfragewerte rechtsextremer Parteien.

Engagement für Ökosysteme, Frieden und Demokratie ist also weiter wichtig, vielleicht mehr denn je. Und gleichzeitig drängen sich Fragen auf, die über alle Versuche, das Schlimme abzuwenden, hinausgehen, nämlich: Was, wenn eben nicht alles gut ausgeht? Was tun wir dann? Und: Wer wollen wir in einer solchen Welt sein?

Wahrscheinlich ist aktuell beides nötig: weiter um jedes Zehntelgrad, jede Tierart, jeden Zentimeter demokratischen Grunds kämpfen – und gleichzeitig Kollapsszenarien zulassen und durchspielen, um schon jetzt Politik, Zivilgesellschaft und Kirche darauf vorzubereiten.

Die Zukunft erfordert also eine Art „Beidhändigkeit“ (Ambidextrie), mit der wir in den nächsten Jahrzehnten gleichzeitig in verschiedene Richtungen wirken können: Gefahrenabwehr und Prävention einerseits, Resilienz und Kollapskompetenz andererseits.

Kirche und Diakonie können in diesen Prozessen eine relevante Rolle spielen – zunächst ganz praktisch. Immerhin bieten sie (noch) ein fast flächendeckendes System mit Personalressourcen (Haupt- und Ehrenamtliche), Fachkompetenzen, Gebäuden und Kommunikationsstrukturen. Und bei jeder Flutkatastrophe in den letzten Jahren gehörten kirchliche und diakonische Akteur:innen zu den ersten vor Ort, die Unterstützung, Gespräche, Seelsorge und Hilfsvermittlung zur Verfügung stellten.

Jedoch steckt gerade Kirche gegenwärtig in massiven Rückbauprozessen. Die Strukturdiskussionen kreisen in aller Regel um innerkirchliche Logiken (Was braucht Kirche, um ihre „Kernaufgaben“ zu erfüllen? etc.). Selten wird danach gefragt, welche Rolle kirchliche Strukturen für die gesamte Zivilgesellschaft spielen (können). Aus kollapsbewusster Perspektive könnten die Strukturanpassungsdebatten aber vielleicht noch einmal ganz anders geführt werden. Denn das landes- und bundesweite kirchliche Filialsystem kann eine nicht zu unterschätzende Funktion für eine krisenresiliente Gesellschaft erfüllen.

Auch theologisch stellt uns die Kollapsthematik vor Herausforderungen. Möglicherweise könnte hier ausgerechnet das viel gescholtene „apokalyptische Denken“ Perspektiven bieten. Aus biblisch-theologischer Perspektive möchte ich provokant sagen: Mehr Apokalypse wagen!

Die biblische Apokalyptik ist nämlich keine Weltuntergangs-, sondern eine Hoffnungstradition. Allerdings entsteht apokalyptische Hoffnung in der Bibel nicht aus einem Optimismus oder „positivem Denken“ (nach dem Motto „Es wird schon gut gehen“ oder „Es wird schon nicht so schlimm werden“), sondern aus der unverstellten Wahrnehmung der Realität. Biblische Apokalyptik schaut der Wahrheit ins Auge – inklusive Anerkennung der Existenz menschen- und lebensfeindlicher Mächte und möglicher kommender Zerstörungen und Kollapse der bestehenden Ordnungen (womöglich ein Grund, warum Apokalyptik in der gegenwärtigen Theologie und Glaubenspraxis in der Regel kaum eine Rolle spielt).

Apokalyptische Glaubensvorstellungen und Weltsichten in der Bibel nehmen all das mit allen Konsequenzen ernst – und wissen gleichzeitig von einem Handeln Gottes in all diesen Verwerfungen und Verheerungen. Dieses göttliche Handeln erweist sich dabei letzten Endes als stärker als die Weltreiche mit deren Zerstörungskraft. Es hat gerade die Opfer und Marginalisierten im Blick, befreit sie aus ihrer Machtlosigkeit, empowert sie und lässt sie hoffen – nicht an den Katastrophen vorbei, sondern durch die Katastrophen hindurch.

Überspitzt gesagt sind die in der Apokalyptik angekündigten Katastrophen und Kollapse in erster Linie für die Herrschenden bedrohlich; für die Opfer und Unterdrückten können sie die Wende zur Befreiung sein. Am Ende stehen dann nicht die zerstörerischen Mächte und Weltreiche, sondern die Herrschaft mit menschlichem Antlitz (Daniel 7), die Neuschöpfung und das Reich Gottes, welches mit der Auferstehung von Jesus Christus bereits seinen Anfang genommen hat und sich nicht entrückt im Himmel, sondern sehr irdisch auf der (wenn auch dann ganz neu geschaffenen) Welt ereignet (Offenbarung 21).

Apokalyptischer Glaube sehnt nicht die Katastrophe herbei. Aber er weiß, dass Katastrophen kommen können. Und dass Gott auch darin Gott bleibt. Dass die Auferstehungskraft von Jesus auch da wirkt. Damit ist apokalyptisches Denken im biblischen Sinn möglicherweise geradezu prädestiniert, um Menschen als Interpretations- und Bewältigungshilfe zu dienen.

Walter Lechner wirkte von 2006 bis 2021 als Gemeindepfarrer auf dem Land und in der Großstadt in Sachsen. Seit 2022 ist er Referent für Sozialraumorientierung in Diakonie und Kirche bei der Evangelischen Arbeitsstelle midi.

Veranstaltungshinweis: Über Leben in Kollapsen

Kirche und Diakonie als zivilgesellschaftliche Akteurinnen angesichts von Krieg, Faschismus und Klima-Endgame

Do., 5. Februar 2026, 10:30-16:15 Uhr | 50€ | N131

Die Melanchthon-Akademie richtet zusammen mit der VRK-Akademie, der evangelischen Zukunftswerkstatt midi und dem Netzwerk „Tiefe Anpassung“ und in Kooperation mit der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft FEST einen Fachtag aus zur Rolle von Kirche und Diakonie in multiplen Kollapsen. Im Herbst ist zudem ein zweitägiges Barcamp in Berlin geplant.

Neue Debatten: Nachhaltiger und krisenresilienter leben

Wer nachhaltig lebt, lebt ökologischer und naturbezogener. So weit so klar. In den letzten Jahren ist mir noch ein weiterer Aspekt klargeworden, was „nachhaltig leben“ bewirken kann: Nachhaltigkeit führt zu einer höheren Krisenresilienz. Nachhaltigkeit und Krisenresilienz hängen eng zusammen, denn nachhaltige Strukturen sind langfristig stabiler, anpassungsfähiger und weniger verletzlich.

Regionale Lebensmittel und kurze Lieferketten, immer mehr Photovoltaik-Anlagen in privater Hand oder begrünte Wohnviertel sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern bieten auch bei anhaltender Starkhitze, Stromausfällen oder Versorgungsengpässen wichtige Ressourcen, um klarzukommen.

Dieser Zusammenhang gilt auch umgekehrt, auch wenn er nicht so leicht gesehen wird. Wer für Krisen vorsorgen will, nutzt meistens Ressourcen, die eben nachhaltig sind. Zum Beispiel sich nachbarschaftlich zu unterstützen. Oder wissen, wer einem bestimmte Dinge leihen oder sie reparieren kann.

In diesem Zusammenhang erlebt ein Stichwort erlebt gerade einen Boom: „Solidarisch Preppen“. „Preppen“ bedeutet, sich auf mögliche Krisen so vorzubereiten, dass man einigermaßen gut versorgt ist: zum Beispiel mit Lebensmittelvorräten, Wasser und Energie. Neu ist die Idee des „Solidarischen Preppens“. Hier geht es nicht nur um materielle Vorsorge, sondern auch um soziale Kontakte und emotionalen Support, um nachbarschaftliche Unterstützung und die Stärkung von Infrastrukturen im Stadtteil. Wer gut vorgesorgt hat, kann andere unterstützen. Letztlich geht es um kollektive Krisenresilienz

Der Zusammenhang von Nachhaltigkeit und Krisenresilienz ist spannend und noch gar nicht so stark im Blick. Wir wollen anfangen, diesen Blick zu schärfen und schauen, wie wir nachhaltiger & krisenresilienter leben können. Und dabei an der Idee eines „Guten Leben für Alle“ festhalten – selbst in harten Zeiten.

Kann ich die Welt reparieren? Christliche Wohngemeinschaft, öffentliches Beten und Entwicklungstage 2026

Reparierbar? Das ist das Thema, das sich durch das Programmheft der Melanchthon-Akademie im ersten Halbjahr 2026 zieht. Das Wort ist sehr konkret, handwerklich.  Ich kann mein Fahrrad reparieren, kleine Dinge zu Hause, schon beim Toaster wird es schwierig, von einem Auto ganz zu schweigen. Funktioniert das Reparieren auch im übertragenen Sinn? Kann ich die Welt reparieren? Oder menschliche Beziehungen, oder gar meine Beziehung zum Göttlichen?

Spirituelle Bewegungen sind genau dieser Versuch.

Drei Beispiele:

1.

Das alte und auch das neue Gebäude der Melanchthon-Akademie steht auf dem alten Klostergelände des Kartäuser Ordens, der im 14. Jahrhundert erkannte, dass Kontemplation nicht nur in einsamen Gebirgsgegenden wichtig ist, sondern besonders mitten in der Stadt. So kam es im 14.und 15. Jahrhundert zur Gründung von Stadtkartausen, wie hier in Köln. Ein Beitrag etwas zu reparieren? Vielleicht, bemerkenswert ist auf jeden Fall: Kirche ist nicht nur traditionell, Kirche ist der nächste Schritt.

2.

Im September 2025 führte eine Studienreise der Akademie nach Iona, Schottland. (Welcome to the Iona Community – A Christian ecumenical community) Die Iona-Community ist eine ökumenische, weltweit zerstreut lebende Gemeinschaft von Menschen, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Ihr Zentrum haben sie in der alten Benediktiner-Abtei auf der Insel Iona, der Iona-Abbey. Alle Menschen, die dorthin kommen, bilden die Gemeinschaft und erleben Gemeinschaft auf Zeit in ihrer schönsten Form. Es ist das erklärtes Ziel der Community of Iona, sich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen. Ich übersetze das so: die Welt ein Stückchen zu reparieren.

Wir machen sie das? Ihre herausfordernde These heißt: nur in und mit Gemeinschaft können wir einen Beitrag zu Frieden und Gerechtigkeit leisten. Gemeinschaft/Beziehung ist ihr Werkzeug zur Reparatur.

Wie geht das konkret? Mit einer einladend, gastfreundlichen Haltung voller Respekt.

Wie sieht das aus? Im alten Refektorium sitzen während der Mahlzeiten immer 10 Menschen auf Bänken am langen Tisch. Ein Platz ist der „Head of the table“. Für diese Mahlzeit ist es seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass alle eine angenehme Mahlzeit haben. Er achtet darauf, dass die Wasserkaraffen gefüllt sind, genug Brot auf dem Tisch steht, holt die Suppentassen und räumt am Ende den Tisch mit ab. Alle anderen dürfen ihre Mahlzeit einfach genießen. Sie wissen, bei einer der nächsten Mahlzeiten bin ich dran, denn diese Aufgabe wechselt durch.

Gelingende Gemeinschaft braucht respektvolle Kommunikation. Das ist ein Herzstück der Arbeit auf Iona. Respektvolle Kommunikation untereinander, mit der Mitwelt und der Ewigen. Auf Iona sind sich alle klar, dass sich unsere Sprache verändert und es Worte gibt, die nicht mehr für jede/n passen. Sie laden dazu ein, solche Worte zu ändern, tun dies auch selbst. Immer mit Respekt. Die Sprache in den Gottesdiensten ist mitten in der Welt von heute verankert, klar, schlicht und voller Schönheit. Für Jede/n ist ein Wort dabei, das berührt, Gottes Wirklichkeit transparent werden lässt. Ein Wort, das ermutigt diese Haltung, diese Erfahrung nach zu Hause zu tragen, in das eigene Leben.

3.

Diese Ermutigung trägt das Wohnprojekt: Gemeinsam leben – Wohnprojekt im Campus Kartause. Dort können ab Januar 2027 Menschen im Geist der Community of Iona kommunitär zusammen leben.

Hier finden Sie die Ausschreibung:

In der Südstadt von Köln entsteht auf dem Gelände der „Kartause“, des ehemaligen Kartäuserklosters, heute Sitz der Evangelischen Kirche in Köln und einer lebendigen Gemeinde, ein großer Campus – ein Haus der Bildung für Menschen in der langen Spanne des Erwachsenenseins, dazu Wohnraum für Studierende, für Menschen mit und ohne Einschränkungen und vieles mehr. (Home – Campus Kartause)

Es entsteht Raum für gemeinsames Leben, in aller Individualität und persönlichen Freiheit.

Inspiriert von der Vision der ökumenischen Community of Iona (Welcome to the Iona Community – A Christian ecumenical community), und in der Überzeugung, dass Gemeinschaft verändernde Kraft hat, starten wir ein Wohnprojekt, das Anfang 2027 bezugsfertig ist.

Das wollen wir teilen:

  • Wir teilen unsere Sehnsucht nach einer gerechten und friedvollen Welt, in der das Leben für alle Geschöpfe blühen kann.
  • Wir teilen Gemeinschaft, die sich als ein offener Prozess versteht.
  • Wir teilen geistliches Leben, dessen Formen sich in unserer Gemeinschaft entwickeln werden.

Wir vertrauen dabei auf die verändernde Kraft einer Gemeinschaft, die respektvoll miteinander umgeht, im Hören, Sprechen und Teilen.

Es gibt 9 Appartements und gemeinschaftliche Räume wie Küche und Essbereich.
Die Appartements haben eine Größe von 59 bis 83 qm incl. der Anteile an den Gemeinschaftsflächen. Der Mietpreis pro qm beträgt voraussichtlich 18,-€ ohne Nebenkosten.
Wir erwarten, dass sich Interessierte zumindest für einen Zeitraum von drei Jahren zu einem Zusammenleben mit der Gruppe verpflichten.

Wenn Sie/Dich das interessiert, können hier Fragen gestellt oder eine Interessensbekundung abgeben werden: rinecker@melanchthon-akademie.de

Text: Anje Rinecker

 

Programmhighlights

„Ihre Verbindung wird gehalten“. Workshop zum öffentlichen Beten

Holger Pyka.

Holger Pyka.

„Die Sitzung endet mit Gebet“, so heißt es in vielen Sitzungsprotokollen. Nur: Irgendjemand muss es ja machen. Wie kann ich für den gemeindlichen Alltag (und mein persönliches Leben) Gebete formulieren, die einladend sind, theologisch und geistlich weit, aber auch konzentriert, und die andere zum eigenen Mitbeten ermutigen? Wir tasten uns an eigene Worte heran, probieren aus, stellen um, verwerfen oder behalten. Und stellen (hoffentlich) fest: Es geht. Unsere Verbindung wird gehalten…

Mi, 11.03. 19-21 Uhr

Pfr. Dr. Holger Pyka
Antje Rinecker

Kostenfrei, Melanchthon-Akademie, Sachsenring 5, 264124R

 

Integrale Entwicklungstage “Siehe ich mache alles neu“

Do-So, 23.07.-26.07.2026
Beginn Do. 13 Uhr, Ende So. 13 Uhr

Wandel und Transformation in unserer verletzlichen Welt

Die Integralen Entwicklungstage 2026 öffnen über vier Tage einen gemeinsamen Prozess von Wandel und Transformation. Es entsteht ein Erfahrungsraum für Menschen, die den integralen Weg christlicher Spiritualität leben und vertiefen wollen – eine Spiritualität, die neue Tiefe erfahrbar macht und das transformative Potenzial für unser Leben und die Welt erschließt. Wir erkunden theologisch integral die Begriffe Wandel und Transformation mit Tilmann Haberer und Marion Küstenmacher.

Frühbucherpreis 525 €, Haus Klara, Kloster Oberzell, D-97299 Zell am Main bei Würzburg, Nr. 4119Ra

„Menschenrechte stark machen! Menschenrechte machen stark!“: Interview mit Maike Nadar

Maike Nadar.

Maike Nadar.

Maike Nadar ist Expertin im Bereich Kinder- und Menschenrechte. Seit mehreren Jahren ist sie enge Kooperationspartnerin der Melanchthon-Akademie in diesem Themenfeld. Studienleiter Dr. Stefan Hößl führte ein Gespräch mit ihr.

Maike, seit Langem arbeitest Du mit der MAK zusammen im Themenfeld „Menschenrechte“. Zusammen haben wir z. B. einen Fachtag zur Kritik des Antisemitismus gestaltet und im Rahmen der Reihe „Liebe ist politisch!“ hast Du ein menschenrechtlich fundiertes Plädoyer für den Respekt vor unterschiedlichen Formen der Liebe formuliert hast. Viele Menschen aus dem Akademie-Umfeld kennen Dich insofern schon. Für die anderen: Bitte stelle Dich kurz vor.

Maike Nadar: Ich bin Sozialarbeiterin. Seit 2024 baue ich – zusammen mit Anna Bahr – an der Universität Rostock das Transferzentrum Kinderrechte & Kinderschutz auf. Im Zentrum unserer Arbeit stehen Kinder und Jugendliche als Rechtssubjekte und Gestalter:innen unserer Gesellschaft. Wir setzen uns dafür ein, die Menschenrechte von Kindern und Jugendlichen in der Gesellschaft bekannter zu machen und umzusetzen.

Auf Menschenrechte wird immer wieder Bezug genommen. Um was genau geht es da?

Maike Nadar: Menschenrechte sind Rechte, die allen Menschen gleichermaßen allein aufgrund ihres Menschseins zustehen und in der Würde eines jeden Menschen gründen. Wie in der UN-Behindertenrechtskonvention beschrieben, muss es allen Menschen ermöglicht werden, ein Bewusstsein ihrer Menschenwürde zu entwickeln.

Wenn Du auf die aktuellen Entwicklungen blickst – wie nimmst Du diese wahr?

Maike Nadar: Ich ziehe eine sehr nüchterne Bilanz. Es steht sehr ernst um Menschenrechte, Freiheit und Demokratie! Menschenrechte waren nie auch nur halbwegs verwirklicht, aktuell befinden sie sich in einer fundamentalen Krise. Mit Rückschlägen musste immer gerechnet werden. Die Idee der Menschenrechte wurde in der Vergangenheit von einem Glauben an eine langsame, aber stetig positive Entwicklung getragen. Dieser Rückenwind scheint aktuell auszubleiben, wie Heiner Bielefeldt, der von 2010 bis 2016 Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit des UN-Menschenrechtsrats war, attestiert.

… trotzdem sollte an der Idee der Menschrechte unbedingt festgehalten werden…

Maike Nadar: Ja klar. Es gibt gute Gründe für mehr menschenrechtliches Selbstbewusstsein! Denn Menschenrechte sind plausibel und haben Überzeugungskraft. Wir müssen Menschenrechte ernst nehmen, denn menschenrechtliche Verträge sind mehr als politische Ziele oder ethische Leitlinien. Sie sind in Deutschland bindendes Recht. Menschenrechte leben von Menschen, die von ihrem Sinn überzeugt und bereit sind, politisch dafür einzustehen und deren Plausibilität immer wieder argumentativ darzulegen, gegen Angriffe, Missverständnisse, Verdrehungen und Einwände zu verteidigen. Menschenrechte stellen, mit Waltraut Kerber-Ganse gesprochen, eine Vision und einen Maßstab dar, der schon heute gilt und „der im Hier und Jetzt“ umzusetzen ist. Es geht bei Menschenrechten um Standards, die neben der juristischen und ethischen auch eine politische Dimension besitzen, aus denen gesellschaftliche Konsequenzen resultieren, die nicht vergessen werden dürfen. In der Quintessenz bedeutet das: Menschenrechte machen stark, aber wir müssen uns immer wieder auch für sie stark machen!

Fachtag Menschenrechte. Jetzt erst RECHT!

Mit Prof. Dr. Janieta Bartz,
Prof. Dr. Dr. h.c. Heiner Bielefeldt,
Prof. Dr. Christoph Gille,
Saloua Mohammed,
Maike Nadar &
Prof. Dr. Joachim Söder.

Mi, 29.04. 12-20 (10 UStd)

Dieser Kurs kostet 10 Euro

Nr. 2129H

Haus der Ev. Kirche, Kartäusergasse 9-11

20 Jahre Kölner Friedensverpflichtung: Was sagen Sie dazu?

Vor 20 Jahren unterzeichneten VertreterInnen aus Synagoge, Kirche und Moschee und der Stadt Köln im historischen Rathaus die Kölner Friedensverpflichtung. Hat diese Verpflichtung heute noch Bedeutung? Wo wird sie in der Kölner Region in die Tat umgesetzt? Kennen Sie Beispiele? Wir sammeln sie und möchten sie sichtbar machen. Lassen Sie es uns wissen und senden ihre Beispiele oder Kommentare an:  schaper@melanchthon-akademie.de

Köln, am 29.10. 2006:

Täglich werden zahllose Menschen Opfer von Fanatismus, Krieg und terroristischen Anschlägen. Menschen werden getötet, misshandelt und entwürdigt. Religion wird immer wieder für die Anwendung von Terror instrumentalisiert und missbraucht. Die Gewalt und der Hass, der Terror und die Kriege in der Welt erschüttern uns und fordern uns zur Besinnung und zum Handeln heraus.

Als jüdische, christliche und muslimische Frauen und Männer erklären wir, dass Gewalt und Terror um Gottes Willen nicht sein dürfen und dem authentischen Geist unserer Religionen widersprechen. Unsere Religionen zielen auf ein friedliches und konstruktives Zusammenleben aller Menschen gleich welcher Religionszugehörigkeit.  Für uns gilt unverrückbar: Die Würde eines jeden Menschen ist unantastbar: die Würde eines jeden Kindes, jeder Frau und jedes Mannes.

Als Religionsgemeinschaften verpflichten wir uns:

  • jeder Verhetzung und Erniedrigung von Menschen entgegenzutreten
  • für ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionen, Kulturen und ethnischer Gruppen einzutreten und Menschen zusammenzuführen, die bislang den Kontakt zu anderen gescheut haben,
  • den anderen zuzuhören und die Ängste der anderen ebenso wahrzunehmen wie die eigenen,
  • unseren Beitrag für eine Gesellschaft zu leisten, die nicht nur durch Toleranz, sondern von Respekt und Achtung geprägt ist,
  • eine Gesellschaft mitzugestalten, in der alle Religionsgemeinschaften, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, ihren unumstrittenen Platz haben,
  • in der Erziehung zum Abbau von Vorurteilen und zu gegenseitigem Verständnis zu wirken,
  • zur Verständigung, zur Begegnung und zu einem Dialog der Religionen, der Gemeinsamkeiten entdecken hilft und Verschiedenheiten achtet.

Mit unserer ganzen Kraft wollen wir dazu beitragen, dass Hass und Gewalt überwunden werden und Menschen in unserer Stadt Köln und überall auf der Welt in Frieden, Sicherheit, Gerechtigkeit und Freiheit leben können.

Gemeinschaften und Initiativen ebenso wie einzelne Personen jeden Glaubens und jeder Weltanschauung laden wir ein, sich dieser Verpflichtung anzuschließen und in ihrem Sinne zu wirken.

Erstunterzeichner im Historischen Rathaus zu Köln, am 29. 10. 2006:

  • Synagogen-Gemeinde Köln
  • Katholisches Stadtdekanat Köln
  • Katholikenausschuss in der Stadt Köln
  • Evangelischer Kirchenverband Köln und Region
  • Türkisch-islamische Union Köln /DITIB
  • Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Köln
  • Oberbürgermeister der Stadt Köln

ROOM OF ONE: Das multireligiöse Nachmittagsgebet lädt ein

Aus klösterlicher Tradition in die Gegenwart – Christliche Wohngemeinschaft auf dem Campus Kartause

Antje Rinecker, Studienleiterin bei der MAK.

Rückzug und Weltbezug, Stille und Gemeinschaft – christliche Spiritualität hat über Jahrhunderte hinweg Lebensformen hervorgebracht, in denen genau diese Spannungen fruchtbar wurden. Die Zisterzienser im Kloster Altenberg suchten sie ebenso wie die Kartäuser, die lange Zeit auf dem heutigen Gelände des Campus Kartause in der Kölner Südstadt lebten. An diese Tradition knüpft nun ein neues Projekt an: eine christliche Wohngemeinschaft, die geistliches Leben und gemeinschaftlichen Alltag miteinander verbindet.

Inspiriert von klösterlichen Lebensformen

Begleitet wird das Vorhaben von Antje Rinecker, Studienleiterin der Melanchthon-Akademie und Mitglied der Evangelischen Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen. Die Idee ist über mehrere Jahre gewachsen. „Seit vier, fünf Jahren trifft sich eine Arbeitsgemeinschaft und überlegt, was für die Kölner Südstadt interessant sein könnte, wenn es Menschen gibt, die zusammen wohnen und auch ihr geistliches Leben teilen“, sagt Rinecker. Inspiriert ist die Wohngemeinschaft von der ökumenischen Community of Iona. Deren Spiritualität trennt Glauben und Alltag nicht, sondern versteht sie als untrennbar verbunden. Es geht um eine bewusste Lebensform, die Raum für Tiefe, Ruhe und Orientierung schafft – mitten im modernen Alltag.

Spirituelles Leben im Alltag verankern

„Viele klösterliche Gemeinschaftsbewegungen waren Versuche, das alltägliche Leben in gewisser Weise zu reparieren – also wieder zu dem zu finden, was wichtig ist“, erläutert Antje Rinecker. „In einer Gemeinschaft zu leben, die auch spirituelle Bedürfnisse teilt, kann zu mehr Ruhe und Tiefe führen und gleichzeitig in der Alltäglichkeit unserer modernen Welt guttun.“ Zum Campus Kartause gehört auch Lebensraum für diese christliche Wohngemeinschaft. Neun Personen leben dort in einer Gemeinschaft aus persönlichen Appartements und gemeinsam genutzten Bereichen – einem Wohn-, Ess- und Küchenbereich sowie einem Raum der Stille. Gemeinschaftliches Leben soll hier möglich sein – in aller Individualität und persönlichen Freiheit.

Für wen ist das Projekt gedacht?

Die Wohngemeinschaft versteht sich als ein offener Prozess. Getragen wird sie von der Sehnsucht nach einer gerechten und friedvollen Welt, von der Überzeugung, dass Gemeinschaft verändernde Kraft hat, und von einem geistlichen Leben, dessen Formen sich im gemeinsamen Alltag entwickeln. Respekt, aufmerksames Hören, ehrliches Sprechen und Teilen prägen das Zusammenleben. Angesprochen sind insbesondere Menschen, die sich bewusst auf diese Form des Zusammenlebens einlassen möchten. „Wir denken an Menschen, die schon fortgeschrittener in ihrem Alter sind, bei denen die Zeit mit Kindern und Familie vielleicht vorbei ist – oder die sagen: Wir wollen uns auf das konzentrieren, was für uns im Leben wesentlich ist“, so Rinecker. Die Appartements haben eine Größe von 59 bis 83 Quadratmetern inklusive der Anteile an den Gemeinschaftsflächen. Der Mietpreis liegt voraussichtlich bei 18 Euro pro Quadratmeter (zzgl. Nebenkosten).

Weitere Informationen finden Interessierte unter www.campuskartause.de. Ansprechpartnerin ist Antje Rinecker, Studienleiterin der Melanchthon-Akademie, erreichbar unter rinecker@melanchthon-akademie.de

REPARIERBAR?! Herzlich willkommen im neuen Semester der Melanchthon-Akademie!

Lea Braun.

Lea Braun.

„Melt down“. Mit diesem Titel habe ich meine Eis-Kunst im Raum für Risse überschrieben, die jetzt unser Titelbild ist. Über den Tag veränderte sich durch den Schmelzprozess die Form, die festgefrorenen Glasmurmeln lösten sich, fielen auf den Boden.

Für mich war es ein großes Geschenk, die Besucher:innen an diesem Tag zu beobachten, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, ihre Resonanzen und Assoziationen zu hören. Es hat mich tief berührt.

Das Kunstwerk entstand aus meinen eigenen biografischen und aus den gesellschaftlichen Rissen, die ich wahrnehme. Aus dem Gefühl der Ohnmacht diesen großen gesellschaftlichen Krisen gegenüber. Diskursverschiebungen, Rechtsruck, Klimakrise. Demokratische Grundannahmen zerfließen vor unseren Augen. Aggregatzustände verändern sich.

Ich sehe Risse, manchmal so tief, dass ich aufpassen muss, nicht von ihnen verschluckt zu werden.

Aber ich verweigere mich der Resignation: Ich sehe auch Widerständigkeit und Trotz. Ich sehe Verbindung und Freude. Ich sehe Schönheit. Ich sehe Reparaturversuche.

Nachdem wir im letzten Programm einen Blick auf die Risse gewagt haben, wollen wir in diesem Semester einen Schritt weitergehen. Es geht um die Frage der Reparatur. Wir forschen, was repariert werden kann – und was nicht. Was neu gedacht werden muss – und wie.

Gemeinsam wollen wir erkunden, wie wir in dieser Welt, die ständig aufreißt und Risse zu Tage fördert, Verantwortung übernehmen und Handlungsspielräume schaffen können. Wir wollen schauen, welche Möglichkeiten im Reparieren liegen. Hierzu laden wir Sie schon jetzt in die UN/REPARIER/BAR am 13.06.2026, 17 Uhr in den Innenhof des Hauses der Ev. Kirche ein.

Bis dahin ist auch unsere Kollegin Dorothee Schaper wieder dabei. Von Januar bis Mai 2026 wird sie beurlaubt sein und sich u.a. an dem Begleitprogramm des Weltrates der Kirchen in Israel und den palästinensischen Gebieten (EAPPI) beteiligen. Wir wünschen ihr alles Gute und sind gespannt auf ihre Berichte.

Ihnen nun viel Vergnügen beim Durchsehen des Programmheftes und ich freue mich, wenn wir Sie bald bei uns im Haus begrüßen dürfen.

Für das Team der Akademie
Lea Braun

Christliche Wohngemeinschaft auf dem Campus Kartause – Interview mit Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie

Martin Bock

Martin Bock

Auf dem Gelände des Campus Kartause, dem ehemaligen Kartäuserkloster in der Kölner Südstadt, entsteht ein neues gemeinschaftliches Wohnprojekt: eine christliche Wohngemeinschaft. Das Wohnprojekt wird Anfang 2027 bezugsfertig sein; bereits Anfang des kommenden Jahres können die ersten Mietverträge geschlossen werden.
Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie, spricht darüber, wie aus persönlichen geistlichen Erfahrungen, ökumenischer Spiritualität und dem Wunsch nach neuen gemeinschaftlichen Lebensformen die Vision einer christlichen Wohngemeinschaft auf dem Campus Kartause entstanden ist.

Wie ist die Idee entstanden, auf dem Campus Kartause eine christliche Wohngemeinschaft aufzubauen?

Martin Bock: Das hat in meinem Kopf verschiedene Wurzeln: Zunächst habe ich selbst mit kommunitärem Leben positive Erfahrungen gemacht. Während meines Studiums habe ich für ein Jahr in einer ökumenischen Wohngemeinschaft gelebt, die mit einem Benediktiner-Kloster verbunden war. Das gemeinsame Gebet und die vielen ökumenischen Erfahrungen, die hier zusammenflossen, haben mich sehr geprägt, und der Gedanke, ob ein modernes ‚gemeinsames Leben‘ weitgehend dem Katholizismus vorbehalten sein muss, hat mich immer wieder beschäftigt. Dann erzählte mir der ehemalige Kölner Citykirchenpfarrer Bertold Höcker, der u.a. von der  skandinavischen lutherischen Theologie geprägt war, vor etlichen Jahren von seiner Vision, dass die Kartause, das ehemalige Kartäuserkloster, doch eigentlich wieder ein evangelisches Stadtkloster beherbergen könnte. Für ihn würde sich so ‚ein Bogen schließen‘. Zu Recht knüpfte er an die vielen evangelischen Kommunitäten an, die sich seit der Reformation bis in die Gegenwart auf unterschiedlichste Weise gebildet haben.

Wie ging es weiter?

Martin Bock: Als dann der Vorstand des Ev. Kirchenverbandes den Stein für den Campus Kartause ins Rollen brachte, haben Bernhard Seiger und ich uns über diese Fragen ausgetauscht und gemerkt, wie ähnlich unsere Gedanken dazu sind. Der Stadtsuperintendent hat den Impuls dann sehr konkret in die architektonischen Planungen eingebracht, die auch für das Büro Kaspar Kremer innovativ waren. Zugleich haben wir zu diesem Zeitpunkt eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen, in der sich Menschen treffen, die die Sehnsucht nach neuen gemeinsamen Wegen in der Spiritualität verbindet. In dieser Weggemeinschaft ging es zunächst um uns. Immer wieder – denn der Planungs- und Bauprozess für den Campus schritt voran – tauchte aber auch die Frage auf: Wer könnte die geplante christliche Wohngemeinschaft beleben, wer könnten ihre Initiator*innen sein? Wir haben im Lauf der letzten Jahre verschiedene Wohngemeinschaften nach Köln eingeladen, uns ihre Gründungs- und Entwicklungsgeschichten erzählen lassen und versucht daraus zu lernen. Der ‚Schlussstein‘ war die Idee, das Wohnprojekt mit der Spiritualität der Iona-Community zu verknüpfen. Nicht zuletzt deshalb, weil diese Spiritualität von einer ‚neuen Sprache‘ lebt, die unsere heutigen Themen aufgreift und sie mit dem lebendigen Gott verknüpft.

Was begeistert Sie persönlich an dieser Vision?

Martin Bock: Zunächst muss ich sagen: Ich bin mir dessen bewusst, wie sehr diese Vision aus unseren sehr subjektiven (geistlichen) Erfahrungen herrührt. Das macht sie angreifbar, weil sie vielleicht mit den Erfahrungen und mit den Sehnsüchten anderer nicht zusammenpasst! Und ich bin mir dessen bewusst, dass eine Wohngemeinschaft eigentlich von denen her wachsen muss, die das Wagnis ‚Zusammenwohnen‘ eingehen. Wir können also NICHT FÜR ANDERE DENKEN UND PLANEN, sondern nur Rahmenbedingungen schaffen. Wir können mit der Einladung zu dem Projekt Worte setzen, die Sehnsüchte freisetzen und ihnen „Futter geben“. Die Erfahrungen, die daraus beim gemeinsamen Leben entstehen, können wir nicht vorwegnehmen. Deshalb ist es im Moment auch sehr wichtig, dass wir den Interessierten vermitteln: Wir lassen euch bei eurer Aufgabe, das gemeinsame Wohnen anzugehen und auszuprobieren, nicht allein! Wir stehen ‚hinter euch‘, wohlwollend und zusammen mit Menschen, die Erfahrung in geistlicher Weggemeinschaft mitbringen.

Gibt es bereits Interessierte?

Martin Bock: Ja, es gibt drei Menschen, die sich aus jeweils persönlichen Gründen sehr gut vorstellen können, in diesem christlichen Wohnprojekt mitzumachen. Das ist ein Wagnis, und ich habe davor große Hochachtung. Aber die WG hat neun Plätze, und wir benötigen in den nächsten Wochen mehr Öffentlichkeit, damit diese Botschaft möglichst viele potentiell Interessierte erreichen kann.

Mehr Infos:

Die Wohnflächen der Appartements liegen zwischen 59 und 83 Quadratmetern inklusive anteiliger Gemeinschaftsräume. Der Mietpreis beträgt voraussichtlich 18 Euro pro Quadratmeter zuzüglich Nebenkosten. Kontakt für Interessierte: rinecker@melanchthon-akademie.de

Gemeinschaft neu denken: Christliche Wohngemeinschaft auf dem Campus Kartause

Entdecken Sie vielfältige Bildungsformate im neuen Programm 1/ 2026 der Melanchthon-Akademie!

Über das Reparieren von Rissen, kollektive Krisenresilienz und Widerstand für die Demokratie.

Soeben ist das neue Programm der Melanchthon-Akademie für das erste Halbjahr 2026 erschienen. Neben den vielen bekannten und bewährten theologischen, gesellschaftspolitischen und kulturellen Fokussierungen finden sich im aktuellen Programm viele neue Akzente. In allen Fachbereichen der Akademie ist den Verantwortlichen klar: Ein zentrales Anliegen ist und bleibt das Engagement für Demokratie, Frieden und Nachhaltigkeit. Denn all das ist gerade mehr bedroht denn je.

Doch mittlerweile drängen sich auch neue Fragen auf: Was, wenn nicht alles gut geht? Wie können wir als Gesellschaft resilienter in der Krise werden? Eines der Highlights im kommenden Programm ist in diesem Zusammenhang der Fachtag „ÜberLeben in Kollapsen“ am 5. Februar 2026, bei dem die Rolle von Kirche und Diakonie in Krisenzeiten ausgelotet wird.

Die un/reparier/bar am 13. Juni 2026 ab 17 Uhr im Innenhof des Hauses der Ev. Kirche erkundet, wie Menschen in unserer Lebenswelt, die ständig Risse zu Tage fördert, Verantwortung übernehmen und Handlungsspielräume schaffen können. Nachdem die Akademie im letzten Programm „Risse“ in den Mittelpunkt  gerückt  hat,  richtet  sich  der  Blick  nun  auf  die

„Un-/Reparierbarkeit“. Was kann repariert werden – und was nicht? Was muss neu gedacht werden – und wie? Welche Möglichkeiten liegen im Reparieren?

Auch im theologischen Bereich liegt ein Fokus in diesem Themenfeld: Vor dem Hintergrund der Gefährdungen von Demokratie fragt ein mehrteiliges Seminar:

„Brauchen wir eine Theologie des Widerstandes?“. Angesichts des Ringens um eine aktuelle Friedensethik widmen sich zwei Veranstaltungen (in Kooperation mit  der  Karl  Rahner-Akademie)  dem  Mentalitätswandel  zwischen

„Friedensfähigkeit“ und „Kriegstüchtigkeit“. „Friedensbotschafter oder Konfliktverschärfer? Die evangelischen Kirchen und der Nahostkonflikt“ ist der Titel eines Diskussionsforums, das die Akademie gemeinsam mit der AntoniterCityKirche anbietet.

Wir laden Sie herzlich ein!

Unser neues Programm ist ab sofort online sowie in gedruckter Version an der Melanchthon Akademie erhältlich: www.melanchthon-akademie.de. Die Anmeldung ist telefonisch, schriftlich per Mail, Fax, Post oder online möglich.

Reklamier:

Die Melanchthon-Akademie des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region ist eine anerkannte Einrichtung der Erwachsenenbildung im Sinne des WBG-NRW und hält ein umfangreiches und vielseitiges Programm vor. In der Kölner Südstadt gelegen hat die Melanchthon-Akademie im Sinne Ihres Namensgebers Philipp Melanchthon den Auftrag, Bildungsangebote zwischen Himmel und Erde zu ermöglichen. In der Akademie arbeiten 13 hauptamtliche Mitarbeiter:innen und rund 150 Dozent:innen, in jedem Semester finden rund 300 Angebote statt.

Kontakt:

Melanchthon-Akademie Köln | Dr. Martin Bock (Akademieleiter)

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